"Wir sind durch drei Football-Felder voller Scheiße gekrochen"ERCI-Coach Doug Shedden liebt klare Worte

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Der 6:2-Sieg gegen den Tabellenzweiten aus Nürnberg war eine Demonstration der Macht des ERC Ingolstadt. Bissig, effizient mit Zug zum Tor und einem Powerplay, das von einem Nebenschauplatz im Spiel der Panther zu einer echten Waffe mutiert ist. "Sieben Powerplay-Tore haben wir in den letzten drei Spielen geschossen, so viel wie in der ganzen Saison nicht", sagte ein gut gelaunter Doug Shedden nach dem Spiel. Das stimmt nicht ganz, aber es zeigt, wie deutlich sich die Schanzer in diesem - und auch vielen anderen Aspekten des Spiels - verbessert haben. Ein Grund sind sicher die beiden nachverpflichteten Spieler Ville Koistinen und Tim Stapleton: "Sie haben beide herausragende Fähigkeiten, das hilft im Powerplay enorm. Sie waren meine Wunschspieler: Ville kenne ich aus Finnland und der Schweiz, Tim habe ich bei mehreren Stationen trainiert. Sie sind die erhoffte Verstärkung - ich bin sehr zufrieden mit ihnen." Nicht zufrieden war Shedden jedoch mit dem dritten Drittel gegen die Nürnberg Ice Tigers. Bei der 5:0-Führung habe man durch Scheibenverluste zwei Tore zu leicht hergegeben, deswegen sei er nicht ganz zufrieden, aber: "Coaches are never f.....n' happy!" Er spricht eben, wie die Panther zur Zeit spielen: Immer Vollgas, immer drauf.

Ansonsten aber gibt es nicht viel zu beklagen: Die Mannschaft schießt Tore in Überzahl, nach schönen Kombinationen, kann Puckgewinne schnell in Tore ummünzen, nutzt die Fehler des Gegners und lässt hinten wenig zu. Zwar gaben die Ice Tigers 41 Torschüsse ab, aber nur wenige waren wirklich brandgefährlich, und dann gibt es ja immer noch einen Pielmeier, der die Panther ein paar mal vor Ungemach bewahrte - und auch einen Jochen Reimer: "Wir haben zwei starke Torhüter. Timo ist, das ist kein Geheimnis, ist derzeit die Nummer 1a, aber mir ist überhaupt nicht bange, Reimer spielen zu lassen, wenn es die Situation erfordert", verdeutlicht Shedden.

Nun haben die Panther die direkte Play-Off-Quialifikation fix gemacht und haben es selbst in der Hand, am Sonntag mit einem Sieg gegen die Kölner Haie Platz vier zu verteidigen - und dies nach einer Saison, in der man nach sieben Niederlagen hintereinander im Herbst sogar aus den Play-off-Rängen gerutscht war. Nach heutigem Stand würde es im Viertelfinale gegen Wolfsburg gehen, ein Gegner, der den Panthern liegt: "Zudem haben sie im Moment Personalprobleme, das kann ein Vorteil sein." Aber Shedden sagt auch: "Ich kenne jetzt alle Teams und es gibt nur ganz wenige, bei denen ich sagen würde, 'Verdammt, warum müssen wir gegen die spielen'. Wir sind dieses Jahr durch drei Footballfelder voller Scheiße gekrochen und sehen jetzt wieder die Sonne. Ich will meinen Spielern vermitteln, dass sie das jetzt genießen - egal, gegen wen es geht!"

Das klingt ein bisschen nach einer Kampfansage an die Konkurrenz. Mit der Qualität und der Tiefe des Kaders und mit dem überdurchschnittlichen Torhüter-Gespann könnte es wieder ein langer Play-off-Run werden für die Schanzer.