"Wenn es Dynamo schallt..."Eisbären Berlin ehren Meistermannschaft von 1966

"Papa-Eisbär" Hartmut Nickel, seit 53 Jahren Jahren Mitglied der Eisbären-Familie. (Foto: Imago)"Papa-Eisbär" Hartmut Nickel, seit 53 Jahren Jahren Mitglied der Eisbären-Familie. (Foto: Imago)
Lesedauer: ca. 1 Minute

Bevor es am Freitag Abend zum Spitzenspiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zwischen Berlin (1.) und Düsseldorf (3.) kommt, werden die Spieler der ersten Meistermannschaft des Eisbären Vorgängerklubs SC Dynamo Berlin geehrt. Am 23. Januar 1966 gewann Dynamo mit einem 2:1 Sieg gegen Weißwasser die erste von insgesamt 15 DDR-Meisterschaften.

Zwei Spieler der damaligen Mannschaft sind noch heute bei den Eisbären angestellt. Zum einen ist Bernd Karrenbauer (71) aktueller Materialwart der Eisbären Berlin und pflegt ein sehr enges Verhältnis zu den Spielern. Noch enger ist nur einer dran, „Papa-Eisbär“- Hartmut Nickel (71). Mit jungen 19 Jahren schloss sich Nickel den Berlinern an und blieb ihnen mit einer kurzen Ausnahme bis heute treu, mittlerweile in beratener Tätigkeit.

Als Jungspund schoss er '66 das wichtige 1:0 gegen seinen Heimatklub. Weißwasser hätte am 23.01.1966 ein Punkt gereicht, doch die Berliner kämpften vor den 10.000 Zuschauern im Wilhelm-Pieck-Eistadion von Weißwasser. Laut Nickel sind fast 2.500 Berliner mitgereist - „Es war ein Hexenkessel“. Der Titel wurde im benachbarten Örtchen Bad Nuskau gefeiert, ohne Vorbereitung, keiner hatte damit gerechnet, dass die Berliner gewinnen. „Wir waren ja nur eine Rumpftruppe, bei Weißwasser spielten die ganzen Stars“, so Nickel.

Die Ehrung der Meistermannschaft von '66 zeigt auch, dass die Eisbären Berlin zu ihrer Dynamo Vergangenheit stehen. Nach der Wende wurde nur allzu gern der Mantel des Schweigens über den Eisbären Vorgänger gelegt. Doch Traditionen sind im modernen Sport wichtiger denn je geworden. Das wusste auch Ex-Eisbären Trainer Pierre Pagé, er ließ alte Dynamo-Utensilien im Wellblechpalast verteilen und erinnerte die Spieler somit ständig an die großen Zeiten des DDR Klubs.

Der Schlachtruf „Dynamo“ schallt durch alle DEL-Stadien, in denen die Berliner auflaufen. Der Klub aus dem Ost-Berliner Stadtteil Hohenschönhausen hat sich zu einer Gesamtberliner Mannschaft entwickelt. Das Bekennen zu Dynamo spielt bei der Fan-Identifikation mit dem Verein und seiner Geschichte eine wichtige Rolle. Oder wie Hartmut Nickel sagt: „Die die jetzt Dynamo rufen, dass sind die Enkel von denen, die damals mit uns in Weißwasser die erste Meisterschaft gefeiert haben“.