Vom Spieler zum Schiedsrichter (2/2)Lars Brüggemann

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Rasant und steil verlief nicht nur die Spielerlaufbahn von Lars Brüggemann. Nach nur kurzer Eingewöhnungsphase pfiff er bereits im ersten Jahr im LEV Nordrhein-Westfalen als Hauptschiedsrichter und bereits in seinem dritten Jahr als Schiedsrichter im Vier-Mann-System in der DEL. „Mein ersten Spiel im Drei-Mann-System war in Kassel“, erinnert sich der Referee.
Seit dem 1. Januar 2011 ist Lars Brüggemann Profischiedsrichter. „Die Bezeichnung gefällt mir eigentlich gar nicht so, weil meine Kollegen auch alle sehr professionell arbeiten. Ich bezeichne mich lieber als Vertragsschiedsrichter. Der größte Unterschied ist, dass ich wesentlich mehr Spiele leite.“ Ein weiterer Unterschied ist, dass die sogenannten Profis nicht pro Spiel bezahlt werden, sondern, wie jeder normale Angestellte, einen Zwölf-Monats-Vertrag haben und letztlich dort eingesetzt werden, wo es die Chefs für richtig halten.

Trotzdem, die Woche eines Profischiedsrichters ist mit Sicherheit nicht mit der eines „normalen Angestellten“ zu vergleichen. „Wenn man davon ausgeht, dass ich drei Spiele die Woche leite, reise ich meistens schon einen Tag vor dem Spiel an. Im Hotel mache ich dann noch Videoarbeit. Auch mit Zeitlupe noch mal das studieren, wofür man im Spiel nur den Bruchteil einer Sekunde hat. An den Spieltagen ist meine Vorbereitung nur wenig anders wie die eines Spielers, also so, dass man zu Spielbeginn seine volle Leistung abrufen kann. An freien Tagen wird trainiert, also Radfahren oder Krafttraining, immer etwas Abwechslung. Da für mich jedes Spiel sozusagen ein Auswärtsspiel ist, bin ich relativ viel damit beschäftigt, zu reisen und die Reisen zu organisieren. Ich muss das nicht selbst buchen, aber ich muss es selbst planen und dann meinen Plan einreichen. Man darf aber nicht vergessen, wenn ich drei Spiele die Woche leite, bin ich vier oder auch fünf Tage gar nicht zu Hause.“

Der Wochenablauf führt ohne Umweg zum Jahresplan eines Vertragsschiedsrichters. „So viel freie Zeit ist da gar nicht. Unsere Saison fängt Ende Juli mit einem Schiedsrichter-Lehrgang an. Als Vertragsschiedsrichter ist man auch in die Lehrgangsvorbereitung eingebunden. Dann habe ich einen eigenen Lehrgang, den ich machen muss. Im August fangen schon die Vorbereitungsspiele und Vorbereitungsturniere an und dann kommt die Saison bis Ende April. Danach folgt die A-WM und dann ist schon Mitte Mai. Eigentlich bleibt nur eine Woche im Mai und etwas im Juni an Urlaub. Und wenn sich das Regelbuch ändert, ist das auch noch jede Menge Arbeit.“

Lars Brüggemann trifft bei den Spielen auch heute noch auf ehemalige Mitspieler. So hat er zum Beispiel mit Sebastian Osterloh, heute Straubing, und Richard Pavlikovsky, heute Krefeld, 2004/05 in Wolfsburg zusammen gespielt, oder mit Harold Kreis, heute Trainer in Mannheim, und Pavel Gross, heute Trainer in Wolfsburg, die Spielzeit 1994/95 in Mannheim bestritten. Wie ist das eigentlich, wenn man den alten Weggefährten heute als Schiedsrichter wieder begegnet. „Da hatte ich anfangs sehr drüber nachgedacht, aber ich muss sagen, dass ich zu allen ehemaligen Mitspielern ein sehr gutes Verhältnis habe. Es ist ja auch eine klare Rollenverteilung. Ich haben meine Aufgaben auf dem Eis, und die anderen als Spieler oder Trainer die ihren. Es ist einfach professionell und man respektiert sich.“

Aber auch dem Profi-, oder Vertragsschiedsrichter können natürlich Fehler unterlaufen. Lars Brüggemann geht hier hart mit sich ins Gericht  „Ich glaube, ich selbst bin mein größter Kritiker. Ich habe einen Hang zum Perfektionismus. Wenn ich nach dem Spiel weiß, dass etwas nicht gepasst hat, muss ich das erst mal verarbeiten. Das habe ich früher als Spieler auch so gemacht und die Spieler heute tun das mit Sicherheit auch noch. Mir ist bewusst das Fehler von Schiedsrichtern eine andere Tragweite haben als Fehler von Spieler. Ich lasse mir das dann noch mal durch den Kopf gehen, und schaue es noch mal auf Video an und denke darüber nach, wie ich es das nächste Mal besser machen kann. Dann hake ich es aber auch ab, um mich auf das nächste Spiel zu konzentrieren.“

Nun darf Lars Brüggemann zum ersten Mal als Schiedsrichter zu einer A-WM. „Das ist für mich ein sportliches Ziel. Ich wollte als Spieler so weit wie möglich kommen, das will ich jetzt als Schiedsrichter auch. Es freut mich sehr, dass ich jetzt als Schiedsrichter zu einem Turnier darf, bei dem ich auch als Spieler war. Die Olympischen Spiele wären aber das absolute Highlight.“ An seinem Tonfall merkt man, dass ihm das wirklich sehr viel bedeuten würde. „Ich glaube, ich wäre auch einer von wenigen, die erst als aktiver Sportler und später als Schiedsrichter bei Olympischen Spielen dabei waren.“

Dem ehrgeizigen Lars Brüggemann ist früher oder später vielleicht auch die Leitung eines WM-Endspieles zuzutrauen. Da fragt man sich, was ihm eigentlich lieber wäre, dass er ein WM-Endspiel leiten darf, oder dass die deutsche Nationalmannschaft in einem Endspiel steht. Ohne auch nur eine Millisekunde zu zögern, wie eben auch an der Pfeife, sagt er ohne Umschweife: „Ganz klar, die deutsche Mannschaft in einem Endspiel. Ich war als Spieler immer sehr stolz, mein Land vertreten zu dürfen, und es hat mir immer wahnsinnig Spaß gemacht. Außerdem bringt das dem Eishockey wesentlich mehr, wenn die deutsche Nationalmannschaft in einem Endspiel stehen würde, als wenn meine Wenigkeit auf dem Eis stehen würde. So schön wie es als Schiedsrichter ist. Die Leute kommen nicht in die Halle, um uns zu sehen, die kommen alle wegen der Jungs, die spielen.“

Apropos in die Halle kommen. Lars Brüggemann wünscht sich genau das von den Fans: „Kommt alle zahlreich zu den Spielen und genießt sie.“

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DEL Hauptrunde

Dienstag 19.10.2021
Straubing Tigers Straubing
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ERC Ingolstadt Ingolstadt
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Mittwoch 20.10.2021
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Eisbären Berlin Berlin
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Donnerstag 21.10.2021
Iserlohn Roosters Iserlohn
- : -
Grizzlys Wolfsburg Wolfsburg
Freitag 22.10.2021
Eisbären Berlin Berlin
- : -
Schwenninger Wild Wings Schwenningen
Düsseldorfer EG Düsseldorf
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Straubing Tigers Straubing
ERC Ingolstadt Ingolstadt
- : -
Kölner Haie Köln
Fischtown Pinguins Bremerhaven
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Krefeld Pinguine Krefeld
Adler Mannheim Mannheim
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Augsburger Panther Augsburg
Bietigheim Steelers Bietigheim
- : -
EHC Red Bull München München