Wie ich es sehe .... Die Hockeyweb-Kolumne von Werner Nieleck

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die DEL atmet durch, bevor es in

die alles entscheidende Phase geht. Verletzungen und kleinere Wehwehchen werden

behandelt, einige „Unentwegte“ befinden sich im Lande der Eidgenossen, wo die

deutsche Mannschaft sich mit den Vertretern Frankreichs, der Slowakei und jenen

der Gastgeber beim Skoda-Cup misst, andere sind nach Hause gefahren und bereiten

sich dort auf den Rest der Saison vor. Am letzten Wochenende gab es darüber

hinaus noch das sogenannte All-Star-Game (weiß der Teufel, warum es „Game“ und

nicht „Spiel“ heißt) in Dresden, das zu DDR-Zeiten in der alten Oberliga vor

1970 unter dem Vereinsnamen „SC Einheit“ vertreten war.

 

Ich frage mich jedesmal, ob der

Zeitpunkt für Länderspiele vom Weltverband IIHF wirklich gut gewählt ist. Gerade

jetzt sehen die Vereinsvertreter doch zu, dass ihren Schäfchen nichts mehr

passiert. Gerade jetzt werden letzte Anstrengungen unternommen, um doch noch

dabei zu sein, wenn es um vollbesetzte Ränge in den Play-offs oder zumindest in

deren Qualifikation geht. Wäre es nicht besser, die ganze Chose in die Zeit

zwischen Weihnachten und Neujahr zu verlegen? All-Star-Spiel, o.k., da kann sich

schließlich kaum einer verletzen, aber „richtige“ Länderspiele? Sind die Jungens

wirklich mit der letzten Faser dabei? Sie werden diese Frage natürlich allemal

bejahen, weil sie schließlich auch dabei sein wollen, wenn es nach Kanada geht,

wo zum erstenmal in der Geschichte eine Weltmeisterschaft ausgetragen wird.

 

Während Nürnberg, Berlin und Köln

die Play-off-Teilnahme bereits in den Taschen haben, geht es genau heute in

einer Woche vor allen Dingen für Krefeld, Ingolstadt, Augsburg, Düsseldorf und,

man lese und staune, Hamburg an das Eingemachte. Diese fünf Teams sind in der

vorgenannten Reihenfolge sechs Zähler voneinander entfernt und kämpfen um drei

Plätze, die zur Qualifikation an den eigentlichen Play-offs berechtigen.

Folgende Aufgaben liegen vor den Klubs:

 

Krefeld Pinguine (48 Spiele, 69

Punkte): A Düsseldorf, H Hannover, H Hamburg, A Wolfsburg, H Straubing, H

Augsburg, A Iserlohn, A Mannheim.

ERC Ingolstadt (47, 66): H

Hamburg, A Augsburg, H Duisburg, A Köln, H Straubing, A Iserlohn, A Berlin, A

Düsseldorf, H Frankfurt

Augsburger Panther (48, 65): H

Ingolstadt, A Straubing, H Wolfsburg, A Krefeld, H Nürnberg, A Iserlohn, H

Düsseldorf, A Hamburg

DEG Metro Stars (48, 64): H

Krefeld, A Wolfsburg, H Frankfurt, H Hannover, A Straubing, H Ingolstadt, A

Augsburg, H Köln

Hamburg Freezers (46, 63); A

Ingolstadt, A Frankfurt, H Berlin, A Krefeld, A Nürnberg, H Köln, H Wolfsburg, A

Hannover, A Straubing, H Augsburg.

 

Trotz des vielgescholtenen

Spielplans sind die ausstehenden Aufgaben für diese Vereine Gott sei Dank

einigermaßen verteilt. Das gilt auch für die Partien gegen die direkten

Konkurrenten. Hier hat es Augsburg jedoch am ehesten in der Hand, für klare

Verhältnisse zu sorgen. Die Fuggerstädter treten als einzige viermal gegen

Vertreter des unmittelbaren Wettbewerbs an. Gut getroffen hat es auch Hamburg.

Denn die als heimschwach bekannten Hanseaten brauchen nur noch viermal in der

eigenen Color Line Arena aufzulaufen, während sie ihre Visitenkarten sechsmal

auf fremden Eis abgeben dürfen. Wird es tatsächlich für Düsseldorf ein Vorteil

sein, weil Daniel Kreutzer & Co. nur noch dreimal reisen müssen, aber

fünfmal daheim antreten? Und last but not least sind die Krefelder am letzten

Wochenende zweimal auf fremdem Eis zu finden, welch ein Unding!

 

Was lehrt uns das? Zumindest,

dass gerade in dieser Saison wenig prophezeit werden kann, aus welchen Gründen

auch immer. Einer der Gründe ist der seltsame Spielplan. Irgendwie passt in

puncto Unvorhersehbares alles zusammen. In dieser Spielzeit schlugen die

Ergebnisse mitunter Kapriolen, und nicht umsonst wurden in sechs Vereinen sieben

Trainer entlassen. Die Narren haben das Sagen gehabt. Hoffentlich nur in den

vergangenen Tagen. 

Werner Nieleck

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