Verabschiedet Krefeld sich von den Play-offs?Kölner Haie gewinnen bei den Pinguinen

Felix Schütz erzielte das 2:0 für die Kölner Haie. (Foto: dpa/picture alliance)Felix Schütz erzielte das 2:0 für die Kölner Haie. (Foto: dpa/picture alliance)
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Mit dem dritten Derby gegen die Kölner Haie eröffneten die Krefeld Pinguine die zweite Hälfte der Hauptrunde. Auch wenn die Domstädter entgegen aller Erwartungen nur auf Platz neun rangierten, musste der (immer noch) Zwölftplatzierte Krefeld doch Vorsicht walten lassen, denn nach dem Trainerwechsel schienen sich die Haie zu berappelt zu haben und hatten fünf der letzten sechs möglichen Punkte ergattert. Die Pinguine wollten natürlich für die knappe 2:3-Niederlage in Köln Revanche nehmen und damit quasi gleichziehen mit den Haien, die allerdings – ebenso wie Ingolstadt – ein Spiel und damit drei Pluspunkte mehr auf dem Konto haben. Im Kampf um die Pre-Play-offs würden die Pinguine heute zwar keinen Platz gewinnen können, mussten jedoch versuchen zu verhindern, dass der Punkteabstand zu den Plätzen elf bis sechs noch größer wurde. Krefeld musste wie in den vergangenen Spielen auf Engelage, Caron, Seifert, Mieszkowski, Schmitz und auch Keußen verletzungsbedingt ver-zichten. Im Tor stand Dimitri Pätzold, der eine tadellose Leistung bot.

Pinguine-Coach Rick Adduono hatte nach den vergangenen Spielen immer darauf hingewiesen, wie wichtig die Unterstützung  der Fans für die Mannschaft ist. Obwohl am Freitag fast 6000 Krefelder im König-Palast waren, war ihre akustische Unterstützung für ihre Lieblinge eine Lachnummer im Vergleich zu der, mit der kaum die Hälfte der Fans in anderen Spielen die Pinguine nach vorne trieben. Schon nach 40 Sekunden hatte Marcel  Müller die erste Chance für die Pinguine, jedoch dauerte es fast sechs Minuten bis zur nächsten. Dazwischen lag verteiltes Spiel. Köln erspielte sich in Minute acht zwei Chancen, aber die von Müller in der neunten Minute waren besser, blieben jedoch ebenfalls ungenutzt. Bis zum Powerbreak nach fast exakt zehn Minuten blieb es beim 0:0. Bis Drittelende  gelang es keiner Seite, eine hundertprozentige Chance heraus  zu arbeiten. Die Zuschauer sahen ein schnelles Spiel mit viel Offensive ohne Tore, aber auch ohne Strafzeiten.

Die erste holte sich Dragan Umicevic direkt nach Beginn des Mitteldrittels, die Krefeld ohne große Schwierigkeiten überstand. Danach wurde Benjamin Hanowski in die Kühlbox geschickt. In der 27. Minute hakte Jean-Francois Boucher und wanderte auf die Strafbank, aber wieder konnten die Pinguine ihre nummerische Überlegenheit nicht in ein Tor ummünzen. Krefeld hatte leichte Vorteile, bei den wenigen Kölner Gelegenheiten war Pätzold gut positioniert und erledigte seinen Part ruhig und souverän. In Minute 35 kamen die Pinguine wieder in Überzahl und die erste Reihe spielte Nick St. Pierre frei, aber der vergab. Kaum waren die Haie wieder komplett, als  Ryan Jones ziemlich überraschend das erste Tor des Abends erzielte.

Vielleicht war es die - von Trainer Rick Adduono sonst immer gelobte - kaum wahrnehmbare  Unterstützung der Fans, die den Krefeldern fehlte, jedenfalls hatte Justin Peters im Kölner Tor einen äußerst geruhsamen Abend. Erst in Minute 48 musste er bei angezeigter Strafzeit für Köln gegen Mathias Trettenes retten. In der folgenden Unterzahl hatte er keine große Aufgaben zu lösen, in der 51. Minute gab es die nächste Überzahl für Köln, die Felix Schütz mit dem 2:0 beendete. In Minute 53 musste Marcel Müller bei einem Unterzahlbreak das 1:2 erzielen, aber er vergab. Kurz darauf vergab auch Daniel Pietta eine gute Gelegenheit. In der 55. Minute kam nach einem Bandencheck von Martin Ness erstmals Derby-Atmosphäre auf, aber die Entscheidung der Schiedsrichter, die gottseidank mit dem Spielausgang nichts zu hatte und  die nächste Krefelder Unterzahl zur Folge hatte, weil der am Boden liegende Pinguin mit 2+2 Minuten und der aggressive Hai mit nur zwei Minuten bestraft wurden, war mehr als zweifelhaft. Aber es blieb beim 0:2. Als die Pinguine den Torwart vom Eis nahmen, bekam Peters noch einmal Arbeit, doch es blieb beim Ergebnis. Fazit: wer nicht aufs Tor schießt, kann auch keins erzielen. Das Bemühen war zwar da auf Pinguinseite, aber so kann man keine Spiele gewinnen, egal, wer der Gegner ist. Die Qualifikation für Platz 10 ist jeden-falls ein gutes Stück weiter in die Ferne gerückt. Es wäre kein Wunder, wenn  Krefeld am Sonntag in Schwenningen einen relativ nutzlosen Punkt holen würde, nachdem man heute zum wiederholten Male unnötigerweise Punkte an direkte Konkurrenten verschenkt hat. Wenn Köln – wie Düsseldorf – in der Verlängerung  gewonnen hätte, wäre es schon unver-dient  gewesen, aber wer nicht aufs Tor schießt, kann auch nicht erwarten, zu gewinnen bzw. mit Punkten belohnt zu werden.

Tore: 0:1 (37.) R. Jones (Gogulla, Hospelt), 0:2 (51.) Schütz (Hanowski, Ehrhoff).  Strafen:  Krefeld  10, Köln 10. Schiedsrichter:  Kopitz – Piechaczek. Zuschauer: 6181.

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