Wieder kein „Dreier“

Die "Alex Hicks Initiative"Die "Alex Hicks Initiative"
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Als Andy Delmore beim dritten Penalty der Gäste den zweiten Treffer erzielte, war das Match entschieden. Zuvor hatten Witalij Aab auf Hamburger und Daniel Rudslätt auf Kölner Seite getroffen. Nur ein einziger Punkt, das ist entschieden zu wenig, um sich zumindest an den zehnten Rang heranzupirschen, zumal die Freezers als direkter Konkurrent zwei Zähler mit nach Hause nahmen. Davor herrschte in der Verlängerung Hektik pur. Hamburg hatte zunächst Überzahlchancen, doch Köln hielt gut dagegen. Kaum hatte Haie-Verteidiger Mats Trygg die Strafbank verlassen, mussten 66 Sekunden vor Ende der Verlängerung zwei Gästespieler dort Platz nehmen. Doch bravourös überstanden die Kühlschränke die prekäre Situation

Endlich den ersten Dreier in eigener Halle unter der Regie von Rupert Meister? Nahe daran waren die Domstädter, die heute nur auf den an der Hand verletzten Außenstürmer Marcel Müller verzichten musste, bereits am Sonntag gegen Ingolstadt. Doch selbst eine 2:0-Führung nach zwei Dritteln reichte nicht, um dem Team die nötige Sicherheit zu vermitteln, auch den letzten Abschnitt schadlos zu überstehen. Wie blank die Nerven bei den Kölner liegen, demonstrierten in diesen Tagen einige Zitate von Manager Rodion Pauels in einer Boulevardzeitung. Dort beschwerte er sich in weinerlicher Manier (sonst weiß Gott nicht seine Art), dass die Schiedsrichter zweimal hintereinander sein Team regelrecht verpfiffen.

Meisters Hamburger Kollege Paul Gardner steckt sportlich in einer ähnlichen Situation. Auch der Klub von der Waterkant dümpelt in nicht zu akzeptierenden Niederungen in der Tabelle herum, in respektabler Weite von einem Platz unter den ersten Zehn entfernt, geschweige denn auf einem sicheren Play-off-Rang.

Das erste Drittel bot wenig Unterhaltsames. Erstaunlich, dass an allen drei erfolgversprechenden Situation vor dem Hamburger Tor Daniel Rudslätt beteiligt war. Der 34-jährige Schwede war in der dritten Minute zu perplex, um einen Traumpass von Christoph Ullmann zu verwerten. 13 Minuten später inszenierte er einen Angriff, passte zu Kamil Piros, dessen Schuss geblockt wurde. Rund zwei Minuten später versuchte es der Nordländer nach einem Zuspiel von Bryan Adams selbst. Doch er traf nur die Schoner von Freezers-Goalie Jean Marc Pelletier. Dessen Gegenüber Frank Doyle verlebte indes ruhigere 20 Minuten. Nicht ein einziges Mal galt es, brenzlige Situationen zu überstehen, auch wenn das Powerplay der Norddeutschen zwar sehenswert, aber nicht druckvoll genug war.

Im Mitteldrittel wurde das Match endlich niveauvoller. Hamburg profitierte zunächst von einem anfängerhaften Fehler Mirko Lüdemanns, der völlig unbedrängt die Scheibe an Witalij Aab verlor und dieser nur noch Francois Fortier in Szene zu setzen brauchte. Danach wütende Angriffe der Kölner. Philip Gogulla hatte zweimal den Ausgleich auf dem Schläger, doch der gebürtige Düsseldorfer verpasste knapp. Besser machte es Ullmann, der in Überzahl einen Pass antäuschte und mit seinem Schuss Pelletier düpierte. Als der mitunter kleinlich leitende Unparteiische eine Strafe für die Kölner anzeigte, bekamen diese die Scheibe nicht aus der Gefahrenzone. Nach -zig Versuchen landete der Puck endlich hinter der Torlinie. Kamil Piros hatte kurz vor der zweiten Pause die Möglichkeit zum erneuten Ausgleich, doch statt eines platzierten Schusses donnerte der Tscheche auf die Schoner Pelletiers. Die letzte Chance hatten die Hamburger, doch bei einem Unterzahlkonter durch den quirligen Richard Mueller behielt Doyle die Übersicht.

Als die Hamburger den dritten Treffer erzielten (Fortier passte von rechts auf Aab, Mats Trygg war zu passiv), wurden die Pfiffe lauter und lauter. Sie erlebten ihren Kulminationspunkt, als sich Rudslätt in Überzahl im eigenen Drittel zuviel Zeit ließ, um einen Angriff einzuleiten. Erst nachdem Lüdemann mit einem Bauerntrick den Anschluss herstellte, standen die Fans wieder hinter ihrer Truppe. Mit der Brechstange versuchten es die nun die Domstädter und hatten bei 6:5-Überzahl Erfolg, als Rudslätt am schnellsten reagierte und sein Team in die Verlängerung rettete.

Tore: 0:1 (20;58) Fortier (Aab), 1:1 (25;14) Ullmann (Trygg), 1:2 (35;32) Wilm (Fortier), 1:3 (45;29) Aab (Wilm, Karalahti), 2:3 (52;13) Lüdemann (Dmitrijew), 3:3 (59;07) Rudslätt (Ullmann), 3:4 (65;00) Delmore (Penalty)

Zuschauer: 9.779. – Strafminuten: Köln 10, Hamburg 22. – Schiedsrichter: van Gameren (FASS Berlin).

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