Wie ich es sehe... Die Hockeyweb-Kolumne von Werner Nieleck

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Da muss man zweimal auf die Tabelle schauen, um das zu glauben, was die unbestechlichen Zahlen und Buchstaben dem Leser vermitteln. Augsburg und Wolfsburg sind im Halbfinale, Iserlohn darf die Play-off-Qualifikation mit einem Heimspiel beginnen. Da staunt der Fachmann, und der Laie wundert sich! Ich weiß, ich weiß, die Saison ist noch sehr lange, und in den Play-offs haben die besser platzierten Mannschaften sicher keinen Persilschein, dass sie sich am Ende auch durchsetzen.

In der Fuggerstadt hat Larry Mitchell mehr oder weniger das sportliche Sagen, auch wenn mit Max Fedra ein weiteres Schwergewicht in der Kommandozentrale sitzt. Der Augsburger Chefcoach kennt nicht nur Eishockey-Deutschland, sondern auch die Verhältnisse „drüben“ aus dem Effeff und verfügt über beste Verbindungen nach Nordamerika. Auch die Leitung zu den überaus kritischen Fans ist frei von Störungen, ein seltener Fall bei den Schwaben. Vor Torwarttalent Dennis Endras präsentiert sich eine Mannschaft, der diesmal mehr zuzutrauen ist als ein Ausscheiden in der Qualifikation. Von den Neuzugängen erwies sich kein einziger als Fehlgriff. Dass sich einige Cracks nach ihrem Europa-Debüt anderen, weil lukrativeren Fleischtöpfen zuwenden, wer will es ihnen verdenken?

Ausgeschieden sind die Augsburger Panther in der Vorsaison gegen die Grizzly Adams Wolfsburg. Auch dieses Team gehört zu den positiven Überraschungen der laufenden Spielzeit. Dabei fingen die Überraschungen schon mit der Verpflichtung von Toni Krinner, zu seiner aktiven Zeit ein rechter Heißsporn, an. Kaum einer traute dem gebürtigen Bad Tölzer eine längere Dienstzeit an der Bande der Ost-Niedersachsen zu. Doch man siehe und staune! Der in Essen geschasste Ex-Nationalstürmer geht in Wolfsburg demnächst in sein fünftes Jahr. Weggesteckt hat das Team die Weggänge von Justin Papineau und Marvin Degon. Wie Augsburg verfügen auch die VW-Städter nur über deutsche Torwarte. „Wir spielen ein bisschen defensiver“, antwortete Manager Charly Fliegauf auf meine Frage, wie die Mannschaft das Fehlen von Papineau kompensierte. Die gestandenen Verteidiger Paul Traynor und Blake Sloan streiften vor der Saison das Grizzlyfell über. Ansonsten hielten sich die Wechsel in Grenzen. „Bis dahin hat es gut geklappt. Gut, dass wir jetzt auch knappe Spiele gewinnen“, so noch einmal Fliegauf.

Fehlt nur noch Iserlohn. Auch hier haben mit Manager Karsten Mende und Chefcoach Uli Liebsch Leute das Sagen, die die Szene in Deutschland bestens kennen. Der gebürtige Ostwestfale Mende trug zu seiner aktiven Zeit das Trikot mit dem Adler und gilt zuweilen als dünnhäutig. Eingedenk der letzten Saison winkt Mende ab, wenn er auf den derzeitigen Tabellenstand angesprochen wird. „Die Saison ist noch lange. Da kann noch soviel passieren.“ Glück und ein gutes Händchen hatte Mende mit der Verpflichtung von Stürmer Mads Christensen. Der 22-jährige Däne ist die Sensation schlechthin. Er ergänzt mit seinen Qualitäten fast perfekt das Erfolgsduo Robert Hock/Michael Wolf. Erstaunlich, dass auch die Sauerländer nur Deutsche zwischen den Pfosten haben. So richtig traut Mende dem Braten doch (noch) nicht. „Bei unserem kleinen Kader darf sich keiner verletzen. Da wiegen die Ausfälle doppelt so schwer.“

Zum Schluss: Mich beschleicht irgendwie ein mulmiges Gefühl, wenn ich an den diesjährigen Deutschland-Cup denke. In der Fachpresse las ich heute keine einzige Zeile über das Turnier, was ja bekanntermaßen als Generalprobe für die Olympischen Spiele und die Weltmeisterschaft herhalten soll. Wird es erneut einen Zuschauerflop wie vor zwölf Jahren geben? Da fällt mir ein alter Witz ein, der im Tennis immer noch kursiert und von der Zeit vor Boris Becker handelt. Fragt eine vornehme Dame am Telefon, wann denn der Davis-Cup beginne. „Wann immer Sie wollen, gnädige Frau“, wurde ihr beschieden.  


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