Vor der Gesellschafterversammlung - Interview mit DEL-Chef Tripcke

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Herr Tripcke, eine wichtige Versammlung steht auf dem

Programm. Wie hoch sehen Sie die Brisanz?

Es wird sicher ein interessantes, aber kein brisantes Treffen. Es geht in

erster Linie um die Frage, ob Kassel oder Wolfsburg in der Liga bleibt, eine

Problematik die die verwischenden Grenzen zwischen Wirtschaft und Sport deutlich

macht. Ansonsten ist die Lizenzprüfung wie schon in den vergangenen Jahren

ordentlich gelaufen. Die Klubs arbeiten immer professioneller. Es gab keine Überraschungen

bei der Prüfung.

Beim Thema Wolfsburg gibt es unterschiedliche Meinungen?

Das ist richtig. Die Hallensituation ist natürlich sehr ärgerlich für

unsere Gesellschafter. Sie müssen nun entscheiden, ob sie den Grizzly Adams

eine weitere Saison die Ausnahmegenehmigung gewähren, in der alten Halle zu

spielen. Dafür braucht Wolfsburg elf von 14 Stimmen.

Die Ausnahmeregelung gilt bis zum Ende des Jahres. Jedoch ist noch nichts

beim Bauprojekt passiert. War die DEL zu blauäugig?

Die Liga und der Klub haben sich auf Zusagen von Investoren verlassen, die überraschenderweise

nicht eingehalten wurden. Aber der Klub baut nicht selber und hat immer mit

offenen Karten gespielt. Die Existenzängste sind deshalb riesengroß in

Wolfsburg. Aber aus Schaden wird man klug. Das passiert uns sicher nicht noch

einmal.

Besteht die Möglichkeit, dass die DEL mit 15 Teams spielen wird?

Die Kassel Huskies, die im Falle eines Lizenzentzuges von Wolfsburg in der

DEL bleiben, haben diesen Antrag gestellt. Aber um mit 15 Mannschaften zu

spielen, müssten wir den Kooperationsvertrag mit dem DEB brechen, unseren

eigenen Gesellschaftsvertrag ändern und einen neuen Spielplan mit 60 Spieltagen

in einem Olympiajahr erstellen. Ich kann mir das nicht vorstellen.

Ein weiteres heißes Thema in diesem Sommer ist die mögliche Abschaffung des

Auf- und Abstieges ab 2006/07. Die Fans gehen auf die Barrikaden. Können sie

die Kritik verstehen?

Die Anhänger der Aufstiegskandidaten aus der zweiten Bundesliga kann ich

verstehen. Die DEL-Klubs sind aber zu der Auffassung gekommen, etwas zu verändern,

weil in den letzten Jahren der sportliche Auf- und Abstieg nicht funktionierte.

Wir haben immer wieder Ausnahmegenehmigung erteilen müssen oder Nachrücker

zulassen müssen.

Also geht es nur um die Wirtschaft und nicht um den Sport?

Der sportliche Auf- und Abstieg klappt doch praktisch nur noch zwischen 1.

und 2.Fußballbundesliga, und das nur weil die Lizenzzierungskriterien anders

sind als bei uns. Aber Sportarten wie Handball und Basketball leiden wie wir

unter großen Problemen. Im Eishockey haben bzw. planen viele Klubs moderne

Hallen, die über Jahre die Termine buchen müssen. In Frankfurt und Berlin

entstehen Arenen, die komplett privat finanziert werden. Ohne Abstieg haben die

Klubs mehr Planungssicherheit.

Das bedeutet, dass kein Team mehr in die DEL aufgenommen wird?

Ganz und gar nicht. Wir hätten die Auflagen doch so hoch schrauben können,

dass sie kein Zweitligist hätte schaffen können. Aber das wäre eine

Mogelpackung und nicht ehrlich. Wir werden uns mit den Klubs aus der 2.Liga

zeitnah zusammensetzen, Lösungen finden und die Tür für die Vereine nicht

verschließen. Sollten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, eine gute

Halle vorhanden und ein interessanter Standort interessiert sein, werden wir in

Zukunft eine DEL-Aufnahme möglich machen. In Russland, und Finnland spielt man

bereits ohne Auf- und Abstieg. In zwei Jahren auch in der Schweiz. Es handelt

sich also keineswegs um ein rein „amerikanisches“ Phänomen.

Wie kann man den Modus in der DEL interessanter gestalten, damit es für die

unteren Klubs auch um etwas geht?

Möglich wäre, dass zehn Teams in die Play-Offs kommen, wie dies in Finnland

mit Erfolg praktiziert wird. Die Mannschaften zwischen sieben und zehn würden

eine Art „Wildcard-Runde“ im „Best of Three“-Modus spielen. Die Spannung

würde sicher nicht zu kurz kommen. Im diesem Zusammenhang muss man auch

beachten, dass das Medien- und Zuschauerinteresse an den Play-Downs in der

Vergangenheit eher mäßig war.

Zu allem Überfluss stieg die Nationalmannschaft noch in die B-Gruppe ab. Befürchten

sie einen hohen Imageschaden für die Liga?

Der Abstieg hilft natürlich nicht, aber es hat direkt nur wenig mit unserer

Liga zu tun. Ich hoffe aber, dass der direkte Wiederaufstieg klappt. Das wäre

wieder eine positive Nachricht. Auch bei Olympia hat das Team die Chance zur

Rehabilitation.

Befürworten Sie, dass Greg Poss weiter an der Bande steht und nicht Uwe

Krupp?

Es ist nicht meine Aufgabe das zu beurteilen. Allerdings gab es nach der WM

Absprachen des DEB-Präsidiums mit der DEL-Sportkommission, die sich in der

seinerzeitigen Pressemitteilung des DEB wieder finden, in der vom vergangenen

Mittwoch aber nicht.

(Das Interview führte Frank Neussser - Foto: City-Press)

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