Und auf einmal ist die lange Serie ganz kurzIngolstadt - Iserlohn 4:3 n.V.

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Beide Mannschaften wussten, was die Stunde geschlagen hatte, und gaben von Beginn an Vollgas. Die erste Chance des Spiels hatte Marco Friedrich für die Iserlohn Roosters, doch nur kurz darauf zog Ingolstadt in Person von Jean-Francois Boucher nach. Die Panther zeigten noch konsequenter, worauf es in den Play-offs ankommt: „Bring den Puck aufs Tor und etwas Gutes wird passieren.“ Hatten sie sich auf diese Weise schon ein paar gute Situationen erarbeitet, fiel die Führung nach sieben Minuten ebenfalls auf diese Weise: Brocklehurst schoss in Überzahl von der blauen Linie, viel Verkehr vor Dshunussow, der wieder für Lange spielte, und schon war die Führung perfekt. Doch nur zwei Minuten später antworteten die Roosters in Person von Chris Connolly, der vor dem ERC-Tor am schnellsten reagierte und aus kurzer Distanz einschob. Als Schopper auf der Strafbank Platz nehmen musste, frohlockten die Roosters-Fans, doch das Powerplay blieb ohne nennenswerte Chancen für die Sauerländer. Drei Minuten vor Schluss musste dann Swzez in die Kühlbox, aber auch dieses Powerplay verpuffte. Erst nach Ablauf der Strafe hatten die Roosters zwei halbe Chancen durch Connolly und Forster.

Die Torhüter rücken in den Blickpunkt

Nach knapp zwei Minuten  im zweiten Abschnitt zuckte erstmals die Fanghand von Dshunussow nach einem Schuss von Derek Hahn vom Bullykreis. Kurz darauf konnte hatte Pielmeier die Chance, sich auszuzeichnen: ERC-Verteidiger Kohl bekam an der blauen Linie der Roosters die Scheibe vom Iserlohner Routinier Boris Blank abgeluchst, der dann nur per Haken an seinem Alleingang auf Pielmeier gehindert werden konnte. Den gab es aber folgerichtig in Form eines Penaltys. Hier behielt der Meister-Goalie die Nerven, machte das „Fivehole“ zu und verhinderte den Schuss zwischen die Schoner. Danach machten die Iserlohner weiter Druck und kamen durch Sullivan zur Führung, der nach schönem Zuspiel aus zentraler Position abschloss. Kurz darauf mussten Friedrich und Boucher auf die Strafbank. Bei 4-gegen-4 erarbeiteten sich die Iserlohner einige gute Chancen, wurden aber kalt erwischt, als Alexandre Picard nach Bullygewinn von Derek Hahn mit einem trockenen Schuss vom Bullykreis hoch über die Stockhand von Dshunussow zum Ausgleich traf. Exakt zur Mitte des Spielmitte hatten die Panther Glück, als Pielmeier einen vom eigenen Verteidiger abgefälschten Verteidiger Querpass von IEC-Verteidiger Colten Teubert gerade noch parieren konnte. Danach gab es Chancen auf beiden Seiten, ohne dass eines der beiden Teams die Partie dominieren konnte.

Nach 33 Minuten gab es wieder 4-gegen-4, weil York und Buck auf die Strafbank mussten. In dieser Phase ging Panther-Stürmer Gawlik auf und davon und konnte nur per Haken durch Torschütze Sullivan gestoppt werden. Im folgenden Powerplay jubelten die Panther-Fans nach wenigen Sekunden, mussten sich aber wieder beruhigen, weil die Schiedsrichter gleich anzeigten, dass sie den Treffer nicht gelten lassen würden. Mit Ablauf der Starfe versuchte es Ross noch einmal per Direktschuss, konnte Dshunussow aber nicht bezwingen. 105 Sekunden vor Ende des Mittelabschnitts sprangen die Panther-Fans auf, als Hager und MacMurchy 2-gegen-1 auf Dshunussow ging hinaus – mussten sich aber wieder hinsetzen, weil die Panther diese Situation etwas leichtfertig verzockten. Danach rettete Ross im Fallen vor dem eigenen Tor, den Nachschuss von Sullivan konnte Pielmeier abwehren – danach ging es in die zweite Pause!.

Als es darauf ankommt, zeigen die Panther Meister-Härte

Im Schlussabschnitt zelebrierten beide Teams einen Ritt auf der Rasierklinge. Nach vier Minuten rettete zunächst Dshunussow, nur wenige Sekunden später Pielmeier auf der anderen Seite bei einem Alleingang von Connolly. Wie aus dem Nichts gingen die Panther nach etwas mehr als sieben Minuten in Führung: Nach einem Querpass an der blauen Linie zog Dutin Friesen ab – und unter Dshunussow kullerte die Scheibe über die Linie. Gawlik hatte dann acht Minuten vor Schluss die erste gute Chance, die Entscheidung herbeizuführen, scheiterte aber aus kurzer Distanz an Dshnussow ebenso wie Szwez nach einem abgefälschten Schuss von Dustin Friesen. In der Folge drückten die Roosters auf den Ausgleich, erarbeiteten sich auch einige Möglichkeiten, die Panther blieben aber mit Kontern stets gefährlich. 52 Sekunden vor Ende ging Dshunussow schließlich für den sechsten Feldspieler vom Eis. 

27 Sekunden vor Schluss musste der Ingolstädter Hager wegen Spielverzögerung auf die Strafbank. Und dann nahm der Wahnsinn seinen Lauf: Liwing schoss von der blauen Linie, wurde aber abgeblockt und musste die Scheibe über die blaue Linie passieren lassen. Als die Panther-Fans sich schon fast am Ziel wähnten, schlug Iserlohn vier Sekunden vor Ende zu und traf durch Brent Raedecke zum Ausgleich. Damit ging es in die Verlängerung.

Darin hatte nach 75 Sekunden Cody Sylvester die erste Chance, das Spiel zu entscheiden, als er alleine auf Pielmeier zulief – aber ebenso scheiterte wie kurz darauf Hager und MacMurchy auf der anderen Seite. Nach sieben Minuten scheiterte Sullivan in aussichtsreicher Position mit einem Direktschuss vom Bullypunkt. Nach etwas mehr als elf Minuten musste Lavallée auf die Strafbank, ohne dass Ingolstadt zunächst zwingende Torchancen kreieren konnte. Nach 75 Minuten prüfte Mike Mike York Pielmeier mit einem Schlagschuss, kurz darauf auf der anderen Seite ERC-Stürmer Boucher Dshunussow aus kurzer Entfernung. Die letzte gute Chance in der ersten Verlängerung hatten die Roosters, als Pielmeier gegen Raedecke aus aussichtsreicher Position parierte. 

In der zweiten Verlängerung kam das Ende schnell: Nach 141 Sekunden brachten die Roosters die Scheibe nicht konsequent aus dem eigenen Drittel - Jeffrey Swzez schlenzte sie über die Linie zum Sieg der Panther, die damit mit 3:2 in der Serie in Führung gehen. 

Tore:
1:0 Aaron Brocklehurst (Jared Ross, Derek Hahn /5-4) 7:09
1:1 Chris Connolly (Kevin Lavallée, Boris Blank) 9:22
1:2 Sean Sullivan (Dylan Wruck, Jonas Liwing) 24:58
2:2 Alexandre Picard (Derek Hahn) 27:25
3:2 Dustin Friesen (Benedikt Schopper, Christoph Gawlik) 47:39
3:3 Brent Raedecke (Mike York, Sea n Sullivan /6-4) 59:56
4:3 Jeff Swzez (John Laliberte, Derek Hahn) 82:21

Schiedsrichter: Bauer / Schukies
Strafen: Ingolstadt 10, Iserlohn 10
Zuschauer: 4.815