Vom Hexenkessel Frankfurt keine Spur

Markus Jocher bleibt ein "Löwe"Markus Jocher bleibt ein "Löwe"
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Bei den Frankfurt Lions läuft derzeit einiges nicht rund. Sportlich hängt man hinter den Erwartungen zurück, von Manager Fliegauf hat man sich undurchsichtig getrennt. Hinzukommen jede Menge schwere Verletzungen von Leistungsträgern. Auf eines konnte man sich aber in der Vergangenheit immer verlassen: Die Unterstützung der Fans der Frankfurt Lions. Doch gerade jetzt, wo die Mannschaft die volle Rückdeckung der Zuschauer gut gebrauchen könnte, ist es so still in dem einstigen Hexenkessel, dass man meist nur die paar mitgereisten Gästefans hört.

Natürlich spielen die Lions insgesamt gesehen nicht ihre beste Saison, aber in der heimischen Eissporthalle kann man den Hessen nicht viel vorwerfen. Von den Top Mannschaften gewannen lediglich Mannheim, Hannover und die Eisbären Berlin in Frankfurt, was ganz einfach auch einmal passieren kann. Von den vermeintlich kleinen punktete nur Iserlohn dreifach bei den Lions. So richtig peinlich war lediglich die 1:4 Heimpleite gegen Augsburg.

Demgegenüber stehen zwei Heimerfolge gegen Düsseldorf, zwei Siege über Nürnberg, ein tolles 5:4 gegen Ingolstadt und das eindrucksvolle 5:1 gegen die Kölner Haie. Von den letzten 10 Heimspielen haben die Lions acht gewonnen! Warum aber in nahezu keinem Heimspiel richtig Stimmung aufkommen will, ist unerklärlich. Welche Erwartung haben die Fans an die Mannschaft? Die DEL ist ausgeglichen, und jede Mannschaft kann auch auswärts an einem guten Tag gegen das Heimteam gewinnen. Siehe den Duisburger Sieg in Köln vom letzten Spieltag oder den Augsburger Erfolg in Mannheim vom Oktober. Die Fans scheinen verwöhnt und der Funke muss derzeit von der Mannschaft auf die Fans springen und nicht auch einmal umgekehrt, gerade dann wenn es nicht wunschgemäß läuft. Eher wird dann von Busblockade oder Fanprotest gesprochen.

Dies hat sich inzwischen auch bei der Mannschaft herumgesprochen, die sich vor dem letzten Heimspiel davon aber nicht beirren ließ, geschlossen aufs Eis kam (und nicht einzeln wie sonst) und das wichtige Spiel gegen Iserlohn gewann. Als im letzten Drittel endlich einwenig Stimmung aufkam und urplötzlich sogar die Welle angestimmt wurde, schienen auch die Sitzplatzbesucher so überrascht, dass sie sitzen blieben. Am Donnerstag findet das nächste Endspiel zur direkten Qualifikation für einen Play-off Platz oder zumindest den 7. bzw.. 8.Platz gegen Krefeld statt. Nachdem die Mannschaft angefangen hat, sich einwenig aus dem Tief zu spielen, wären nun die Fans an der Reihe nachzulegen. Denn gemeinsam wird man noch ein Tick stärker sein. Vielleicht ist dann gar noch ein neues Wunder von Frankfurt möglich, was vorläufig erst mal Platz sechs bedeuten würde. (Frank Meinhardt)