Verdiente Revanche gegen Meister – Marcel Müller der MatchwinnerKrefeld - Ingolstadt 6:4

Marcel Müller spielte erstmals für Krefeld. (Foto: Imago)Marcel Müller spielte erstmals für Krefeld. (Foto: Imago)
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Zum ersten Mal seit dem Play-off-Viertelfinale 2013/14 trafen die damals eigentlich favorisierten Pinguine auf den späteren Deutschen Meister aus Oberbayern. Auch wenn Coach Rick Adduono wieder auf die bei den letzten Spielen schmerzlich vermissten Stammverteidiger Nick St. Pierre und Kyle Sonnenburg zurückgreifen konnte und der erst am Vortag verpflichtete Ex-Hai Marcel Müller den ersten Sturm der Pinguine verstärkte, für den Martin Schymainski in den vierten Sturm wechselte, musste man angesichts der Tabellensituation und der letzten Spiele der Pinguine den Donau-Panthern die Favoritenrolle zugestehen.

Es waren jedoch die Pinguine, die von Anfang an zeigten, dass sie nicht wieder ohne Punkte vom Eis gehen wollten. Schon in den ersten Minuten zeigte Marcel Müller, dass er eine Verstärkung ist, und die Ingolstädter zogen die erste Strafe. Die Überzahl nutzte Colin Long zu einem Kunstschuss von links auf Höhe der Grundlinie, bei dem er die Scheibe Timo Pielmeier in den Rücken schoss, von wo sie zum 1:0 ins Tor trudelte. Im Verlauf des Drittels zeigten die Pinguine ein ansprechendes Spiel, ließen aber wieder, ohne dass es eine zwingende Situation gegeben hätte, in Minute 18 den Ingolstädter Ausgleich durch Eddi Rinke-Leitans zu. Im Pauseninterview sagte Neu-Pinguin Marcel Müller richtigerweise, dass die Pinguine den Zuschauern im ersten Drittel ein gutes Spiel mit hohem Tempo gezeigt hatten und eigentlich die bessere Mannschaft waren.

Im zweiten Drittel zog Andy Driendl für die Pinguine eine frühe Strafzeit, die sie auch wegen des kämpferischen Einsatzes von Martin Schymainski gut überstanden. Kaum waren sie wieder komplett, eroberten sie den Puck im Mitteldrittel und Adam Courchaine zog  von der blauen Linie knallhart ab – oben rechts schlug es ein, und Timo Pielmeier blieb nur das Nachsehen – 2:1. Danach wurden die Panther etwas bissiger und zwangen David Fischer dazu, eine Strafzeit zu nehmen, aber die Pinguine erkämpften sich im eigenen Drittel die Scheibe und fuhren bei angezeigter Ingolstädter Strafe einen Gegenangriff, den Joshua Meyers auf halbrechts mit einem schönen Schuss unten links, den Pielmeier nicht festhalten konnte, zum 3:1 abschloss. Beide Teams erarbeiteten sich danach gute Chancen, Tomás Duba hatte dabei die klareren Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. Machtlos war er allerdings in Minute 35, als Patrick Hager in Überzahl einen Schlagschuss abfälschte. Doch nur eine Minute später stellte Oliver Mebus den  Zwei-Tore-Abstand wieder her. Und damit nicht genug: kaum hatten die Pinguine die nächste Strafzeit überstanden, als Courchaine mit einem schönen Schuss das 5:2 erzielte. 15 Sekunden vor Drittelende geriet Krefeld wieder in Unterzahl und demonstrierte zum wiederholten Mal eine Stärke und einen seiner Schwachpunkte: obwohl in Unterzahl, eroberte man den Puck, aber anstatt die Scheibe tief zu spielen versuchte man, einen Angriff aufzubauen, der prompt abgefangen wurde und die nächste Gefahrensituation für den überragenden Tomás Duba herbeiführte. Die mangelnde Entschlossenheit zur Befreiung in Unterzahl müssen die Pinguine unbedingt abstellen.

Das letzte Drittel begannen die Donau-Panther mit Marco Eisenhut im Tor und in Überzahl, die jedoch keine Ergebnisveränderung brachte. Beide Teams überstanden eine Unterzahl und die Zuschauer sahen Chancen auf beiden Seiten. Das Spiel plätscherte so dahin, bis sich in Minute 54 eine fast zufällige 3:2-Überzahlsituation der Ingolstädter an  der Krefelder blauen Linie ergab, die Brandon Buck zum 3:5 ausnutzte. Wer gedacht hatte, die Pinguine wären nun wach, wurde in Minute 58 enttäuscht, als es den Panthern wieder gelang, den herum tändelnden Krefeldern die Scheibe nach einem Bully in der neutralen Zone ab zu spitzeln. Patrick Hager zog vors Tor und schob Duba den Puck durch die Schoner zum Anschlusstreffer. Natürlich nahm Trainer Hurras dann Torwart Eisenhut vom Eis. Die Panther schnürten die Pinguine, die nicht zum Wechseln kamen, kurzzeitig in ihrem Drittel ein, aber dann erkämpften die Krefelder doch die Scheibe, und es war Marcel Müller vorbehalten, in seinem ersten Spiel für die endgültige Entscheidung zu sorgen. Nach Spielende bewiesen die Krefelder Fans ihr Spielverständnis: es gab lautstarke Ovationen für Marcel Müller, den Doppeltorschützen Adam Courchaine sowie Tomás Duba, der trotz der vier Gegentreffer ein spielentscheidender Faktor war.

Ingolstadts Trainer Larry Hurras kommentierte das Spiel so: „Krefeld war heute ganz klar die bessere Mannschaft.“ Pinguin-Coach Rick Adduono meinte: „Wir mussten heute sehr hart kämpfen, alle 20 Spieler haben das getan. Die Fans haben uns geholfen zu gewinnen, ihre Anfeuerung ist sehr wichtig, um im letzten Drittel noch Energie zu haben. Die Unterstützung der Fans werden wir bei dem großen Spiel am Sonntag in Düsseldorf brauchen.“

Tore: 1:0 (4.) Long (Méthot, Beechey) PP1, 1:1 (18.) Rinke-Leitans (Schmidpeter,Köppchen), 2:1 (24.) Courchaine (Pietta, Müller), 3:1 (28.) Meyers (Sofron, Pietta), 3:2 (35.) Hager (Périard, Greilinger) PP1, 4:2 (37.) Mebus (Driendl, Sofron), 5:2 (40.) Courchaine (Meyers, Driendl), 5:3 (54.) Buck (Greilinger, Hager), 5:4 (58.) Hager (Brocklehurst, Greilinger), 6:4 (60.) Müller (Courchaine, Meyers)

Schiedsrichter : Bauer / Rohatsch
Strafen: Krefeld 14, Ingolstadt 8
Zuschauer: 4160

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