Wer wird der neue Tigers-Dompteur?Nach der Trennung von Larry Mitchell

U20-Bundestrainer Tobias Abstreiter (Foto: dpa/picture alliance)U20-Bundestrainer Tobias Abstreiter (Foto: dpa/picture alliance)
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Larry Mitchell und die Straubing Tigers gehen getrennte Wege – obwohl beide das nicht unbedingt wollten. So zumindest kann man die Presserklärung der Tigers verstehen. Dort sagt Jason Dunham: „Dass wir nun getrennte Wege gehen, hat weder sportliche, noch persönliche Gründe. Die Sachlage ist ähnlich wie bei einem Spieler, der sich bei uns überdurchschnittlich entwickelt hat und irgendwann einfach nicht mehr zu halten ist.“ Das nährt natürlich die Spekulationen um einen zukünftigen Posten als Sportdirektor beim ERC Ingolstadt. Dass Mitchell nach Düsseldorf geht, ist trotz entsprechender Gerüchte eher unwahrscheinlich. Denn Tatsache ist auch, dass Larry Mitchell lieber wieder näher bei seiner Familie arbeiten würde und das spricht eindeutig für Ingolstadt.

Mike Stewart

Doch egal wo Larry Mitchell demnächst unterschreiben wird, Straubing braucht einen neuen Trainer. Die Westdeutsche Zeitung spekuliert gar mit einer Rochade Mike Stewart und Larry Mitchell. Damit wäre Mitchell natürlich seine Familie am Nächsten, doch warum sollte Augsburg mit Mike Stewart nicht verlängern? Auch wenn das noch nicht passiert ist, so ist es eher gut sich jetzt nicht in Vertragsverhandlungen zu verlieren und sich stattdessen lieber auf die laufenden Play-offs zu konzentrieren.

Christof Kreuzer

Kreuzer Trainer in Straubing? Das ist ebenfalls eher unwahrscheinlich. Familie Kreuzer ist beim Straubinger Anhang nicht sonderlich beliebt. Selbst wenn sich beide Seiten für eine Zusammenarbeit erwärmen könnten, dass den Fans zu verkaufen, bedürfte wohl eines Zaubertricks. Zudem verdichten sich die Anzeichen, dass Christof Kreuzer bei der DEG ins Amt des sportlichen Leiters wechselt.

Tobias Abstreiter

Er war die letzten drei Jahre Co-Trainer bei der DEG und Gerüchte über einen Wechsel zu den Tigers machten bereits während der ersten Krise der Tigers die Runde. Abstreiter ist in Straubing auch kein Unbekannter, hat der doch seine letzten beiden Jahre als DEL-Spieler bei den Niederbayern verbracht. Somit kennt er das Umfeld bestens. Als gebürtiger Landshuter wäre die Heimatnähe sicher auch nicht zu verachten. Bei den Tigers wäre das jedoch sein erster Cheftrainerposten in der DEL. Die Frage ist also, ob die Straubinger dieses Risiko eingehen würden.

Rob Leask

Gleiches gilt für den aktuellen Co-Trainer der Tigers. Auch Leask war die letzten Jahre als Co-Trainer tätig, die letzten beiden in Straubing. Der langjährige DEL-Spieler und zweifache DEL-Champion war vornehmlich für das Verteidiger-Training zuständig. Er kennt das Umfeld also sehr gut und hat zu den Spieler einen guten Draht, wie diese immer wieder betonen. Doch auch hier wäre es die erste DEL-Cheftrainerstelle.

Rob Daum

Der Kanadier war die letzten sechs Jahre Headchoach bei den Black Wings Linz in der EBEL und war mit den Stahlstädter 2011/12 Meister der international aufgestellten Liga. Ansonsten führte er das Team vier Mal ist Halbfinale und nachdem man diese Saison im Viertelfinale ausschied, trennten sich die Wege des äußerst beliebten 59-jährigen. Allerdings dürfte Daum mehr als ein Angebot erhalten und letztendlich vor der Qual der Wahl stehen. Das Straubing in Sachen Geld sicher nicht den längsten Atem hat, liegt in der Natur der Sache.

Mike Pellegrims

Der Deutsch-Belgier steht aktuell mit dem Klagenfurter AC im Halbfinale der EBEL. Er hat die Rotjacken erfolgreich umgebaut und wieder zu lange ersehnter Stärke geführt. Trotzdem kommen aus Österreich Gerüchte, dass sein Vertrag nicht verlängert werden soll. Seltsame Meldungen kreisen über das „eiserne Regime“, das fast etwas Diktatorisches haben soll. Auch wenn das alles stimmen sollte und Mike Pellegrims als Cheftrainer ein „harter Hund“ zu sein scheint, gibt ihm der Erfolg dabei recht. Pellegrims war sechs Jahre Co-Trainer in Wolfsburg und kennt die Liga daher bestens. Sollte er in Klagenfurt nicht verlängert werden, wäre er sicher eine Überlegung wert.

Kevin Gaudet

Vermutlich dürften alle Trainer der DEL2 eine Ausstiegsklausel in Richtung DEL haben. Daher lohnt sich auch hier ein Blick. Dabei hört man in Fankreisen immer wieder den Wunsch nach Kevin Gaudet. Er war zu Zweitligazeiten bereits dreieinhalb Jahre Trainer der Niederbayern, verließ diese dann aber Aufgrund eines hoch dotierten Angebotes aus Hannover in Richtung DEL. Straubing konnte seine Forderungen nicht mehr erfüllen und das nimmt ihm der andere Teil der Fans noch heute übel.

Bill Stewart

Sucht man einen „harten Hund“, kommt man an Dresdens Bill Stewart nicht vorbei. Er war bereits Cheftrainer in Mannheim, Krefeld, Hamburg und Köln. Allerdings wurde er außer in Krefeld auch überall entlassen. In seiner Vita findet man aber auch Jahr als Headcoach bei den New York Islanders in der NHL. Mit den Saint John Flames wurde er in der AHL zum 97/98 zum Trainer des Jahres gewählt. Stewart hat einiges und einige Ligen hinter sich. Letztendlich bedeutet das aber auch jede Menge Erfahrung.

Andreas Brockmann

Der gebürtige Bad Tözler hat den ESV Kaufbeuren diese Saison wieder in besseres Fahrwasser gebracht und spielt mit dem Traditionsclub endlich wieder Play-offs anstelle von Play-downs. Brockmann hat aus Nürnberg auch mehr als drei Jahre DEL-Erfahrung, ehe er dort durch Peter Draisaitl ersetzt wurde. Nachdem er nun drei Jahre als Headcoach in der DEL2 unterwegs war, kann man sich einen neuerlichen Schritt in die DEL durchaus vorstellen.

Franz Steer

Dieser Name war auf der Fanliste weit oben, bevor man Larry Mitchell ins Boot holte. Steer ist bereits das zehnte Jahr in Rosenheim, führte die Oberbayern aus der dritten in die zweite Liga und hat das Team dort etabliert. Doch dieses Jahr verpasste man erstmals, dafür krachend die Play-offs. Doch ob man nach einem Seuchenjahr in eine höhere Liga Wechsel sollte, wäre sicher ein diskutabler Schritt.

Interessante Namen mit spannenden Lebensläufen, auch zum Beispiel aus der dänischen Liga (Mario Simioni, Mark Pederson, Dan Ceman, Todd Bjorkstrand) oder zweiten Schweizer Liga (Jason O´Leary, Stefan Mair), in der man einst Erfolgscoach Dan Ratushny fand, gibt es genug. Vielleicht findet Jason Dunham seinen neuen Cheftrainer aber auch in einer der nordamerikanischen Ligen. Solange bis jemand bei den Straubing Tigers einen Vertrag unterschrieben hat, wird also sicher weiter spekuliert und diskutiert.