„Weihnachtsschreck“ München schlägt zuAugsburg – München 2:6

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Was für eine Klatsche! Beim Betrachten des Spielstands entsteht schnell der Eindruck eines Augsburger Debakels. Doch „jeder, der das Spiel gesehen hat, weiß, dass es kein 6:2-Spiel war“, wusste Münchens Manager Christian Winkler. Auch AEV-Verteidiger Patrick Seifert war der Meinung: „Das Ergebnis entspricht nicht dem Spielverlauf und fiel endeutig viel zu hoch aus.“ Zwei Vereine, eine Meinung. Aber was am Ende zählt, sind nun mal drei Punkte. Und diese nahm der EHC am zweiten Weihnachtstag mit in die bayerische Landeshauptstadt. Der perfekte Feiertags-Ausklang – jedenfalls für München.

Panther führen, „Bullen“ gleichen aus

Dabei sah es zunächst gar nicht so gut für die Oberbayern aus. Nachdem beide Teams mit Kampfgeist in das Derby gestartet waren, gingen nämlich die Panther in Führung. Peter Flache bediente John Zeiler, der frei vor dem Gästetorstand und abzog (4.). Nur kurze Zeit später hätte es bereits fast erneut im Münchner Kasten geklingelt, doch Chad Bassen knallte die Hartgummischeibe nur gegen die Latte. Als dann aber Felix Petermann wegen Beinstellens in die Kühlbox musste, nutzten die Fuggerstädter ihr Überzahlspiel und Sergio Somma – umringt von „Bullen“ – netzte zum 2:0 ein (13.). Es lief bestens für den AEV. „Augsburg kam wie die Feuerwehr“, so Christian Winkler, „doch dann haben wir nachgelegt“. Lubor Dibelka fälschte einen Schuss von Petermann ab und erzielte damit den Anschlusstreffer im Powerplay (17.). Und als die Münchner erneut in Überzahl gerieten, forderten ihre Fans den „Ausgleich“. Gesagt, getan. Kaum waren die Panther komplett, musste AEV-Torhüter Leo Conti – Patrick Ehelechner fällt aufgrund einer Muskelverletzung am Oberschenkel rund drei Wochen aus – wiederholt hinter sich greifen. Torschütze diesmal: Uli Maurer (20.).

München dreht Partie nach „Strafenflut“

Die bisherigen Strafen deuteten bereits an, was die Jungs auf dem Eis und die Fans auf den Rängen im Mittelabschnitt erwarten sollte. Christian Winkler brachte es auf den Punkt: „Das zweite Drittel wurde auf beiden Seiten völlig verpfiffen.“ Vor allem die Augsburger kamen aus ihrer Unterzahl kaum heraus. „Es war die reinste Strafenflut“, erkannte Augsburgs Cheftrainer Larry Mitchell und bedauerte, dass „sehr gute Spieler“ wie Werner, Flache oder Whitmore pausieren mussten. Aber dann die Chance für den AEV in doppelter Überzahl, als es Münchens Lubor Dibelka und Johan Ejdepalm erwischte. Mitchell und seine Panther hatten nun auf das Momentum gehofft, „doch leider haben wir es versäumt, die Scheibe an Jochen Reimer vorbeizubringen.“ Der „Bullen“-Keeper zeigte eine hervorragende Leistung, was die Fuggerstädter, die im letzten Drittel noch einmal Gas gaben, regelrecht verzweifeln ließ. Leo Conti dagegen musste sich bereits kurz vor der zweiten Drittelpause zum dritten Mal geschlagen geben. Mike Kompon schoss die Gäste in Führung (38.).

In den letzten 20 Minuten setzten die Panther zwar noch alles daran, den Ausgleich zu erzielen, allerdings dachte der EHC gar nicht daran, seine knappe 3:2-Führung nur zu verwalten. Und so wartete auf die Schwaben ein Ende mit Schrecken. „Grinch“ München vermasselte den Fuggerstädtern endgültig den zweiten Weihnachtstag: Erst baute erneut Mike Kompon die Führung mit dem vierten „Bullen“-Treffer aus (59.), bevor Blake Wheeler das leere AEV-Tor traf (20.) und Ty Morris nur Sekunden später den Augsburger Goalie ein letztes Mal überwinden konnte (20.).

Nach dem Derby ist vor dem Derby

„Wir haben das Spiel, wie auch immer, aus der Hand gegeben“, zeigte sich Patrick Seifert ratlos, „doch schon am Sonntag wartet das nächste heiße Derby. Da wollen wir wieder punkten“, blickt der 22-Jährige auf das anstehende Duell mit Straubing, das erneut vor Heimpublikum stattfindet. Und der letzte Spieltag des Jahres lässt eine ebenfalls hitzige Partie erwarten. Denn Derbys im Curt-Frenzel-Stadion hätten schließlich ihren ganz besonderen Reiz, findet Christian Winkler: die Atmosphäre und Stimmung – „davon lebt Eishockey“, schwärmt der Manager aus München, dessen „Bullen“ schon am Freitag zu Hause die Hamburg Freezers empfangen. Die Panther haben am 28.12. spielfrei.

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