„Wir haben wegen unserer Fans gewonnen“Krefelds Coach lobt die Anhänger – und Patrick Klein

Drin das Ding! Der Moment, als Andreas Driendl (links) die Partie für Krefeld entschied. (Foto: Imago)Drin das Ding! Der Moment, als Andreas Driendl (links) die Partie für Krefeld entschied. (Foto: Imago)
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Die Krefeld Pinguine haben sich gegen die Hamburg Freezers mit 6:5 (1:1, 2:2, 2:2, 1:0) nach Verlängerung durchgesetzt. Am Ende lobte KEV-Trainer Rick Adduono nicht nur die Mannschaft, sondern auch die Fans.

Im Krefelder König-Palast trafen zwei durch Verletzungen dezimierte Teams aufeinander, die beide im letzten Spiel eine klare Niederlage kassiert hatten, wobei die der Pinguine zu Hause sicher schmerzhafter gewesen war. Aber nach dem ersten Abtasten, in dem Yared Hagos eine gute Chance hatte, übernahmen die Pinguine das Kommando. Als Thomas Oppenheimer in der fünften Minute auf die Strafbank musste, brauchten sie nur 15 Sekunden, um in Führung zu gehen: Sebastien Caron, der sich nach einer Abwehr auf die Torlinie zurückbewegte, wurde von Andreas Driendl von hinter dem Tor angeschossen und rutschte samt Scheibe ins Tor. Die Pinguine erspielten sich eine Vielzahl von Chancen, konnten aber zwei Hamburger Strafzeiten nicht nutzen, auch weil die zweite, die eine doppelte Überzahl bedeutet hätte, schon nach einer Sekunde aufgehoben wurde: Norman Hauner erhielt die erste Hinausstellung wegen fehlerhaften Verhaltens beim Bully. Nach dem Powerbreak kam Hamburg besser ins Spiel, verpasste in Minute zwölf den Ausgleich, holte diesen aber zwei Minuten später in einer 2:1-Situation durch Philippe Dupuis nach. Eine erste Unterzahl überstanden die Pinguine ohne große Probleme.

Die Freezers versuchten zu Beginn des Mitteldrittels, die Pinguine unter Druck zu setzen, aber die Pinguine hielten dagegen. Sie beeindruckten die Fans mit spielerischen Elementen, aus denen mehrere „Coast-to-Coast“-Durchbrüche Krefelder Verteidiger hervorragten – so in Minute 26, als Kyle Sonnenburg sich durch die gesamte Hamburger Abwehr spielte und schließlich im Tor landete, jedoch ohne Puck, da Caron abgewehrt hatte. Nur sechs Sekunden später kam nach einem gewonnenen Bully die Scheibe zu Norman Hauner, der zwei Freezers austanzte und sofort abzog – 2:1 für Krefeld. Das Spiel der Pinguine begeisterte die Fans, erstmals in der neuen Saison hörte man wieder das KEV-Echo. Das Powerbreak unterbrach eine sehr starke Phase der Krefelder, aber in Minute 34 legte Steve Hanusch von der linken Bande mustergültig quer auf Yared Hagos, der von halbrechts auf den Kasten der Freezers hämmerte. Zwar traf er nur den rechten Pfosten, aber Martin Schymainski war zur Stelle und drückte die hinter Caron liegende Scheibe über die Linie. Nur 20 Sekunden später verkürzte Nicolas Krämmer auf 2:3, weil die Freezers im Krefelder Drittel entschiedener als vielleicht kurzzeitig euphorisierte Pinguine zu Werke gingen. Hamburg agierte nun aggressiver, sichtlich missgestimmt von seiner Sonderbewachung durch Kretschmann war Marcel Müller, dem an alter Wirkungsstätte nicht viel gelang. Trotzdem erzielten die Freezers, die eine Überzahl gut ausspielten, zwei Minuten vor Drittelende der Ausgleich.

Auch das letzte Drittel begannen die Hamburger druckvoll, doch ab der 43. Minute gewann die Krefelder Spielkunst wieder die Überhand. Mehrfach waren Pinguine in guten Schusspositionen, mussten die Scheibe aber mit der Rückhand annehmen und verzichteten folgerichtig aufs Schießen. Die Fans feuerten ihre Pinguinen mit stehende Ovationen an und konnten am Ende der 46. Minute das 4:3 ihrer Lieblinge bejubeln: wieder war es Norman Hauner, der nach Bullygewinn durch Andreas Driendl sofort abzog und in die rechte obere Ecke zum 4:3 traf. Keine Minute später erhöhte Yared Hagos sogar auf 5:3—geradezu artistisch hechtete er über den am Boden liegenden Caron hinweg und beförderte den Puck in die Maschen. Trotz weiterer Chancen für die Pinguine gelang es den Freezers, erneut auszugleichen. 150 Sekunden vor Schluss waren sie zum dritten Mal in Überzahl und Jerome Flaake konnte nach dem Anschlusstreffer in Minute 51 auch den Ausgleich zum 5:5 erzielen.

Somit ging es in die Overtime, in deren dritter Minute die Hamburger durch einen Wechselfehler in Unterzahl gerieten. Die Pinguine spielten sehr geduldig. Nach 103 Sekunden Überzahl war es dann so weit: David Fischer schießt auf Caron, dem von Driendl teilweise die Sicht genommen wird und irgendwie trudelt die Scheibe ins Tor—6:5 für Krefeld.

Nach dem Spiel konnten die glücklichen Pinguine die erste Ehrenrunde der neuen Saison im heimischen Stadion drehen. Besonderes Lob von den Fans erhielt Patrick Klein, der bei den Hamburger Treffern machtlos war und manche tolle Chance der Freezers entschärft hatte.

Hamburgs Trainer Serge Aubin meinte nach dem Spiel: „Wir wussten, dass es ein schweres Spiel werden würde. Wir wollten hart spielen und viel Druck machen, aber wir haben zu viele Strafen genommen, besonders die in der Verlängerung.“ Krefelds Coach Rick Adduono sagte: „Heute war unser Einsatz sehr gut und wir haben sehr gut Druck gemacht. Aber nach der 5:3-Führung konnte Hamburg noch zwei Tore erzielen. Dann hat unsere Mannschaft Herz gezeigt und wir haben gewonnen. Warum? Wegen unserer Fans! Wir haben unglaubliche Unterstützung durch die Fans gehabt – dankeschön dafür. Patrick Klein hat auch gut gespielt und gut gehalten.“

Torfolge: 1:0 (5.) Driendl (Hanusch) PP1, 1:1 (14.) Dupuis (Schmidt, Roy), 2:1 (26.) Hauner (Hanusch, Driendl), 3:1 (33.) Schymainki (Hanusch, Yagos), 3:2 (34.) Krämmer (Festerling), 3:3 (39.) Oppenheimer (Roy, Sertich) PP1, 4:3 (46.) Hauner, 5:3 (47.) Hagos (Mebus), 5:4 (51.) Flaake (Roy), 5:5 (58.) Flaake (Müller, Krämmer) PP1, 6:5 (65.) Driendl (Fischer, St. Pierre) PP1.

Strafen : Krefeld 8, Hamburg 10.

Schiedsrichter : Aumüller – Rohatsch.

Zuschauer : 3774.