Unverdiente Niederlage für Krefeld PinguineGegen Bremerhaven war mehr drin

Philip Riefers von den Krefeld Pinguinen. (Foto: dpa/picture alliance/Revierfoto)Philip Riefers von den Krefeld Pinguinen. (Foto: dpa/picture alliance/Revierfoto)
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Nach dem für beide Mannschaften enttäuschenden Beginn des Wochenendes waren die Fans in Krefeld gespannt, ob die Krefelder endlich den Fluch von zwölf Niederlagen in Serie gegen ihre Namensvettern würden beenden und an ihre gute Leistung im Vorbereitungsturnier in Heerenveen würden anknüpfen können, wo man im August zum ersten Mal nach dem allerersten Aufeinandertreffen vor drei Jahren an der Nordsee einen Sieg eingefahren hatte. Verzichten mussten die Seidenstädter außer auf Martin Schymainski, Justin Hodgman und Mark Cundari auch auf Jussi Rynnäs, der sich in Schwenningen eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte. So kam Dimitri Pätzold zu seinem ersten geplanten Einsatz.

Nach einer munteren Anfangsphase war es Topscorer Chad Costello, der in Minute 6 die erste gute Chance des Spiels hatte, aber verzog. Einen Aufreger brachte Minute 8, als Carson Macmillan  Alex Trivellato mit einem unerlaubten Check niederstreckte. Die Krefelder Überzahl brachte nur ein paar Unmutsbezeugungen unzufriedener Krefelder Fans zustande. Bei verteiltem Spiel gab es Gelegenheiten auf beiden Seiten, wobei die Niederrheiner die letzten drei Minuten des Drittels klar beherrschten und mehrere sehr gute Chancen verpassten. So ging es torlos in die Pause.

Krefeld begann in Überzahl, vertändelte aber die Scheibe, fing sich einen Konter und kassierte selbst eine Hinausstellung gegen Philip Bruggisser. In Minute 26 bemühten die Schiedsrichter den Videobeweis, weil beim vermeintlichen 1:0 der Pinguine Tomas Pöpperle behindert worden war. Bis zum Powerbreak schnürten die Krefelder die Norddeutschen in deren eigenem Drittel ein, konnten den Puck aber nicht ins Tor befördern. Minute 31 sah die nächste prima Chance der Pinguine, aber der doppelt abgefälschte Puck wollte nicht ins Tor. Erst in der Schlussphase des Mitteldrittels kamen die Pinguins besser ins Spiel, auch wegen einer Krefelder Unterzahl. Das Drittel endete mit mehr Krefelder Druck und einem einschuss-bereiten Pinguin vor Pöpperle, dem der Schlusspfiff sozusagen den Schläger aus der Hand nahm. Trotz klarer Krefelder Überlegenheit während 90 Prozent der Zeit (25:13 gewonnene Bullys, Schussstatistik 30:18 für Krefeld)  blieb es weiter beim torlosen Unentschieden.

Würde sich das Auslassen von Großchancen auf Krefelder Seite so wie beim Spiel in Schwenningen fortsetzen? Krefeld kam mit Schwung aus der Kabine, musste aber wegen einer Strafe gegen Jacob Lagace ab Minute 43 vorsichtiger spielen. Als Pätzold in höchster Not rettete und die Scheibe frei im Slot lag, staubte Miha Verlic in Minute 45 zum 0:1 ab. Doch schon 21 Sekunden später glichen die Pinguine den unverdienten Rückstand durch Grant Besse aus, nachdem Pöpperle ein grober Schnitzer unterlaufen war. Die Strafe für das Auslassen einiger Top-Chancen brach in Minute 59 über die glücklosen Niederrheiner herein: als die Pinguins in der rechten Ecke des Krefelder Drittels in Scheibenbesitz waren, hinterlief Stefan Espeland die Krefelder Defensive auf Linksaußen und konnte den exakten Querpass von Jan Urbas mit einer Direktabnahme zum 1:2 in die Maschen setzen, Pätzold war machtlos. Er verließ 48 Sekunden vor Schluss sein Tor zugunsten eines sechsten Feldspielers, aber auch bei der letzten Krefelder Chance stand Fortuna nicht auf Seiten der Pinguine.

Philip Riefers, der eine topsolide Leistung in der Verteidigung ablieferte, meinte zum Spiel: „Wir waren in den 60 Minuten eigentlich die bessere Mannschaft. Die Situation, die zum 1:2 führte, müssen wir uns noch einmal anschauen, da müssen wir wach sein, denn wir wissen, dass Bremerhaven eine gute Offensive hat, da dürfen solche Sachen nicht passieren.“ Auch Jacob Lagace, der mit Einsatz und Kampfgeist zu überzeugen wusste, allerdings am 0:1 durch seine Strafzeit nicht schuldlos war, hatte ein gutes Spiel der Pinguine gesehen. „Wir müssen aus unseren Fehlern lernen und in den Spielen dieser Woche einen Weg finden zurück zu kommen. Ich denke nicht, dass die Strafe gegen mich gerechtfertigt war. Ich arbeite sehr hart und es war äußerst unglücklich, dass Bremerhaven getroffen hat, als ich auf der Bank saß.“

Pinguins-Trainer Thomas Popiesch bedankte sich bei seinem Torhüter für das „schmeichelhafte“ 0:0 nach 40 Minuten. „Im letzten Drittel haben wir besser gespielt, waren kreativer. Dank eines starken Torhüters und mit etwas Glück haben wir heute die drei Punkte mitgenommen.“ Pinguine-Trainer Brandon Reid stellte fest: „Wir hätten ein besseres Ergebnis verdient gehabt. Das Siegtor für Bremerhaven war ein harter Nackenschlag und schwer zu verdauen.“

Tore: 0:1 (44.) Verlic (Urbas, Zengerle) PP1, 1:1 (44.) 1:1 (Pietta, Costello), 1:2 (59.) Espeland (Verlic, Urbas). Strafen: Krefeld 8, Bremerhaven 8 + 10 (Macmillan). Schiedsrichter Iwert, Reneau. Zuschauer 4356.


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