Uwe Krupp im großen Hockeyweb-Interview - Teil 1

Nationalteam heute Abend gegen LettlandNationalteam heute Abend gegen Lettland
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Für die Deutsche Nationalmannschaft startet mit dem Deutschland-Cup (6.-8.November in München) eine ereignisreiche Saison. Schon im Februar schließen sich die Olympischen Spiele in Vancouver/Kanada an, ehe Anfang Mai die Eishockey-Weltmeisterschaften in Deutschland beginnen. Grund genug für Hockeyweb-Redakteur Oliver Koch bei Bundestrainer Uwe Krupp mal genauer nachzufragen.

Das Interview wird in drei Teile gegliedert. Beginnend mit dem Thema Deutschland-Cup, reißen wir morgen das Thema Olympische Spiele und Weltmeisterschaften an. Am Freitag geht es dann um den Nachwuchs sowie um Uwe Krupps Zukunft als Bundestrainer.

Teil 1: Deutschland-Cup

Herr Krupp, neuer Ort, neues Glück? Was denken Sie, wird am Standort München anders sein als letztes Jahr in Frankfurt oder die Jahre zuvor in Hannover? Was ist ihr Eindruck?

Uwe Krupp: Letztes Jahr in Mannheim und in Frankfurt hat es uns, auch vom Interesse der Zuschauer her, gefallen. München ist ein gutes Pflaster für uns, mit einem riesigen Einzugsgebiet von traditionellen Eishockey-Standorten wie Rosenheim, Landshut, Bad Tölz usw.. Von daher erwarten wir aus diesen Regionen viele Zuschauer, welche den bisherigen Weg zum Deutschland-Cup immer als ziemlich weit empfunden haben. Zuschauer die es auch verdient haben, Spitzeneishockey zu sehen.

Stellt der Deutschland-Cup in diesem Jahr eine andere Bedeutung dar? Mit den Olympischen Spielen und den Weltmeisterschaften im eigenen Land stehen noch zwei weitere, wichtigere Turniere an. Wo können die Eishockeyfans den Deutschland-Cup in diesem Jahr einordnen?

UK: Der Deutschland-Cup ist ganz wichtig für die nächsten Turniere. Hier können sich die Jungs zeigen und empfehlen. Wir wollen gut spielen und dabei schon genau schauen, mit wem wir weiter planen können. Es ist auch eine Chance für die Spieler, die neu im Kader sind oder eine zweite Chance bekommen werden. Beispielsweise bin ich sehr auf Thomas Greilinger gespannt. Es ist sehr beeindruckend, wie er sein Leben wieder in den Griff bekommen hat und in der DEL beim ERC Ingolstadt gute Leistungen zeigt.

Wie sieht es mit den “Neulingen” aus?  
 
Da ist der Torwart der Eisbären, Rob Zepp, der definitiv in einem Spiel das Tor hüten wird. Auch hat Ingolstadts Verteidiger Jakub Ficenec jetzt einen deutschen Pass.  Ebenfalls wird Jason Holland  dabei sein. Der hat jetzt endliche eine Spielerlaubnis für die Nationalmannschaft. Aber auch noch weitere junge Spieler werden eine Chance bekommen. Der endgültige Kader steht erst circa eine Woche vor dem Turnier fest.

Was halten Sie denn generell von Spielern die nicht aus dem deutschen Nachwuchs stammen, sondern eingebürgert wurden?

Prinzipiell ist es mir egal, wo ein Spieler Schlittschuhlaufen gelernt hat. Es wäre auch falsch, wenn ich nicht auf deren Erfahrungen setzen würde. Ganz im Gegenteil, sie sind ja keine schlechten Spieler. Sie agieren seit Jahren in der DEL und kennen hierzulande das Eishockey gut. Im Endeffekt geht es für mich als Bundestrainer auch darum, die beste Mannschaft aufs Eis zu bringen. Ein Team, welches das Eishockey in Deutschland, sowie die DEL gut repräsentieren kann.  Zudem ist es auch so, dass sich diese Spieler integrieren wollen. Sie versuchen sogar so gut wie möglich Deutsch zu sprechen und wollen auch, wie zum Beispiel TJ Mulock, international dazulernen.

Herr Krupp, gehen wir die Spiele beim Deutschland Cup einmal einzeln durch. Zum Auftakt geht es gegen die USA. Was ist zu erwarten?

Zu erwarten ist ein sehr emotionales Spiel. Die USA werden eine sehr starke Mannschaft haben. Zwar werden wir den genauen Kader erst kurz vor dem Spiel kennen, aber  das sie gut sind, wissen wir jetzt schon. Auch wenn dort wohl Spieler agieren werden, die in Europa spielen. Es werden aber die Besten sein, die in Deutschland, der Schweiz oder in Skandinavien spielen.

Kann man behaupten, dass die US-Amerikaner dann nicht eingespielt sein könnten? Immerhin kommen sie ja erst kurz vor dem Turnier zusammen und spielen ja nicht wirklich oft miteinander?

Obwohl die nicht oft miteinander Spielen, kennen die sich doch sehr gut. Meist waren sie schon als Jugendliche in Spieler-Entwicklungs-Camps. Haben dort zusammen gewohnt, trainiert und gespielt. Das wirkt sicher noch bis heute nach und macht sie mit Sicherheit nicht schlechter.

Gegen die Slowakei. Ist dort vielleicht ein Sieg zu erwarten?

Sicher könnten wir gewinnen. Aber die Slowaken haben anscheinend ihre Schwächeperiode überstanden. Sie hatten schnell ein Nachwuchskonzept auf die Beine gestellt und lassen seit 2007 ihre U 20-Auswahl in der ersten Liga mitspielen. Dies könnte sich natürlich auch positiv für die Slowaken auszahlen. Denn Teile dieser Generation spielen nun auch in der A-Nationalmannschaft.

Im letzten Spiel geht es dann gegen die Schweiz. Das ewige Duell?

Vom ewigen Duell brauchen wir nicht mehr zu sprechen. Das war es zu den Zeiten, als Truntschka oder Kühnhackl noch für Deutschland spielten. Heute laufen wir den Schweizern hinterher. Die Schweizer haben sich zu einem Top-Team in Europa gemausert, sie sind auf Platz 7 der Weltrangliste. Auch wegen ihrer konsequenten Nachwuchsarbeit. Für mich sind die der Favorit auf den Turniersieg.

Herr Krupp, warum sollten sich die Eishockey-Fans unbedingt um Karten für den Deutschland-Cup bemühen?

Ganz einfach: Weil er durch die Teams sehr gut besetzt ist. Außerdem gibt es Eishockey auf einem Niveau geboten,  welches die Fans hierzulande nicht so oft sehen.

Teil 2 morgen: Die Olympischen Spiele und die WM im eigenen Land - "Wir wollen noch immer etwas reissen.  Wir werden auch die Mannschaft aufstellen, die von diesem Ziel überzeugt ist, die etwas erreichen will."

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