Vorschau auf die neue Saison

DEL: Eisbären bleiben spitze - Ingolstadt gewinnt in MannheimDEL: Eisbären bleiben spitze - Ingolstadt gewinnt in Mannheim
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Als am letzten Donnerstag pünktlich um 19.30 Uhr unser Vorzeigeschiedsrichter Willi Schimm

(bisherige Teilnahme an drei A-Weltmeisterschaften) aus dem oberbayerischen Waldkraiburg zum

ersten Mal die Scheibe auf den Anspielpunkt im Mittelkreis fallen ließ, hatte mit dem vorgezogenen

Auswärtsspiel des Deutschen Meisters Krefeld Pinguine bei den DEG Metro Stars die zehnte

DEL-Saison offiziell begonnen. Die Kinderkrankheiten der Liga, das kann man ohne Übertreibung

sagen, sind so gut wie ausgemerzt, lächerliche Bestimmungen (z. B. unbegrenzte Lizensierungen, die

zu Abschlüssen von “Sechs-Wochen-Verträgen” animierten, ein vom damaligen Multifunktionär

Bernd Schäfer ausgedacher und kaum nachzuvollziehender Modus oder das Feilschen um einen

eventuellen Abstieg) sind verschwunden. Und vielleicht kann die Liga im Nicht-Eishockeyland

Deutschland einmal mit den höchsten Spielklassen der klassischen Eishockeynationen gleichziehen;

die Voraussetzungen sind fast gegeben.

Ohne Zweifel ist trotz der mitunter gravierenden Unterschiede in den einzelnen Etats (“Spitzenreiter”

Mannheim gibt 7,2 Millionen Euro an, “Schlusslicht” und Neuling Freiburg lediglich 2,2) die DEL

zumindest in der Spitze in bezug auf Spielstärke noch enger aneinander gerückt. Ein schlagendes

Beispiel: Die beiden letzten Champions belegten nach der Punktrunde jeweils nur den sechsten Rang.

Eine Vorschau mit einer Klassifikation abzugeben, ist immer schwierig. Wer hatte heute vor einem

Jahr schon Krefeld auf der Rechnung? “Keen Aas”, würde der Berliner sagen. Wen wir auf der

Rechnung haben, verraten wir jetzt.

Durch einen internen Fehler erscheint erst jetzt unsere Vorschau, die eigentlich schon letzten

Donnerstag ins Netz hätte gehen müssen. Wir bitten um Entschuldigung!

Eisbären Berlin:

Zwar geriet der gesamte Klub wegen der Schweden-Affäre in die negativen Schlagzeilen, doch diese

unliebsame Geschichte dürfte kaum Einfluss auf die Saison haben. Mit John Gruden verließ nur ein

richtiger Star das Team. Daher erscheinen die Hauptstädter als kompakte Truppe, auch wenn man

ihr einen Fehlstart aufgrund der genannten Vorfälle sowie des Verletzungspechs prophezeit. Stark

das Goalie-Duo Parent/Jonas. Unser Tipp: Das Team von Pierre Pagé wird vielleicht sogar das letzte

Match gewinnen.

Adler Mannheim:

Alle Jahre wieder gehören die Kurpfälzer zu den Favoriten. Auch wenn das frühe Pokal-Aus beim

Zweitligisten Landshut nicht für Begeisterung sorgte, waren die anderen Ergebnisse der Testspiele in

Ordnung. “Nur” acht neue Leute musste der nicht mehr ganz unumstrittene Cheftrainer Bill Stewart

einbauen. Vielleicht gibt dies den Ausschlag gegen Ende der Saison; Krefeld machte es in der letzten

Spielzeit erfolgreich vor. Man darf gespannt sein, wie sich das neue Torhüterduo Shulmistra / Seliger

verkaufen wird. Eine Halbfinalteilnahme scheint sicher.

Kölner Haie:

Kölnarena und Hans Zach, das dürften schon allein Garanten für eine erfolgreiche Saison sein. Zwar

wurden die Domstädter schon zu Anfang der Spielzeit wegen zahlreicher unvorhergesehener

Zwischenfälle gebeutelt (Brandner in die NHL, diverse Verletzungen), wozu noch der Weggang von

Publikumsliebling Dwayne Norris kam, doch der “Rest der coolen Gang” dürfte immer noch stark

genug sein, um sich einen Platz unter den Halbfinalisten zu sichern. Gespannt sind die Fans, ob

Jean-Yves Roy Dwayne Norris wird ersetzen können.

Hamburg Freezers:

Von Anfang an standen die Zuschauer hinter ihrer Mannschaft, ein sensationeller Besucherschnitt

von 10.860 wurde in der ersten Saison erreicht. Neben dem “frischen” Star-Verteidiger Darren Van

Impe verpflichteten die Freezers mit Dan Lambert und Brad Purdie ein Top-Duo vom Deutschen

Meister Krefeld Pinguine. An der Bande steht mit Dave King ein bekannter Mann, doch einen

richtigen Erfolg hatte der Kanadier schon lange nicht mehr zu verzeichnen. Die Hamburger sind

daher als Geheimtip zu betrachten.



Krefeld Pinguine:

Der Champion hat den größten Aderlass zu verzeichnen. Deswegen sind die Schützlinge von Butch

Goring, die von vier Duellen gegen die Konkurrenz in der Vorbereitung drei verloren, am schwersten

auszurechnen. Etliche routinierte Spieler wie Luongo, Yake, Beaucage und Guillet haben den Weg in

die Rheinlandhalle gefunden, doch ob die Weggänge von beispielsweise Purdie, Brandner und

Lambert kompensiert werden können, ist die große Frage. Nichtsdestotrotz zeigt Goalie Robert

Müller schon jetzt ansprechende Form.

DEG Metro Stars:

“Der Star ist die Mannschaft”, erklärte Cheftrainer Michael Komma vor der Saison. Doch so ganz

“ohne” ist die “Multi-Kulti-Truppe” mit Vertretern aus acht Nationen nicht. Schließlich ging mit Jeff

Tory der erfolgreichste Verteidiger (46 Scorerpunkte) der Vorsaison ins Rheinland. Der eigenwillige

Komma, sicherlich nicht “everybody´s darling”, ist bereits seit Dezember 2000 in Lohn und Brot bei

den Rot-Gelben. Eine weitere Steigerung nach dem dezenten Ausscheiden im letzten Viertelfinale ist

der Truppe des gebürtigen Bad Tölzers durchaus zuzutrauen.

Frankfurt Lions:

Irgendwann muss es mit den Frankfurtern doch einmal klappen. In der Vorsaison entpuppten sich die

Mainstädter als “Frankfurter Würstchen” und wurden nur durch Schwenningens Ausscheiden vom

Abstieg bewahrt. Das “merkwürdige Duo” mit Manager Lance Nethery und Cheftrainer Rich

Chernomaz (Letzterer löste den Ersteren im vorigen Jahr in Köln ab und wurde Meister) hat sich mit

Prominenz im Sturm eingedeckt (Norris, Reichel, Belanger und Young) und wird sicherlich eine

bessere Rolle als in der Vorsaison spielen.

ERC Ingolstadt:

Die Oberbayern wurden bereits mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht. Auch wir glauben, dass die

Schützlinge von Ron Kennedy eine reelle Chance auf die Teilnahme an den Play-offs haben. Greg

Poss war “Scout” für die Donaustädter, die die Ex-Iserlohner Waite, Harney und Ast an sich banden.

Dazu kommt noch Verteidiger Jakub Ficenec von der DEG. Vor allen Dingen wird die neue

Umgebung für den berühmten sechsten Feldspieler sorgen. Mit 1,3 Mio Euro mehr als im

Vorjahresetat sind die Donaustädter bereits in dieser Hinsicht Spitzenreiter.

Nürnberg Ice Tigers:

Die Fachwelt ist vor allen Dingen auf den neuen Trainer Greg Poss gespannt, von dem auch Hans

Zach außerordentlich viel hält. Der US-Amerikaner hatte mit Underdog Iserlohn Roosters eine

andere Zielsetzung als in der Noris, wo man sicherlich nicht mit einem Achtungserfolg zufrieden ist.

Mit Lasse Kopitz und Petr Fical hatte der Mann aus New Orleans nicht gerade die Stars im

Umzugsgepäck. Auf dem Papier erscheint die junge Truppe schwächer als in der Vorsaison. Mit

“schwachen” Teams kann Poss jedoch gut umgehen.

Hannover Scorpions:

Immerhin haben die Niedersachsen schon vor der Saison für etwas (bisher) Einmaliges gesorgt: Die

Mannschaft um Chef Jochen Haselbacher verließ die Preussag Arena in Hannover und nistete sich

wieder im idyllischen Ice-House in Mellendorf ein. In dieser heimeligen Umgebung versuchen nun

die “alten Schweden” Olle Öst und Gunnar Leidborg, die Fahne bzw. den Stachel der Scorpions

einigermaßen hochzuhalten. Beide haben schon oft bewiesen (z. B. Revier Löwen, Ingolstadt), dass

auch mit krassen Außenseitern etwas laufen kann.

Kassel Huskies:

Axel Kammerer, der sympathische Bursche aus der Trainerhochburg Bad Tölz, komplettiert das Trio

der deutschen “DEL-Bandenchefs”. Er hat sicherlich keinen einfachen Job, denn die Zuschauer in

Nordhessen gehen stets von einer Play-off-Beteiligung der Schlittenhunde aus. Das scheint besonders

in dieser Saison trotz einer auf dem Papier soliden Verteidigung ein mehr als schwieriges

Unterfangen. Bleibt aus Kasseler Sicht zu hoffen, dass sich die vier Neuzugänge im Sturm als

Volltreffer erweisen, sonst sieht es mau aus.

Augsburger Panther:

“Aus einer vollen Hose kann man leichter fur...”, ist der deftige Wahlspruch von Manager Charly

Fliegauf. “Volltönend” dürfte auch diese Saison nicht für die Fuggerstädter werden. Der neue

Trainer Benoit Laporte steht vor keiner leichten Aufgabe. Immerhin weist er ein jeweils dreijähriges

Engagement bei seinen bisherigen drei Arbeitsplätzen (in Europa) auf. Man darf gespannt sein, wie

das DEL-Comeback des Ex-Hai John Miner (38) verlaufen wird. Über mangelnde Arbeit wird sich

Goalie Magnus Eriksson erneut nicht zu beklagen haben.



Iserlohn Roosters:

Auch die Sauerländer blieben, wie Mannheim und Freiburg, in den Startlöchern zum DEB-Pokal

hängen. Der neue Trainer Dave Whistle wird an den Meriten seines Vorgängers Greg Poss

gemessen. Nicht wenige prophezeien dem 37-jährigen Kanadier eine überaus schwierige Saison. Nur

gut, dass mit Jason Cipolla und Scott King zwei Aktivposten geblieben sind. Ein neunter Platz und

langes Hoffen auf einen Play-off-Platz wird den Iserlohnern mit ihrem sympathischen Anhang

diesmal wohl nicht beschieden sein.

Wölfe Freiburg:

Der Reiz des Neuen wird den Breisgauern, die in früheren Zeiten oft die Funktion einer Fahrstuhl -

Mannschaft ausübten, sicherlich über die ersten Monate helfen. Doch was kommt dann? Mit

Scerban, Korinek und Smith wurden in allerletzter Minute noch drei Cracks aus dem Kader entfernt.

Allrounder Sergej Stas vom Deutschen Meister Krefeld, Leo Stefan aus Düsseldorf und Wadim

Sliwtschenko aus dem nahen Schwenningen sind die spektakulärsten Neuzugänge. Bleibt das Team

im Fahrstuhl? Hat jemand auf den “Abwärts”-Knopf gedrückt?

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