Vier Minuten sichern Panther-Sieg

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Teil zwei eines schweren Wochenendes stand für die Panther mit den Grizzlies auf dem Programm. In Berlin hatte man sich knapp geschlagen geben müssen, also sollte nun nach Möglichkeit gegen Wolfsburg etwas Zählbares herauskommen. Zuletzt hatten sich die heutigen Gäste allerdings mehrfach als Angstgegner erwiesen, so dass inzwischen fünf Niederlagen in Folge zu Buche stehen. Es sollte ein hartes Stück Arbeit werden, ehe diese Serie dank eines 4:3-Erfolges ein Ende fand.

Mit Richard Rochefort, Thomas Jörg und Brett Engelhardt fehlten den Panthern weiterhin drei Angreifer, so dass Trainer Larry Mitchell nur mit drei Blöcken agieren konnte. Schiedsrichter Marcus Brill hatte möglicherweise mit einer emotional etwas aufgeladenen Partie zu rechnen, da beim letzten Aufeinandertreffen nicht nur die beiden Trainer gehörige Meinungsverschiedenheiten bekommen hatten. In der Anfangsphase jedoch war davon nicht viel zu spüren und keine Mannschaft konnte sich größere Vorteile erarbeiten. Vor allem die Gäste standen defensiv derart stabil, dass die Panther selbst in Überzahl kaum zu nennenswerten Chancen kamen. Als Chris Collins dann kurz vor Ende des zweiten Powerplays doch traf, geriet der Wolfsburger Coach dermaßen in Rage, dass der Unparteiische den Videobeweis bemühte, um dann erneut auf Tor zu erkennen. Als Antwort gingen die Grizzlies nun zunehmend rustikaler zu Werke, was der Schiedsrichter allerdings ungeahndet ließ, wodurch die Stimmung nicht nur auf den Rängen nun doch langsam an Fahrt gewann. Einen Fehler von Verteidiger Chris Heid nutzten die Wolfsburger zum nicht unverdienten Ausgleich durch Norm Milley.

Nur kurzzeitig hatten sich die Gemüter nach der Pause beruhigt, dann ging es mit unverminderter Intensität weiter. John Laliberte hätte die Grizzlies in Überzahl fast in Führung gebracht, doch sein Schuss traf nur die Latte. Die Hausherren nahmen den Kampf an und fanden dann auch das richtige Mittel gegen die nickeligen Aktionen der Gäste: Sie schossen einfach ein paar Tore. Binnen vier Minuten sorgten Connor James, Florian Kettemer mit seinem ersten Saisontor und Chris Collins für eine 4:1-Führung. Patrick Reimer verließ danach seinen Kasten und machte Platz für Daniar Dshunussow. Zeitweilig waren die Wolfsburger sichtlich verunsichert, dann fingen sie sich wieder und Norm Milley konnte kurz darauf bereits verkürzen. Da der Unparteiische sich augenscheinlich entschlossen hatte, ziemlich viel laufen zu lassen, und die beiden Mannschaften das nicht über Gebühr ausnutzten, hatte sich ein packendes und kampfbetontes Spiel entwickelt, das spielerisch zwar nicht sonderlich hochklassig, dafür aber sehr abwechslungsreich war.

Im Schlussabschnitt versuchten die Wolfsburger dann nochmals alle Kräfte nach vorne zu werfen, während die Panther in erster Linie das Ergebnis verwalteten. Mit Können und einige Male auch etwas Glück gelang ihnen das auch ansehnlich. Als die Grizzlies dann den Torhüter vom Eis genommen hatten, traf Mike Green zwar noch zum 4:3, doch blieb das ohne Bedeutung, und so feierten die Augsburger das Ende einer negativen Serie.



Mit Spannung wurde erwartet, ob Wolfsburgs Coach Toni Krinner als „Revanche“ nun der Pressekonferenz in Augsburg fernbleiben würde. Sein Gegenüber hatte sich damals nach einem Disput der Trainer noch während des Spiels dort später durch Duanne Moeser vertreten lassen, was von Krinner als „unprofessionelles Verhalten“ kommentiert wurde.

Doch er kam mit etwas Verspätung und - auch wenn sich die Kontrahenten keines Blickes würdigten, geschweige denn die Hand schüttelten - ging er auf das Thema gar nicht mehr ein: „Jede Serie hat ein Ende und heute geht der Sieg für Augsburg in Ordnung. Wir haben im zweiten Drittel wegen unserer Passivität im Zweikampf, fehlender Härte und mangelhafter Chancenverwertung drei Tore in kurzer Zeit bekommen. Die Mannschaft war einfach zu naiv, um hier zu gewinnen.“

Larry Mitchell: „Mit erneut nur zehn Stürmern waren unsere Kräfte begrenzt, doch die effektive Ausnutzung unserer Chancen im Mitteldrittel hat uns einen Schub gegeben. Allerdings waren wir im Schlussabschnitt zu defensiv und im Überzahlspiel zu ängstlich.“

Und dann war er wohl doch noch etwas schuldig geblieben: „Durch die Worte von Toni Krinner waren wir zusätzlich sehr motiviert. Ich werde mich zukünftig bemühen, so professionell zu arbeiten wie Herr Krinner.“

(mor)

Tore: (1:1 / 3:1 / 0:1)


1:0 (12:53) Collins ( Ryan ; James ) 5:4

1:1 (18:24) Milley ( Sarno ; Magowan )

2:1 (28:41) James ( Collins ; Junker )

3:1 (29:40) Kettemer ( Murphy ; Olver )

4:1 (32:37) Collins ( James ; Likens )

4:2 (35:03) Milley ( Sloan ; Sarno )

4:3 (59:30) Green ( Alavaara ; Ulmer ) 6:5



Zuschauer: 2993

Strafzeiten: Augsburger Panther 6, Grizzly Adams Wolfsburg 8

Schiedsrichter: Marcus Brill, Zweibrücken

(Foto: Larry Mitchell hat Zoff mit seinem Wolfsburger Kollegen Krinner by City-Press)


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