Wieder 2:4 - Saisonstart misslungen

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Ohne Punkte stehen die Sinupret Ice Tigers nach dem ersten Spielwochenende am Tabellenende der Deutschen Eishockey Líga. Wie schon am Freitag in Frankfurt gab es gegen Meister Berlin eine 2:4-Niederlage. Und das nicht unverdient. "Wir haben gegen die beste Mannschaft der Liga alles versucht, aber es hat nicht gereicht", resümmierte Trainer Andreas Brockmann nach der Partie.

Den Grundstein für den zweiten Auswärtssieg in Folge legten die Eisbären schon im ersten Drittel als sie die Partie völlig ungehindert dominierten. "Wir waren in dieser Phase viel zu passiv und zu ängstlich. Kamen immer einen Schritt zu spät, haben dadurch Strafzeiten nehmen müssen und katastrophale Fehler gemacht", so Brockmann weiter.

In der Tat agierte seine ohnehin körperlich nicht gerade starke Mannschaft wie ein Kaninchen vor der Schlange und zeigte viel zu viel Respekt vor dem Gegner. Dies nutzten die cleveren und abgebrühten Eisbären eiskalt aus und führten zur ersten Pause völlig verdient mit 2:0. Mit einer frühen Auszeit wollte Brockmann ein "Hallo wach"-Signal an seine Mannschaft senden und die "Euphorie" der Gäste bremsen.

Zumindest kamen die Ice Tigers schon früh aus der Kabine und schienen tatsächlich ein wenig wacher. Björn Barta hatte den Anschlussstreffer auf dem Schläger, aber selbst bei einer fast einminütigen doppelten Überzahl wollte der ersehnte Treffer nicht gelingen. Erst als die Berliner gerade wieder komplett waren, fiel das Tor dann doch. Adrian Grygiel traf nach Pass von Swanson aus der Kurzdistanz. Jetzt keimte wieder Hoffnung unter den Zuschauern, aber nur bis Rick Looker eine fragwürdige Strafzeit wegen zu vieler Spieler anzeigte. Die Eisbären nutzten das gewohnt abgeklärt. Der starke Walker traf im Nachschuss.

Damit war die Messe praktisch gelesen, erst Recht als Regehr eine traumhafte Kombination zum 4:1 abschloss. Trotzdem hätten die Ice Tigers noch einmal ins Spiel kommen können. Zunächst wurde King angeschossen und die Scheibe trudelte ins Netz, nur kurz danach schob Peacock völlig freistehend am langen Eck den Puck am leeren Tor vorbei. Chancen, die man nutzen muss, wenn man gegen den Meister erfolgreich sein will.

"In der Vorbereitung ist vielleicht alles ein bisschen zu einfach gewesen. Sowohl beim Mercure-Cup als auch im Pokal sind wir nicht richtig gefordert worden", stellte Brockmann richtigerweise fest. "In Frankfurt und heute habe ich viele Dinge gesehen, die wir verbessern müssen. Zum Beispiel unser Unterzahlspiel werden wir umstellen, aber auch die leichten Fehler müssen wir schleunigst abstellen. Trotzdem gab es auch positives. Alle Spieler haben alles gegeben, obwohl Greg Leeb, Savage, Swanson und Peacock angeschlagen waren, haben sie sich voll in den Dienst der Mannschaft gestellt", so Brockmann weiter.

Sein Gegenüber Don Jackson war vor allem mit dem "Forechecking und dem guten Offensivspiel" seiner Mannschaft zufrieden. "Auch Rob Zepp hat wieder eine sehr gute Leistung gezeigt und damit der Mannschaft viel Sicherheit gegeben", so Jackson weiter.

Bei den Ice Tigers fehlte neben den gesperrten Polaczek und Brad Leeb mit Alain Nasreddine der wichtigste Verteidiger. Auch sein Einsatz am nächsten Wochenende bei der Champions-League-Qualifikation ist derzeit noch fraglich. Dafür wird Ex-Kapitän Christian Laflamme zurückerwartet. Brad Leeb und Polaczek haben sich laut Brockmann übrigens für ihre Strafen in Frankfurt "bei Mannschaft und Trainern" entschuldigt.

Tore:
0:1 (02.59) Quint (D. Weiß, Robinson)
0:2 (12.35) Pederson (Quint, Walker) 5:4
1:2 (32.28) Grygiel (Savage, Swanson)
1:3 (39.24) Walker (Quint, Pederson) 5:4
1:4 (44.23) Regehr (Mullock, Smith) 5:4
2:4 (50.13) Leeb (Jarrett, King)

Strafen: Nürnberg 22 min. - Berlin 18 min.
Zuschauer: 5021
Schiedsrichter: Looker

Foto by City-Press