Viel Aufwand, beinahe keinen ErtragMannheim - Wolfsburg 4:2

Marcel Goc erzielte das 1:0. (Foto: Martin Hebgen - www.stock4press.de)Marcel Goc erzielte das 1:0. (Foto: Martin Hebgen - www.stock4press.de)
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Das Heimspiel der Adler gegen die Grizzlies aus Wolfsburg fing eigentlich gut an. Die 8.770 Zuschauer im Oval hatten so eben gerade alle ihre Plätze eingenommen, als Mannheims NHL-Leihgabe Marcel Goc als Auftakt zu seinen drei Punkten im Spiel am gestrigen Nachmittag ein Tor erzielte, er überwand Sebastian Vogl im Wolfsburger Tor per Bauerntrick (2.). Drei Minuten später wurde Ex-Adler Nicholas Dimitrakos von Aleksander Polaczek bedient und beantwortete die Führung mit dem Ausgleich, er überwand Dennis Endras während einer unübersichtlichen Situation aus dem Gewühl heraus. Fulminanter Auftakt, erhöhte Spannung, zumal das Spiel ohne großes Abtasten weiter ging, die Spielanteile und das Schussverhältnis (13:13) belegten eine ausgeglichene Partie. In der 15. und 16. Minute handelten sich Wolfsburg und Mannheim nacheinander eine Zwei-Minuten-Strafe ein, die daraus resultierende 4-gegen-4-Situation nutzte Adler Douglas Janik Jr. auf Zuspiel von Yannic Seidenberg und Marcel Goc zur 2:1-Führung für Mannheim. Dieser Ertrag ihrer Angriffsbemühungen sollte den Adlern eigentlich Sicherheit geben, tat es aber nicht, das Spiel wurde zusehends holpriger und vor allem auf Adlerseite fahriger, das alte Problem das Spiel machen zu müssen.

Die erste Drittelpause brachte keine Rückbesinnung auf Dinge wie schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff, aggressiveren Zug zum Tor oder das konsequente Stören des gegnerischen Torhüters im Slot. Gerade in dieser Disziplin fehlt der verletzte Ken Magowan an allen Ecken und Enden. Es war eher so, dass die Adler Akteure es den nur mit 16 Feldspielern angereisten Grizzlies leicht machten, ihre Kräfte einzuteilen, zu verteidigen und sich im Spiel zu halten. Die für Eishockey-Verhältnisse oft zu langsam, zu statisch, absolut vorhersehbar und demzufolge meist ohne Überraschungsmomente vorgetragenen Angriffe der Adler ließ den Grizzlies genug Zeit, die Räume und Passwege zu besetzen, die Mannheimer Angreifer in die Ecken abzudrängen, zudem hatte Grizzly Torhüter Sebastian Vogl auf viele der 15 Adler-Schüsse im zweiten Drittel freihe Sicht. Zunehmende Nervosität der Mannheimer war die Folge, dass in den letzten Heimspielen zu beobachtende Pech kam unbestritten hinzu, so zu sehen in der 33. Minute, als Dennis Endras bei einem Klärungsversuch der Spielsituation der Schläger brach, der Puck zu Kai Hospelt trudelte, der auf Vincenz Mayer passte und dieser unhaltbar den Ausgleich erzielte.

Im letzten Drittel erhöhte sich der Druck  der Adler, teils weil der Puck schneller ins gegnerische Drittel befördert wurde, teils weil den mittlerweile nur noch mit fünfzehn Spielern (Grygiel fiel mit einer Oberschenkelverletzung aus) agierenden Wolfsburgern zusehends die Kräfte schwanden. So manche vogelwilde Szenen spielten sich vor Sebastian Vogl ab, aber kein Adler stand am richtigen Fleck, um den Abpraller verwerten zu können. Bis zur 59. Minute. Mike Glumac, von dem man das ganze Spiel, abgesehen von seiner guten Defensivleistung, im Vorwärtsgang wenig gesehen hat, schoss den erlösenden Führungstreffer in der ihm typischen Art. Mit einem trockenen Handgelenksschuss aus dem Slot markierte er den Game Winner. Wolfsburgs Trainer Pavel Groß versuchte dann, wenigstens einen Punkt aus Mannheim mitzunehmen, nahm den Torhüter zu Gunsten eines sechsten Feldspielers aus dem Tor, dieses Vorhaben vereitelte jedoch die Reihe der Adler, die aus dem übertrieben ausgedrückt tristen Einerlei gestern wohltuend herausstach, die vierte Reihe um Markus Kink, Matthias Plachta und Marc El Sayed. Als „Adelung“ in den letzten wichtigen Sekunden auf dem Eis, erarbeitete sie sich den Puck und Markus Kink beförderte den Puck zum 4:2-Endstand ins leere Wolfsburger Tor.

Freddy Brathwaite, gestern als Zuschauer zurück an alter Wirkungsstätte, sah keinen verdienten, aber auch keinen glücklichen Sieg, die Spiele der Adler zu Hause sind im Moment wenig spektakulär, eher grauer Alltag, wobei die Aussage, das ist normal während einer langen Saison, wohl wahr ist, aber kein Dauerzustand werden darf, denn die Mannschaft hat das Zeug dazu, anders aufzutreten.


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