„Wir haben nicht aufgegeben“Nürnberg – München 3:2 n.V.

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Eigentlich hätte Steven Reinprecht nach seiner Schleimbeutel-Verletzung noch gar nicht auflaufen sollen. Connor James war ebenfalls angeschlagen. Doch „jetzt bin ich froh, dass sie gespielt haben“, erklärte Cheftrainer Tray Tuomie nach dem Heimerfolg, den beide Ice-Tigers-Stürmer mitentschieden haben. Während Reinprecht zweimal vorlegte, erzielte James den Siegtreffer.

Es war kein leichtes Spiel, das die Franken mit den Landeshauptstädtern hatten. Tuomie: „München war richtig gut und hat uns unter Druck gesetzt, aber wir haben die Punkte gewollt“ und geholt. Wichtig war der Heimtriumph nach der knappen 1:2-Pleite gegen Düsseldorf (n.P.) und der wochenlangen Auswärtskrise – „vor allem für das Selbstvertrauen“, wusste Kapitän Patrick Reimer. „Wir haben in letzter Zeit nicht so toll gespielt, aber heute haben wir nicht aufgegeben.“

Startschwierigkeiten

Sichtlich angespannt starteten die Nürnberger in das zweite Heimduell mit München. „Wir waren etwas hektisch“, erkannte Tray Tuomie, „der letzte Tick hat gefehlt.“ Und so waren es schließlich die Oberbayern, die in Führung gingen (7.) – Darren Haydar donnerte die Scheibe direkt unter die Latte. Spätestens jetzt war das Derby eröffnet. Die Partie wurde hitziger und es hagelte Strafen, die zunächst jedoch keine der Mannschaften für sich nutzen konnte. Höhepunkt des ersten Drittels: Die Auseinandersetzung zwischen Ice Tiger Steven Rupprich und „Bulle“ Danny Bois, die in der Kühlbox ein Ende fand.

Nürnberg gleicht zweimal aus – und gewinnt

Richtig in Fahrt kamen die Teams aber erst im Mittelabschnitt. Die Partie gewann an Tempo und die Derby-Rivalen boten sich die Stirn. Nürnberg kam nun ins Spiel und machte Druck. Nach dem Ausgleichstreffer von Brett Festerling (27.) hatte unter anderem Patrick Reimer nicht nur einmal die Möglichkeit, seinen Bruder Jochen zu überwinden. Doch statt des Münchner Keepers musste Ice-Tigers-Torhüter Andreas Jenike erneut hinter sich greifen. Kurz vor der zweiten Drittelpause platzierte Grant Lewis erst den Puck, dann sich selbst im Nürnberger Kasten (40.), so dass die Franken auch zu Beginn des Schlussabschnitts einen Rückstand aufholen mussten.

Allerdings sah es zunächst nicht nach einem 2:2 aus. Wie im ersten Drittel kamen die Ice Tigers erneut unsicher aus der Kabine. Zwar blieb ihr doppeltes Unterzahlspiel ohne Ergebnis, aber die Münchner gewannen wieder die Oberhand – bis sie in der zweiten Hälfte des dritten Drittels übermütig und dafür bestraft wurden. Die Gastgeber erkannten ihre Chance und verwerteten diese schließlich nach mehrmaligen Versuchen. Patrick Reimer zog in Überzahl ab und netzte ein – Ausgleich (58.). Und so gingen die 4.468 Zuschauer nach 60 gespielten Minuten nicht nach Hause, sondern in die Verlängerung, die Connor James nach gut zwei Minuten mit einem Powerplay-Treffer beendete (63.).

Nur ein Punkt „dank“ Strafen

„Wir hatten es in der Hand“, ärgerte sich „Bullen“-Verteidiger Felix Petermann über die Niederlage. „Wir haben zum Großteil gutes Eishockey gespielt“, doch die Strafen hätten ihm und seinen Teamkollegen am Ende den Sieg gekostet. Immerhin einen Punkt haben die Münchner nach dem Freitagsderby im Gepäck, mit dem es nun zum Spitzenreiter nach Köln geht. Auch auf die Ice Tigers wartet am Sonntag in Krefeld eine schwere Partie. Können die Nürnberger nach dem Heimsieg ausgerechnet beim Tabellenzweiten ihre Auswärtskrise beenden?

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