„Wir haben die Nuss geknackt“Ice Tigers beißen zurück

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Es ist Freitagabend, in der Arena Nürnberger Versicherung wird Eishockey gespielt. Wie schon so oft in dieser Saison pilgerten die Fans der Ice Tigers in ihr zweites Wohnzimmer. Doch irgendetwas war diesmal anders. Bereits die Parkplatzsuche erwies sich als etwas schwieriger als sonst. Vor allem aber machte sich eine Atmosphäre breit, die beim Betreten des fränkischen Tigerkäfigs endgültig für Gänsehaut sorgte. Mit glitzernden Fähnchen in Rot und Blau zeigte das Nürnberger Publikum den Roosters-Fans im gefüllten Gästeblock, dass sie bereit sind. Bereit für die fünfte Jahreszeit „daham“! Bereit für den Serienausgleich! Denn es ist Zeit:


„Zeit für das nächste Kapitel“...

...wie auf einem riesigen Banner zu lesen war. Was haben die Nürnberger Fans mit „ihrem“ Verein schon so alles erlebt. Sie haben gelitten, gejubelt und gefeiert. Doch eines fehlt in der Chronik der Franken: der Titel des Deutschen Meisters. Dass die aktuelle Mannschaft genau die richtige für die Play-offs sei, hatte Sportdirektor Martin Jiranek vor der Saison betont. Und das wollte und konnte die Truppe nach der 0:4-Auftaktpleite vom Seilersee nun am Freitagabend vor Heimpublikum beweisen.

Dominante Ice Tigers, wenige Tore

Nicht noch einmal wollten sich die Ice Tigers von den Roosters in den ersten Minuten überrennen lassen und rissen daher die Partie gleich an sich. An Schüssen und Chancen mangelte es ihnen nicht. Doch der Puck wollte sich noch nicht ins gegnerische Tor verirren. Stattdessen „verirrten“ sich Leo Pföderl, Marco Nowak und Kyle Klubertanz in der zweiten Drittelhälfte – unter Protest der Heimfans – nacheinander in die Kühlbox, was letztendlich zum Führungstreffer der Gäste führte. Torschütze: Bobby Raymond (16.). Doch nicht nur die Franken hüteten die Strafbank. Auch Rooster Kevin Lavallée musste kurz darauf pausieren, was Leo Pföderl nach einem Abpraller von Keeper Mathias Lange zum Ausgleichstreffer nutzte (18.). Die Teams verabschiedeten sich damit unentschieden in die erste Drittelpause, obwohl die Gastgeber die ersten 20 Minuten mit 13 zu fünf Torschüssen beherrschten.

Den zweiten Spielabschnitt dominierten ebenfalls die Franken, doch auch diesmal landete die Scheibe nur einmal im Netz. Steven Reinprecht drehte die Partie, indem er die Nürnberger in der 29. Spielminute in Führung schoss. Und da Cody Sylvester einige Minuten darauf an Ice-Tigers-Goalie Tyler Beskorowany scheiterte, blieb es beim 2:1 für das Heimteam. Vorerst. Denn das Schlussdrittel folgte.

„Das ist Play-off-Eishockey“

Nachdem David Steckel auf 3:1 erhöht hatte (47.), tobte das Heimpublikum und läutete die „heiße Phase“ ein. Dabei erkannten die Sauerländer: Jetzt oder nie! Allerdings ließen sie sich mit dem „Jetzt“ bis zum Powerplay mit sechs Feldspielern Zeit, so dass Brooks Maceks Anschlusstreffer (60.) zu spät kam. Dafür traf Nürnbergs Kapitän Patrick Reimer sieben Sekunden vor Schluss noch den leeren Gästekasten.

4:2 gewannen die Ice Tigers damit ihr erstes, heißes und hitziges Viertelfinal-Heimspiel gegen Iserlohn. „Das ist Play-off-Eishockey“, lässt Roosters-Coach Jari Pasanen die 60 Minuten Revue passieren, während Martin Jiranek froh über den Serienausgleich ist: „Wir haben die Nuss geknackt“, hofft Nürnbergs Sportdirektor nun auf ein weiteres erfolgreiches Match bereits am Sonntag. Dann stehen sich die Franken und Sauerländer ab 14:30 Uhr im dritten Viertelfinalduell gegenüber – in Iserlohn.

Das Spiel im Überblick:

Tore: 0:1 (16.) Raymond (PP1, York, Petersen); 1:1 (18.) Pföderl (PP1, Reinprecht, Heatley); 2:1 (29.) Reinprecht (Ehliz); 3:1 (47.) Steckel (Heatley, Borer); 3:2 (60.) Macek (Button, Caporusso); 4:2 (60.) Reimer (EN, Reinprecht)

Strafen: Nürnberg 10, Iserlohn 4

Schiedsrichter: Brill, Schukies

Zuschauer: 7.215

Serienstand Viertelfinale (Best-of-Seven): Iserlohn 1, Nürnberg 1