Von Eigentoren und unerlaubten Weitschüssen - die neuen Regeln

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Na? Wenn Sie Schiedsrichter wären, wie würden Sie entscheiden? Gegen die eine Mannschaft wird eine Strafe angezeigt, das andere Team nimmt den Torhüter für einen weiteren Feldspieler vom Eis. Doch, oh Schreck. Ein Fehlpass. Der Puck schlittert ins eigene Tor. Und jetzt? Kein Tor! Eigentore – die es als solche ja ohnehin nicht gibt – sind nicht möglich bei angezeigter Strafe.

Hätten Sie’s gewusst? Nein? Macht nichts! Sie können es gleich wieder vergessen. Vor einigen Jahren als Regel eingeführt, gehört das Ganze nun wieder der Geschichte an. Hätte der Torwart seinen Kasten beim Verlassen des Eises eigentlich gleich mitnehmen können, sind „Eigentore“ nun wieder möglich. Dummheit wird also bestraft, nach den Regeln, die das neue Eishockey-Regelbuch für die Jahre 2006 bis 2010 vorschreibt.

Und es ist eine ganze Menge neu geregelt. Schaun mer mal:

Torhüterausrüstung: Darüber ist schon viel gesprochen worden. Der Stockhandschuh darf nur noch 38,1 statt 41 cm lang und 20,32 statt 21 cm breit sein. Die Breite des Fanghandschuhs wurde von 23 auf 20,32 cm reduziert, das Innenmaß der Fanghand beträgt nur noch 46 statt 48 cm, und der Umfang reduziert sich von 122 auf 114,3 cm. Die Ausrüster wird’s freuen. Aber auch die Beinschienen der Goalies werden schmaler. Nur noch 28 statt 30,5 cm.

Meckern: Keine nette Sache, besonders nicht für die Schiris. Auch der Kapitän darf längst nicht alles. Verlässt er ohne Aufforderung die Spielerbank oder reklamiert er eine Strafe, wird’s ernst. Bislang zwei, jetzt zehn Minuten. „Obszöne Gesten“ sollten sich die Spieler künftig auf jeden Fall sparen. Das ist nun sofort eine Matchstrafe. Und nein, eine Liste der obszönen Gesten gibt es im Regelbuch nicht.

Bullys: Bislang fanden die Bullys entweder in der Mitte oder an einem Punkt auf der gedachten Linie zwischen den Endspielanpunkten (in Längsrichtung) statt. Das bleibt auch weiterhin so. Allerdings werden die „Einwürfe“ – wie sie im Regelbuch heißen – innerhalb der beiden Verteidigungsdrittel nun immer am Endanspielpunkt (das ist der mit dem großen Kreis drum herum) durchgeführt.

Icing: Ging ein Puck bei einem unerlaubten Weitschuss durch den Torraum, wurde kein Icing gepfiffen. Das ist nun nicht mehr so. Auch in diesem Fall geht es künftig mit einem Bully auf der anderen Seite weiter. Verlässt ein Torhüter allerdings bei einem Icing seinen Torraum und bewegt sich in Richtung des Pucks, wird das Icing nun frei gegeben. Bislang mussten nur Feldspieler ein Icing unterbrechen, wenn sie dazu in der Lage waren.

Tor: Ein Tor ist künftig auch dann gültig, wenn sich ein Spieler im Torraum befindet. Allerdings darf er den Torwart in keiner Weise behindern.

Torhüter: Torhüter sind tabu. Das waren sie schon immer. Nun sind sie noch etwas „tabuer“. Jede noch so leichte Berührung des Goalies im Torraum mit Schläger oder Körperteil, sind künftig zwei Minuten. Aber auch außerhalb des Torraums! Es sei denn, der Spieler gibt sich in diesem Fall sichtlich Mühe, den Kontakt zu verhindern. Wird ein Spieler vom Gegner in den Torraum befördert, kommt er auch um eine Strafzeit herum.

Amnestieregelung: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Stehen mehrere Strafen auf der Uhr, war es bislang nicht schwierig. Der Spieler, dessen Strafe am weitesten abgelaufen war, durfte wieder aufs Eis. Die neue Regelung in ihrer ganzen Pracht: „Beendet wird die erste laufende Strafe, es sei denn diese wurde gleichzeitig auch einem Spieler der anderen Mannschaft auferlegt (-> 4:4). In diesem Fall wird die nächste kleine Strafe aufgehoben, die die Unterzahl verursacht hat.“ Ach ja: Ein Tor per Penalty hebt künftig keine laufende Strafe mehr auf.

Penalty: Penalty bleibt Penalty. Bislang hatte die begünstigte Mannschaft das Recht, den Strafschuss abzulehnen und stattdessen Überzahl zu spielen. Das geht jetzt nicht mehr. Apropos Penalty: „Stellt ein Team, das in doppelter Unterzahl spielt, in den letzten zwei Minuten einen Vermessungsantrag, gibt es einen Strafschuss, wenn der Ausrüstungsgegenstand korrekt ist.“ Natürlich gegen die Mannschaft, die vermessen ließ. Bevor es zu Fragen kommt…

Höheres Strafmaß: Generell kann der Schiedsrichter nun auch zu höheren Strafen greifen, wenn er das für angemessen hält. Zum Beispiel auch zu einer Matchstrafe für Haken. Oder: Verlässt ein Spieler die Strafbank, um zu reklamieren, gibt es nun zwei Minuten plus Spieldauerstrafe.

Die kompletten Änderungen durch das neue Regelbuch sind übersichtlich auf der Homepage der deutschen Eishockey-Schiedsrichter unter www.hockeyref.de zu finden. (the)

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