Wie ich es sehe... Die Hockeyweb-Kolumne von Werner Nieleck

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Mein lieber Scholli, war das ein Finale in der Punktrunde! Erst beim

Ertönen diverser Schlusssirenen stand fest, wer gegen wen (und vor allen

Dingen, wo) in der nächsten Runde antritt, bzw. die Qualifikation vermieden

hatte.

Leid tun können einem dabei die Frankfurt Lions. Der Verlierer des

letzten Spieltags ist in den ominösen 60 Minuten von Rang fünf und der Aussicht

auf lukrative Duelle gegen den Erzfeind Mannheim auf den neunten Platz

abgestürzt und muss jetzt in die „Quali“, wo die Mainstädter in den

beiden ersten Spielen nicht einmal Heimvorteil genießen und die qualierprobten

(wenn es ein solches Wort überhaupt gibt) Hamburg Freezers auf die Schützlinge

von Rich Chernomaz warten. Die Hansestädter sind übrigens der einzige Verein,

der alle drei Qualifikationen mitmacht(e).

Als Gewinner dürfen sich zuvörderst die Nürnberger sowie die Krefelder

fühlen. Nürnberg, krisengeschüttelt seit Wochen, ließ die Probleme in der

Kabine und gewann ausgerechnet gegen die Lions. Damit sind die fränkischen

Fabeltiere zum neunten(!) Male in Folge im Viertelfinale dabei. Glückwunsch an

Andy Brockmann, dem Senkrechtstarter unter den Trainern und ehemaligen

Sturmpartner des schon legendären DEG-Duos Peter John Lee und Chris Valentine!

Krefeld entkam um ein Haar dem totalen Absturz (falls man überhaupt von Absturz

beim Überraschungsteam der Liga sprechen kann) und rettete sich um Brustbreite

mit dem zweiten Sieg überhaupt nach der Länderspielpause ins Ziel.

Saisongewinner sind auch die Grizzly Adams Wolfsburg, die zum ersten

Mal in ihrer Vereinsgeschichte beim „positiven Nachschlag“ (der

negative wäre die Teilnahme an den Play-downs, aber sie sind ja abgeschafft

worden) dabei sind. Gratulation dieserhalb an Charly Fliegauf, den ich schon

als Spieler gut kannte, sowie Chefcoach Toni Krinner aus der deutschen

Trainerhochburg Bad Tölz. Und keinesfalls vergessen sollte man die Augsburger

Panther. Auch sie wurden vor der Saison nicht hoch gehandelt und hätten unter

„ferner liefen“ die Spielzeit beenden müssen, wäre es nach Wunsch

und Wille der Mehrzahl der Experten gegangen. Daher ebenso Glückwunsch an den

eigenbrötlerisch wirkenden, aber im privaten Bereich lustigen Manager Max

Fedra, Larry Mitchell als „Trainer des Jahres“ & Co.

Dabei überstand bisher nur ein einziges Mal ein

Qualifikationsteilnehmer die Runde der letzten Acht, das jedoch spektakulär.

Vor einem Jahr schaffte das Kunststück die Düsseldorfer EG. Als Nummer neun der

Punktrunde schlugen die Rheinländer Hannover als Achten und warfen anschließend

Nürnberg als Punktbesten(!) aus dem Rennen. Im Halbfinale scheiterten die

Schützlinge von Lance Nethery, der als Manager den Job des geschassten Slavomir

Lener in der Saison zusätzlich übernahm, am späteren Deutschen Meister Eisbären

Berlin mit dem ehemaligen DEG-Chefcoach Don Jackson an der Bande.

In den nächsten Tagen wird sich wieder eine Gretchenfrage stellen. Was

ist besser?  Spielt man durch und bleibt

im Rhythmus oder macht man eine Pause, um die Kräfte neu zu bündeln? Ich wette

schon jetzt mit Ihnen, lieber Fan, was die Trainer sagen. Gewinnen die

Qualifikanten in den Viertelfinals, blieben sie im Rhythmus, verlieren sie, war

der Kräfteverlust zumindest teilweise schuld am Abflug.

Apropos Traineraussagen… Bernd Haake, Co-Trainer der Iserlohn

Roosters und  Weltenbummler par

excellence, bekam geregelte Probleme im Verein, als er Torwart Norm Maracle

derbe in die Pfanne haute bzw. negativ kritisierte. Unter anderem war vom

„am schlechtesten trainierten Akteur, den man nicht hätte verpflichten

dürfen“ die Rede. Dabei hatte jeder Fan gesehen, wie es um den

„Dicken“, wie er zunächst im Sauerland liebevoll genannt wurde,

bestellt war. Haake heute am Telefon: „Es gibt wohl einen Ehrenkodex

unter den Trainern, dass höchstens zwischen den Zeilen etwas gesagt werden

darf.“ Ich frage mich, was denn besser ist, den Leuten zu sagen, was los

ist, oder so drumherum zu reden, dass sich der Zuschauer oder –hörer

veralbert vorkommt.

Wie gesagt: Man darf abwarten, wie sich die Trainer nach den

Viertelfinals äußern. Jedenfalls wünsche ich Ihnen spannende und vor allen

Dingen faire Spiele.


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