Verteidigung der Tigers schlägt sich selbstStraubing muss sich an die eigene Nase fassen

Ein Sieg für die Schwenninger Wild Wings und ein Gordie-Howe-Hattrick für Will Acton. (Foto: dpa/picture alliance/CITYPRESS 24)Ein Sieg für die Schwenninger Wild Wings und ein Gordie-Howe-Hattrick für Will Acton. (Foto: dpa/picture alliance/CITYPRESS 24)
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Dabei hätte es für Straubing nicht besser beginnen können, denn bereits mit der ersten Aktion gingen die Hausherren nach wenigen Sekunden in  Führung.  Straubings Coach Tom Pokel meinte dazu: „Wir hatten den Start erwischt, den wir wollten. Gut, frisch, ehrgeizig.“ Dabei zeigten die Niederbayern, was sie leisten könnten, denn es war wohl eines ihrer am besten herausgespielten Tore der Saison. Doch auch die Schwenninger fanden gut ins Spiel und so stellte Schwenningens Cheftrainer Pat Cortina fest: „Am Anfang waren wir sehr gut. Im ersten Drittel waren wir läuferisch sehr stark und hatten gutes Tempo. Wir hatten viel Zeit mit der Scheibe gehabt.“ Direkt im Anschluss an die erste Werbepause hatte Straubings Verteidiger Dylan Yeo aber einen Vollblackout und bediente mit einem Pass direkt die Schaufel von Will Acton. Der musste nur noch abziehen und nutzte so die perfekte Vorlage zum Ausgleichstor. Beide Teams hätten durchaus öfter treffen können, doch das Unentschieden zur ersten Pause ging in Ordnung. So sah es auch Tom Pokel und führt ergänzend aus: „Wir haben im ersten Drittel viel Zeit in der Schwenninger Zone verbracht, aber es war ein ausgeglichenes Spiel. Wir hatten viele Möglichkeiten, Schwenningen hat alleine im ersten Drittel neun Schüsse blockiert. Es war sehr schwer für uns durchzukommen.“

Das zweite „Eigentor“

Zu Beginn des Mitteldrittels schlugen sich die Tigers ein zweites Mal selbst. Diesmal kam der Katastrophenpass von Colton Jobke und Andreé Hult sagte danke. Cortina meinte dazu: „Im zweiten Drittel haben wir das Tor zum richtigen Zeitpunkt gemacht.“ Für Straubing war es der zweite Schock, den Tom Pokel so kommentiert: „Die beiden Tore haben wir Schwenningen klar gegeben und auf einmal sind wir im Rückstand und wir haben uns schwer getan, das mental zu verdauen.“ Immer wieder gingen die niederbayerischen Verteidiger viel zu großes Risiko bei ihren Pässen, was die Gäste, ohne lange zu zögern, gerne annahmen. Es folgten einige Strafen und gerade als eine gegen Straubing abgelaufen war, machten die Wild Wings durch Kalle Kaijomaa ihr erstes echtes eigenes Tor, dass aber schon eine Vorentscheidung war. Kurz darauf hatte Basti Vogl seine beste Szene, als er mit vollem Einsatz das nächste Gegentor verhinderte, das viele schon sahen. Pat Cortina kommentierte: „Wir hatten dann die Chance auf das vierte Tor, wenn das gefallen wäre, wäre das dritte Drittel etwas einfacher geworden.“ Insgesamt passten bei den Tigers heute aber einfach zu viele Kleinigkeiten in der Abstimmung nicht.

Ohne Selbstvertrauen aufgebäumt

„Straubing war im dritten Drittel die klar bessere Mannschaft“, meinte Pat Cortiona und sagte weiter: „Im dritten Drittel haben wir, glaube ich, die ganze Zeit in unserem Drittel gespielt.“ Auch Pokel sah das so: „Im dritten Drittel haben wir sehr stark gespielt.“ Beide täuschten sich nicht. Straubing spielte oft in der Angriffszone, tat dies aber ohne Selbstvertrauen. Straubings Coach: „Ich denke, es haperte am Torschuss. Im dritten Drittel hätten wir drei oder vier Tore schießen können.“ Aber die Gäste machten hinten dicht und standen sehr kompakt. Genau drei Minuten vor dem Ende kamen die Niederbayern in Überzahl doch noch zum Anschlusstreffer und auf einmal war es wieder spannend. Schwenningens Coach: „Straubing machte das zweite Tor, aber wir blieben dran, aber es war nie einfach gegen eine sehr gute Mannschaft.“ Doch anstatt die letzten Minuten ohne Torwart und mit Extra-Angreifer mit 6:5-Überzahl nochmal alles nach vorne zuwerfen, saßen zwei Tigers in der Box und man spielte eine 3:5-Unterzahl. Tigers-Coach Pokel war damit natürlich nicht zufrieden: „Wir haben die Chancen kreiert und waren gut im Forecheck und mit dem Powerplay-Treffer sind wir wieder dabei und dann kommt unser Comeback etwas zu kurz und wir beenden das Spiel drei gegen fünf.“ Damit war die Partie gelaufen. Nach der Sirene gerieten noch Alex Dotzler und Will Acton heftig aneinander. Für beide gab es 2+2+10 Strafminuten und so kam Acton, der schon ein Tor und eine Vorlage hatte, zu einem Gordie-Howe-Hattrick und Straubing bleibt der kleine Trost, wenigstens den Faustkampf gewonnen zu haben.

Viel Lob von vielen Seiten

Zum Schluss verteilte Pat Cortina noch einige Komplimente in alle Richtungen. Zunächst an die Gastgeber: „Straubing war sehr gut vorbereitet und hat immer gekämpft.“ Und dann selbstverständlich an sein Team: „Energie war heute ein Faktor, weil wir diese Woche das dritte Spiel hatten. Das dritte Spiel in den letzten fünf Tagen. Dustin war stark. Der Kampfgeist meiner Mannschaft war heute stark. Das waren drei wichtige Punkte für meine Mannschaft. Wir hatten aber auch ein bisschen Glück.“ Tom Pokel sagte: „Wir haben alles gegeben. Wenn wir so wie im Schlussdrittel gespielt hätten, denke ich, hätten wir drei Punkte gemacht.“ Dabei nickte Pat Cortina zustimmend, doch nur er nimmt die Punkte mit. Da die letzten Spieltage auch die Konkurrenz Punkt sammeln konnte, wird für die Straubing Tigers nun auch die rechnerische Chance auf Platz zehn immer geringer, doch Tom Pokels Optimismus scheint ungebrochen: „Die Ergebnisse schlagen die Einstellung natürlich etwas nieder, aber wir müssen uns nur von Spiel zu Spiel konzentrieren. Wir denken an die ganze Last, an die letzten elf Spiele, die wir haben, aber wir haben ein oder zwei Spiele weniger als einige. Es zählt nur ein Sieg. Damit die Zündkerze anspringt, brauchen wir gar nicht auf die anderen zu schauen, wir müssen auf uns schauen und wir müssen selbst die Zündkerze mit einem Sieg anzünden. Die Situation ist wie sie ist und wir müssen mental stark und ehrgeizig sein und das überwinden.“ Die Frau von Herb Brooks sagte es einst kürzer: „Konzentriere dich auf Dinge, die du beeinflussen kannst.“

Zahlen zum Spiel

Tore: 1:0 (0:48) Mike Zalewski (Mike Hedden, Adam Mitchell), 1:1 (9:08) Will Acton, 1:2 (21:19) Andreé Hult, 1:3 (35:35) Kalle Kaijomaa (Will Acton, Damien Fleury), 2:3 (57:00/PP) Jeremy Williams (Mike Connolly, Maury Edwards).

Schiedsrichter: Michael Klein, Markus Schütz; Linienrichter: Kilian Hinterdobler, Tobias Schwenk.

Strafminuten: 18: 18 (2:0, 8:10, 8:8) +10 Dotzler, +10 Acton.

Zuschauer: 3.874.

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