Von bissigen Hähnen und zahnlosen TigernDEL-Zwischenbilanz

Für die Iserlohn Roosters läuft es trotz des Abgangs von Michael Wolf gut. (Foto: Imago)Für die Iserlohn Roosters läuft es trotz des Abgangs von Michael Wolf gut. (Foto: Imago)
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Die erste Saisonhälfte endete mit zwei Trainerwechseln der besonderen Art: Die Eisbären entließen Jeff Tomlinson und verpflichteten den zuvor in Köln geschassten Uwe Krupp, kurz darauf legte Nürnberg nach und beurlaubte Tray Tuomie und Maurizio Mansi. Martin Jiranek übernahm – und als Co-Trainer wurde der zuvor in Straubing glücklose Rob Wilson installiert. Über den Wechsel von Larry Mitchell nach sieben Jahren Augsburg zu den Straubing Tigers hatte Hockeyweb bereits berichtet.

Eine der größten positiven Überraschungen hängt auch mit einer vielbeachteten Personalie zusammen: Viele Experten hatten den Iserlohn Roosters wenig Chancen eingeräumt nach dem Abgang von Michael Wolf zu den Münchner Bullen. Die Sauerländer halten sich aber hartnäckig im Kampf um die direkte Play-off-Qualifikation. Der Grund liegt laut Coach Pasanen in einer besser ausbalancierten Mannschaft: „Unser Spiel ist nicht mehr nur auf eine Person zugeschnitten – die Last ist auf mehrere Schultern verteilt. Letzte Saison war Michael Wolf bereits länger verletzt – und auch da konnten wir seinen Ausfall recht gut kompensieren. Sonst hätte das Management die Anfrage aus München abgelehnt.“

Neuer Teamgeist in Ingolstadt – Meister-Power in Düsseldorf

Auch in Ingolstadt sind die erwarteten Probleme ausgeblieben, nachdem aus dem Meisterkader der letzten Saison mehr als ein Dutzend Spieler und noch dazu Meister-Trainer Sundblad aus unterschiedlichen Gründen den Verein verlassen haben. Die Abgänge wurden individuell gut ausgeglichen, vor allem aber scheinen die Panther als Mannschaft zu funktionieren. Es gibt durchaus Stimmen an der Donau, die den Grund für den neuen Teamgeist in Ingolstadt eng mit der Personalie Jim Boni verknüpft sehen, der während der letzten Saison den ERC verlassen hatte. Sein Sachverstand ist unbestritten, immerhin hat er den Meisterkader zusammengestellt, es hat aber offenbar an anderer Stelle gehapert.

Vielleicht war es die geballte Meister-Power der drei Ex-Ingolstädter Travis Turnbull, Rückkehrer Jakub Ficenec und dem eisenharten Tim Conboy, die die Düsseldorfer EG trotz negativer Prognosen in die Erfolgsspur gebracht haben. Derzeit liegt Düsseldorf auf Platz acht und damit wohl mehr als im Soll. Wie zuletzt gehen die Rheinländer mit großem Einsatz zu Werke, spielen aber erfolgreicher als in der vergangenen Saison.

Im Bereich ihrer Erwartungen dürften die Wolfsburger auf Platz fünf liegen, auch in Mannheim gibt es an der Tabellenspitze wenig Grund zur Klage. In Hamburg schien man nach dem Abgang von David Wolf nach Nordamerika nicht zufrieden mit dem Auftreten der Mannschaft zu sein. Chefdiplomat Benoit Laporte wurde zwischenzeitlich durch Assistent Serge Aubin als Verantwortlicher an der Bande ersetzt. Ein Wechsel, der sich ausgezahlt hat: Derzeit stehen die Freezers auf Rang 4.

Paukenschlag in Köln gibt Berlin Hoffnung

Der Abgang von Uwe Krupp aus Köln war an sich schon eine außergewöhnliche Nachricht. Der gebürtige Kölner, Stanley-Cup-Sieger und erfolgreiche Nationaltrainer, wurde von seinen Aufgaben entbunden und durch seinen ehemaligen Assistenten Niklas Sundblad ersetzt. „Sunny“ hatte zudem mit dem Sieg seiner Ingolstädter in Spiel 7 der letztjährigen Finalserie eine Ursache dafür gesetzt, dass die Kölner mehr als dürftig in die Saison gestartet sind – und damit indirekt zur Entlassung seines Vorgängers Uwe Krupp beigetragen. Letzterer hatte bei den Eisbären Berlin nun einen Start nach Maß hingelegt und hat mit den zuletzt etwas tapsigen Eisbären ein Sechs-Punkte-Wochenende gefeiert. Natürlich ist es nach zwei Spieltagen noch zu früh, etwas über die Perspektive der Beziehung Berlin-Krupp zu sagen, aber der Champion Krupp könnte der Schlüssel zu einer äußerst erfolgreichen Saison des schwächelnden Rekordmeisters sein. Und sein ehemaliger „Co“ scheint nun die Haie wieder in die Spur zu bringen. Man darf auf das Frühjahr gespannt sein.

Der letzte Gegner der Berliner, die Augsburger Panther, erleben eine Achterbahnfahrt in dieser Saison: Einem furiosen Start folgte die Krise, schließlich die Trennung vom dienstältesten Headcoach der Liga, dann das Zwischenhoch, nachdem Greg Thompson das Ruder übernommen hatte. Zum Auftakt der zweiten Halbserie gab es aber wieder ein Null-Punkte-Wochenende – Tendenz insgesamt eher seitwärts. Ebenfalls nicht so recht vom Fleck kommen die Krefeld Pinguine, denen die Abgänge wichtiger Spieler wie Nationalverteidiger Sinan Akdag, Topscorer Kevin Clark oder Routinier Boris Blank doch mehr zugesetzt haben als gedacht. In Nürnberg hatte Mäzen Thomas Sabo seinen Unmut über die Leistungen der Mannschaft kürzlich eindeutig zum Ausdruck gebracht und dem auch in personeller Hinsicht Taten folgen lassen. Straubing und Schwenningen können die Saison beinahe schon abhaken, denn der Abstand zu Platz zehn scheint zu groß, um noch entscheidend Boden gut machen zu können. Die Wild Wings gaben mit dem spektakulären 7:5 gegen Krefeld zwar ein Lebenszeichen von sich, verloren dann aber bei den Freezers. Straubing ging auch gegen Berlin und Hamburg leer aus und wartet nach drei Spielen immer noch auf die ersten Punkte unter Coach Larry Mitchell.


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