"Wir sind heiß!" Kölner Haie freuen sich, dass es endlich losgeht

Braucht Mason doch einen Wintermantel?Braucht Mason doch einen Wintermantel?
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„Wir sind heiß!“ Doug Mason und seine Kölner Haie können den Start in die Play-offs der Deutschen Eishockey Liga nicht mehr abwarten. Zwölf Tage lang konnte die Mannschaft nur trainieren und sich auf den Gegner aus Ingolstadt vorbereiten, während die Qualifikationsrunde um die letzten beiden Play-off-Plätze lief, Hamburg und Frankfurt noch die letzten Tickets lösten. „Das war sehr ungewöhnlich, normalerweise geht es wenige Tage nach dem letzten Vorrundenspiel los und man packt die gesamte Vorbereitung in das Training. Nun mussten wir das auf zwölf Tage strecken.“



Die Erfahrung lehrt, dass Play-offs wie eine neue Saison betrachtet werden müssen, nicht nur wegen der ungewöhnlich langen Pause. Die Ergebnisse und Erkenntnisse der Vorrunde haben kaum Relevanz, man bereitet sich nun wesentlich intensiver auf den Gegner vor, gegen den man im Viertelfinale bis zu sieben Mal antreten muss, so schaffen beide Seiten völlig neue Voraussetzungen.

Zu den möglichen Schwächen der Ingolstädter äußerte sich der Kölner Trainer ausweichend, niemand will sich in die Karten schauen lassen. „Die haben keine Schwächen, sie machen nur einige Sachen weniger gut als andere. Wir müssen mit Selbstbewusstsein unsere Stärken ausspielen, dann wird es für einen Gegner immer schwer, sich gegen uns durchzusetzen.“



Ingolstadt wird genau diese Kölner Stärken genau studiert haben. Mit Jamie Bartman, Mike Schmidt und dem gerade von der Entfernung eines Hirntumors genesenden Chefcoach Ron Kennedy stehen den Bayern gleich drei Profi-Trainer zur Verfügung, die seit zwölf Tagen die Stärken und Schwächen der Haie analysieren. Man darf erwarten, dass sich Ingolstadt besonders um die Kölner Schlüsselspieler Dave McLlwain, Ivan Ciernik, Daniel Rudslätt und Stéphane Julien kümmern wird. Umgekehrt wird sich Köln besonders auf Gegenspieler wie den schussgewaltigen Tschechen Jakub Ficenec oder Topscorer Doug Ast konzentrieren.

Schon aus diesen Gründen schlägt in den Play-offs oft die Stunde der „Fußsoldaten“. Spieler aus den hinteren Sturmreihen treten häufig aus dem Schatten der gut bewachten Stars heraus und sorgen für die entscheidenden Tore. In der vergangenen Saison war Kölns Stürmer Bill Lindsay der Mann für die wichtigen Momente, eine ähnliche Leistung erhofft man sich von ihm auch in diesem Jahr, Lindsays Sturmpartner Aaron Gavey könnte eine ähnlich Rolle spielen.



Auch die deutschen Spieler müssen jetzt mehr Torgefährlichkeit ausstrahlen, Spieler wie Tino Boos, Sebastian Furchner oder Philip Gogulla werden ebenso im Fokus stehen wie auf der anderen Seite Florian Keller oder Nationalspieler Yannic Seidenberg.



An äußeren Umständen soll das Unternehmen KEC-Meisterschaft nicht scheitern, bereits am Donnerstag reisten die Haie per Flugzeug nach Ingolstadt, nach dem Spiel am Freitag werden sie in Bayern übernachten und erst am Samstag zurückfliegen. „Die Spieler sollen gut schlafen und regenerieren, das können sie nicht im Bus“, sagt Doug Mason. „Aber Hauptsache ist, dass sie endlich loslegen können. Die Jungs sind heiß, aber das sind alle anderen Teams nach der langen Pause ebenfalls.“



Alexander Brandt