Weg vom Hurra-Hockey

Frank Mauer traf für Mannheim gegen Nürnberg. (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)Frank Mauer traf für Mannheim gegen Nürnberg. (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)
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„Back to the roots“ hieß gestern Abend die von Adler-Trainer Harold Kreis ausgegebene Parole: Weg vom Hurra-Hockey, hin zu diszipliniertem, geradlinigem Spiel. Vor allem in der Kategorie Tore verhindern, denn 13 Tore in zwei Spielen sind einfach zu viel, wenn sie im eigenen Tor landen.

Das sahen auch die Spieler der Adler so und versuchten das Credo ihres Trainers umzusetzen. Dabei hatten sie so ihre Schwierigkeiten, die Defensivarbeit funktionierte besser als in den letzten beiden Spielen gegen Düsseldorf und in Iserlohn, doch im Aufbau hakte es ab und an, mancher Spieler war dem gepassten Puck um einiges voraus, einige gut gedachte Vorlagen landeten in spielerlosen, sogenannten freien Räumen und mit den abgegebenen Schüssen hatte der Nürnberger Torhüter Andreas Jenike in seinem ersten DEL-Spiel erst mal keine Probleme. Die Adler brauchten ungefähr 15 Minuten, um ins Spiel zu finden, die Kombinationen liefen dann flüssiger, sie entwickelten Zug zum Tor und wurden prompt belohnt. Ken Magowan erzielte in der vorletzten Minute des ersten Drittels das erste Tor des Abends.

Zwei Tore fielen im zweiten Drittel, beide erzielt von den Adlern, gerecht verteilt, einen nahmen sie für sich selbst in Anspruch (Yanick Lehoux in Überzahl ), den anderen erzielten sie für die Nürnberger, Freddy Brathwaite und Dennis Reul bugsierten in Gemeinschaftsarbeit den Puck über die eigene Linie, kurios, aber so etwas passiert eben. Das Spiel selbst lief von Adlerseite aus flüssiger und solider als der erste Abschnitt, grobe Schnitzer mangels Konzentration gab es jedoch auch. Es wirkte manchmal, als ob die Rückkehr zu oben geschildertem Spiel die Protagonisten auf dem Eis etwas verkrampfen ließ.

Doch mit Bereitschaft zum Kampf, gegenseitiger Unterstützung und einem hervorragend haltenden Freddy Brathwaite hatten die Aussetzer keine weiteren Folgen im Mittelabschnitt.

Im Schlussabschnitt änderte nun der Schiedsrichter ohne Not seine bisher großzügige Linie in der Spielbewertung ins Kleinliche, was dem weiterhin etwas „rumpeligen“ Spiel im letzten Drittel durchaus spannende Momente und den Nürnbergern ihr erstes und einziges selbst erzielte Tor bescherte, ein Überzahltor durch Jan Benda. Das beantwortete Ken Magowan ebenfalls mit einem Überzahltor und da vorher Frank Mauer mit einem schönen Move Andreas Jenike austanzte und ein Tor erzielte, endete auch diese Drittel zugunsten der Hausherren.

Das Fazit, was das Spiel der Adler angeht: Auch ein Arbeitssieg bringt drei Punkte. Für das Spiel der Nürnberger sind hier ein paar Worte mehr angebracht. Die Ice Tigers traten gestern Abend teilweise nicht wie schmucklose Papiertiger und als Punktelieferant auf. Sie brachten die Adler einige Male in Bedrängnis, manchen ihrer zugegeben wenigen und nicht erfolgreichen Torschüssen (21) gingen gute Angriffe voraus, begleitet von Pech im Abschluss oder gestoppt von Freddy Brathwaite. 48 Schussversuche der Adler muss man auch erst mal abwehren. Peter Draisaitl, Nürnbergs neuer Trainer, meinte, der Unterschied heute wären die Special Teams gewesen. Bis auf eine doppelte Überzahl für Nürnberg aber hält sich das die Waage, statistisch gesehen je zwei Überzahltore (14 / 14). Der eigentliche Unterschied waren zwei Tore der Adler bei fünf gegen fünf, mannschaftliche Geschlossenheit, Teamgeist eben.

Die beiden letztgenannten Punkte sah man bei den Nürnbergern nur bei Teilen der Mannschaft, manche Spieler wirkten wie Fremdkörper. Ein Fan sagte: „Das Spiel der Ice Tigers erinnere ihn an die Adler letzte Saison, irgendwas harmoniert da nicht.“ Dazu passt vielleicht das Fehlen von Brad Leeb, der angeblich aus disziplinarischen Gründen gestern Abend nicht mitwirkte.


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