Wie ich es sehe - Die Hockeyweb Kolumne von Werner Nieleck

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Wenn in gut sechs Wochen die

Punktrunde in Deutschlands höchster Liga beginnt, wird es wieder lediglich zwei

neue Gesichter als Hauptverantwortliche an den Banden der 15 beteiligten Klubs

geben. Gaben im Vorjahr der gebürtige Tscheche Jiri Ehrenberger, der es immerhin

schaffte, von einer Fachzeitschrift zum Trainer des Jahres gewählt zu werden,

als Pinguin-Coach und Geoff Ward als Bandenchef der Iserlohn Roosters ihr Debüt,

so sind es heuer Slavomir Lener in Düsseldorf und Rick Adduono (wiederum in

Iserlohn), die neu im DEL-Geschäft sind. Das Thema „Toni Krinner“ ist ein

anderes, denn Wolfsburg als Wiederaufsteiger ersetzt keinen anderen Verein,

sondern ist zusätzlich dabei.

 

Dabei sind gerade die beiden

neuen Gesichter so gegensätzlich, wie es nur sein kann. Denn während Adduono

(Onkel von Ex-DEL-Stürmer Jeremy Adduono) in der Eishockey-Szene ausschließlich

den absoluten Kennern bekannt ist, weil er bisher nur für drittklassige

nordamerikanische Klubs verantwortlich war, hat sich der Kosmopolit Lener einen

weltweit bekannten Ruf erworben. Schon allein die Tatsache, dass er vor allen

Dingen im Dunstkreis des unvergessenen Ivan Hlinka bei Gewinnen von

Weltmeistertiteln der Tschechen ganz nahe am Geschehen war, trug viel zu seinem

Nimbus bei.

 

Das vorgenannte Duo wird

angesichts der Tatsache, dass es sich bei den anderen Trainern um DEL-bekannte

Gesichter handelt, wohl kaum vor Staunen runde Augen bekommen haben wie weiland

der stämmige Mario Simioni, der bereits nach wenigen Partien der Saison

2004/2005 in Krefeld gefeuert wurde. Als dem Italo-Kanadier als dem damals

einzig „Neuen“, die Liste der DEL-Trainer vorgelegt wurde, entfuhr es ihm nur:

„Mensch, die waren ja alle schon in der Vorsaison dabei!“

 

Wir konstatieren, dass Hektik in

unserer Vorzeigliga kaum noch vorhanden ist, zumindest, was das Trainergeschäft

anbelangt. „Man“ kennt sich, „man“ wechselt zuweilen von Verein zu Verein,

angeführt vom dienstältesten Duo Hans Zach/Doug Mason. Doch auch Rich Chernomaz,

Benoit Laporte oder Paulin Bordeleau haben bereits an mehr als einer DEL-Bande

verantwortlich gestanden. Aber feuern, wie es noch vor einigen Jahren fast gang

und gäbe war? Das gibt es höchst selten. Nur ein einziges Mal griffen die

Verantwortlichen in der vergangenen Spielzeit zur Notbremse, als Mike Schmidt

bei den Hamburg Freezers seinen Stuhl räumen musste. Ansonsten … Fehlanzeige.

Richtige Missgriffe wie damals bei den Revier Löwen mit Robert Barnes (hatte

sich wohl nur als Sportartikelverkäufer einen Namen gemacht), in Iserlohn mit

Dave Whistle (ein Funktionär im nachhinein: „Der hat uns regelrecht verar…“)

oder Krefeld mit dem besagten Mario Simioni (die DEL war einfach eine Nummer zu

groß für ihn) scheint es nicht mehr zu geben. Die Manager, und das sollten wir

durchaus anerkennen, arbeiten offensichtlich mit mehr Akribie als noch vor

einigen Jahren.

 

Sieben Kanadier, zwei Tschechen

(von denen einer mittlerweile die deutsche Staatsangehörigkeit erworben hat),

ein US-Amerikaner sowie ein Holland-Kanadier und nicht zuletzt vier Deutsche,

das sind jene Männer, die unsere 15 Eliteteams durch die immer noch ewig lange

Punktrunde und die anschließenden Play-offs führen sollen. Und ich möchte

wetten, dass sich erneut die Wechsel an der vielzitierten Bande in durchaus

überschaubarem Rahmen halten.

 

Die Liga hat sich vor allen

Dingen nach innen gefestigt, was sich nicht nur an der mehr als  überschaubaren Zahl von

Trainerentlassungen und –wechseln dokumentiert. Die Sitzmöbel der Bandenchefs

bestehen durchaus nicht mehr aus wackligen Campingstühlchen, sondern aus derbem

Material, was auch schon ´mal eine Bö verträgt. Und gerade deswegen ist es

schade, dass sich die Liga vordringlich in bezug auf Spielplan, Nachwuchsarbeit

und zögerlicher Reduzierung von Ausländerstellen.weiterhin

blamiert.

Werner Nieleck 


Du willst die wichtigsten DEL-News, Spielpläne und Live-Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die Hockeyweb-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple​  und Android​.
"Zwei sehr große Talente"
Eisbären Berlin verpflichten Nikita Quapp und Marcel Barinka

Die Eisbären Berlin können die Verpflichtung von zwei weiteren Neuzugängen bestätigen. Torhüter Nikita Quapp wechselt von den Krefeld Pinguinen nach Berlin. Darüber ...

Kanadier spielte zuletzt in der SHL
Verteidiger Nolan Zajac schließt sich den Grizzlys Wolfsburg an

Die Grizzlys Wolfsburg sind auf der Suche nach einem neuen Verteidiger fündig geworden. Der 29-jährige Kanadier Nolan Zajac, zuletzt in der SHL bei Timra IK unter Ve...

Angreifer kommt von den Grizzlys Wolfsburg
EHC Red Bull München holt Chris DeSousa

Der dreimalige deutsche Meister Red Bull München hat Chris DeSousa unter Vertrag genommen. Der 31 Jahre alte Stürmer wechselt vom Liga-Konkurrenten Grizzlys Wolfsbur...

„Spieler mit unglaublich vielen Facetten und Qualitäten“
Sena Acolatse verlängert bei den Iserlohn Roosters

​Die Iserlohn Roosters haben den Vertrag mit ihrem Verteidiger Sena Acolatse um ein Jahr verlängert. Der 31-Jährige war vor der vergangenen Spielzeit aus Straubing a...

Meister holt Duo aus Wolfsburg
Eisbären Berlin verpflichten Julian Melchiori und Jan Nijenhuis

Die Eisbären Berlin haben Verteidiger Julian Melchiori und Stürmer Jan Nijenhuis verpflichtet. Beide Spieler standen in der abgelaufenen Saison bei den Grizzlys Wolf...

Angreifer kommt von den Eisbären Berlin
Mark Zengerle wechselt zu den Straubing Tigers

Die Straubing Tigers können heute die Verpflichtung eines Neuzugangs für die kommende Spielzeit bekanntgeben: Der gebürtige US-Amerikaner mit deutschem Pass wechselt...

Deutsch-Kanadier kam vor der letzten Saison aus der Oberliga
Guillaume Naud bleibt bei den Bietigheim Steelers

Die Bietigheim Steelers haben den Vertrag mit Guillaume Naud verlängert. Der Deutsch-Kanadier agierte als Allrounder und war ein wertvoller Bestandteil der Vorjahres...

Flügelstürmer wechselt von den Växjö Lakers an den Neckar
Andrew Calof schließt sich den Schwenninger Wild Wings an

Mit dem Kanadier Andrew Calof bringen die Wild Wings viel Charakter und offensive Abschlussqualitäten in ihr Team für die Saison 22|23. Nach sechs Spielzeiten in der...