„Um erfolgreich zu sein, müssen wir als Einheit spielen“Interview mit dem Krefelder Verteidiger Robin Weihager

Krefelds schwedischer Verteidiger Robin Weihager. (Foto: Imago)Krefelds schwedischer Verteidiger Robin Weihager. (Foto: Imago)
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Herr Weihager, was denken Sie über das Spiel gegen Schwenningen?

„Wir haben von Anfang bis Ende ein gutes Spiel gespielt. Wir haben die Partie entschlossen angepackt. Das Tor der Schwenninger war unnötig und hat dem Spiel  etwas Spannung gegeben, aber nach unserem dritten Tor haben wir das Spiel wieder kontrolliert.“

In den ersten fünf Minuten konnte man den Eindruck haben, dass keine der beiden Mannschaften der anderen weh tun wollte.

„Nun, es ist das Saisonende, die Punkte sind sehr wichtig, besonders für uns, und vielleicht war am Anfang etwas Anspannung im Spiel, aber wie ich schon sagte, denke ich, dass wir gut gespielt haben und dass wir nach unserem ersten Tor ins Rollen gekommen sind.“

Was waren die Stärken und die Schwächen der Mannschaft in diesem Spiel?

„Ich meine, wir haben die Scheibe gut laufen lassen und haben auch unseren Körper gut eingesetzt. In der Abwehr waren wir manchmal nicht diszipliniert genug, vielleicht weil wir zu sehr daran dachten, Tore zu erzielen, aber insgesamt denke ich, dass wir heute die bessere Mannschaft waren.“

Wie stufen Sie Ihre eigene Leistung heute Abend ein?

„Sie war in Ordnung. Wir haben heute stark nach vorne gespielt, die Offensive hat Druck gemacht, dann ist es in der Defensive viel leichter. Mein Spiel fühlte sich gut und solide an.“

Meinen Glückwunsch zum mindestens vierten Spiel, in dem Sie zwei Assist-Punkte machten (vorher schon gegen Berlin, Düsseldorf und Augsburg). Ich persönlich war nicht einverstanden damit, wie Sie in der ersten Zeit in Krefeld eingesetzt wurden. Sind Sie zufrieden mit der Menge an Eiszeit, die der Trainer Ihnen jetzt gibt?

„Es ist okay. Jeder will so viel wie möglich spielen, ich hatte einen etwas harten Anfang, aber nach einigen Spielen habe ich mich besser hineingefunden und mich an die Liga gewöhnt, und in der letzten Zeit fühlt es sich wirklich gut an – hoffentlich bleibt das so. Ich habe hart gearbeitet, der Trainer ist der Trainer und trifft die Entscheidungen. Das ist alles, was ich sagen kann, ich arbeite hart und versuche bei jedem Einsatz, mein Bestes zu geben.“

Es ist offensichtlich, dass Sie nun mehr Eiszeit bekommen, wohingegen Sie anfangs sehr wenig Eiszeit erhielten.

„Ja, das ist richtig. Ich fühlte mich wenig geschätzt, als ich so viel auf der Bank saß, was für jeden sehr enttäuschend ist. Aber jetzt spiele ich ein wenig mehr und versuche, das Beste daraus zu machen.“

Das Spiel der Pinguine ist oft dafür kritisiert worden, dass es zu viele Schüsse des Gegners auf das eigene Tor zulässt. Meinen Sie, dass dies mehr in der Verantwortung der Verteidiger oder vielleicht der Stürmer liegt, die in der Defensive nicht aggressiv genug zur Sache gehen?

„Nein, ich denke nicht, dass  man jemand Spezielles dafür verantwortlich machen kann. Wir sind immer fünf Jungs auf dem Eis, und um erfolgreich zu sein, müssen wir als Einheit spielen und jeder muss diszipliniert sein und sich voll einsetzen – zuerst in der Verteidigung und dann erst im Angriff. Ich meine, das gilt für uns alle, Verteidiger und Stürmer. Wenn die Abwehrarbeit funktioniert, klappt es auch im Angriff. Ich denke, wir müssen alle ein wenig daran arbeiten.“

Ein Problem der Abwehrarbeit der Pinguine ist meiner Meinung nach, den Puck in Unterzahlsituationen aus dem eigenen Drittel zu befördern. Während andere Teams die Scheibe einfach hart aus der Verteidigungszone schlagen (z.B. Berlin), versuchen die Pinguine viel zu häufig, einen Angriff aufzubauen und verlieren dann die Scheibe beim Passspiel.

„Es kommt letztlich alles darauf an, sich wirklich einzusetzen und gute Entscheidungen zu treffen. Manchmal ist es nicht so leicht, die Scheibe hart herauszuschießen. Es hängt davon ab, dass du die richtige Entscheidung triffst. Vielleicht sind wir in dieser Beziehung alle etwas zu nachlässig gewesen. Um eine erfolgreiche Mannschaft zu sein, musst du die richtigen Entscheidungen treffen.“

Was erwarten Sie vom Spiel gegen Augsburg?

„Jedes Auswärtsspiel ist schwer. Für sie geht es um nichts, und sie können entspannt für ihre eigenen Fans spielen. Es wird also ein harter Kampf für uns, und wie ich schon gesagt habe, brauchen wir noch Punkte – nur noch einen einzigen – darum gibt es keinen Grund, sich zurückzulehnen und zu entspannen. Wir müssen gewinnen, und ich denke, wir haben eine gute Chance, wenn wir uns weiterhin hart einsetzen und diszipliniert bleiben.“

Wenn die Pinguine es in die Pre-Play-offs schaffen, würden Sie dann Nürnberg oder Wolfsburg als Gegner bevorzugen?

„Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. In dieser Phase des Spieljahres denkt man von Spiel zu Spiel. Wenn man irgendetwas als gegeben hinnimmt – z.B. gegen wen man als nächstes spielt – bringt man sich nur in Schwierigkeiten. Alles, was ich sagen kann, ist, dass wir Freitag gegen Augsburg spielen, und wenn wir gewinnen, werden wir weitersehen.“

Herr Weihager, vielen Dank für das Interview und viel Erfolg in den weiteren Spielen.

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