Wie ich es sehe.... Die Hockeyweb-Kolumne von Werner Nieleck

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Es steht nicht gut in dieser Zeit um unsere Sportart, und nicht nur, was die DEL betrifft. Duisburg gab auf, Nürnberg steht mehr als wackelig da, der Name Hannover ist auch nicht gerade ein Synonym für Planungssicherheit, usw. usf. Da kann einem schon Angst um die Existenz unserer höchsten Spielklasse befallen, von der jetzt wirklich nur noch Utopisten behaupten, dass sie hinter der NHL zu den besten zwei, drei Ligen gehört. 16 Teams, das hat die DEL-Geschichte schon mehrfach gezeigt, sind wohl doch nicht in Deutschlands Vorzeigeliga zusammenzufassen, obgleich die Zahl 16 eine magische Anziehungskraft auf die Gestalter jeder Spielpläne (und nicht nur im Eishockey) hat. Vor der laufenden Saison war es die Spielzeit 2001/02, die diese Idealzahl aufwies. Jetzt sieht es wieder so aus, als würde im Sommer irgendetwas neu gestrickt werden müssen. Und ob bei diesen trüben Aussichten diese Zahl überhaupt erreicht werden wird, wage ich zu bezweifeln. Dass damit das Gefüge mit diesem, ich sage mal, verbesserungswürdigen Spielplan gefährdet ist, dürfte trotz seiner Wichtigkeit nur eine Randerscheinung sein.
 
Als die DEL vor rund 15 Jahren gegründet wurde und damals gar 18 Mannschaften umfasste, hatte ich schon Bedenken wegen der Vielzahl der Teams. Kaum einer wollte einsehen, dass wir in Deutschland überhaupt nicht in der Lage sind, eine quantitativ so umfangreiche Klasse mit Blick auf eine einigermaßen akzeptable Ausländerregelung auf die Beine zu stellen. Zum wiederholten Male: Wir sind kein Eishockeyland und heben uns schon aus diesem Grunde mit unserer einmaligen Ausländerregelung von den anderen Top-Nationen in Europa ab.
 
Was so ein bisschen in all diesen Horrornachrichten unterging, war die Entscheidung von Pinguin-Chefcoach Igor Pawlow, den Verlockungen der KHL zu erliegen und einen Job in der von Russland dominierten europäischen Vorzeigeliga anzutreten. „Das ist eine andere Spielklasse und hat noch nicht einmal etwas mit dem finanziellen Status zu tun“, dozierte der Mann aus Lipetsk, der das lettische Nationaltrikot („damals war alles durcheinander“) trug und vor rund 13 Jahren maßgeblich am Aufstieg der Balten in die A-Gruppe beteiligt war.
 
Den Mann muss eine Aura umgeben, die sogar die steinreichen Russen auf den Plan ruft. Vordergründig ist dabei lediglich in Erscheinung getreten, dass Krefeld bereits im Viertelfinale aus dem Wettbewerb flog, wenngleich auch erst nach sieben Spielen. Doch dahinter steckte mehr: Einschließlich Ersatztorwart Danijel Kovacic bekamen neun(!) Cracks, die noch nicht oder gerade mal das 23. Lebensjahr vollendet hatte, regelmäßig Eiszeit. Das hatte bisher kein einziges Team in der DEL aufzuweisen. Wie der smarte, redegewandte und in vielfacher Hinsicht sture Bursche mit der neuen Umgebung klarkommt, wird sich allerdings noch herausstellen.


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