Traumstart für die Schlittenhunde

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Besser hätte der Start in die erste

DEL-Saison für die Kassel Huskies nicht werden können: Nach dem ersten

Spielwochenende können die Nordhessen auf eine volle Punkteausbeute verweisen.

Sechs Punkte aus den Spielen gegen Hamburg und Ingolstadt – zwei Gegner

wesentlich besseren Formats – lassen Kassel weiter jubeln.  

Am Ende war es ein mehr als verdienter

Erfolg. „Kassel wollte den Sieg einfach mehr als wir“, musste auch Ingolstadts

Trainer Benoit Laporte eingestehen. Deshalb kamen die Schlittenhunde auch nach

einem unglücklichen 0:2-Rückstand wieder zurück, drehten das Spiel und konnten

die Partie für sich entscheiden.  

Schon im ersten Spielabschnitt

erarbeiteten sich die Kasseler einige gute Einschussmöglichkeiten. Zwei Mal

Bartek (8.) und Leavitt (9.) prüften Ingolstadts Jimmy Waite. Von den Gästen kam

bis dahin nicht viel, erst in der zwölften Spielminute konnten sie durch einen

Bauerntrick Doug Asts im Powerplay auf sich aufmerksam machen. Weil Kassel

erneut gut in Unterzahl agierte und kaum Schüsse zuließ und Ingolstadt früh

störte, stand am es am Ende des Abschnitts noch immer 0:0 

Dafür kamen die Panther im zweiten

Drittel mit mehr Tatendrang aus der Pause. Dennoch kam das 0:1durch Greilinger

in der sechsten Minute relativ unerwartet, nachdem sich Bartek und Tallaire noch

auf der anderen Seite versucht hatten. Mit der Führung im Rücken und einer

5-3-Überzahlsituation hatten der ERC leichtes Spiel und konnte in der 31. Minute

durch Holland auf 0:2 erhöhen. Doch die Huskies gaben sich nicht auf und kamen

eineinhalb Minuten vor Ende des Drittels zum Anschlusstreffer. Der in den Sturm

zurück beorderte Burym nutzte ein Zuspiel von Palmer und eine große Verwirrung

rund um das Ingolstädter Tor zum verdienten 1:2. 

Was im Schlussabschnitt folgte, war eine

Demonstration absoluten Siegeswillens. Während die Huskies ein Offensivfeuerwerk

abbrannten, versuchten die Panther mit aller Macht die Führung über die Zeit zu

retten, sahen dabei aber keine andere Möglichkeit mehr als mehr Härte ins Spiel

zu bringen – doch auch dabei zogen die Schlittenhunde mit. Schmidt (44.) und

Beardsmore (51.) kamen zu guten Chancen, bevor Ryan Gaucher einen Abpraller

Klinges ungehindert zum 2:2-Ausgleichstreffer in die Maschen schießen konnte

(12.). Und die Huskies wollten mehr. Im Minutentakt kamen Pellegrims, Bannister

und Leavitt zu hervorragenden Chancen. Ingolstadt wurde immer nervöser, selbst

der starke Jimmy Waite zeigte plötzlich Nerven und entging nur haarscharf einem

Eigentor. Dann, bei angezeigter Strafe gegen die Gäste, zieht Mike Pellegrims

(Foto by City-Press) von der blauen Linie ab, Colin Beardsmore hält die Kelle genau richtig

dazwischen und die Scheibe zappelt im Netz. 3:2 für die Huskies – Jubel ähnlich

dem der Meisterschaft.  

Die Huskies sind zurück in der DEL. Nicht

untergehen wollten sie; zeigen, dass sie mithalten können. Das haben sie schon

nach dem ersten Wochenende unter Beweis gestellt. Für das Selbstbewusstsein, die

Stimmung im Team und den Kampfgeist war das erste DEL-Wochenende ein riesiger

Erfolg – und wer weiß, wie weit eine solche Welle der Euphorie tragen kann …

 

Stimmen zum Spiel 

Benoit Laporte, Trainer Ingolstadt

Panther:

„Gratulation an Stéphane Richer, das war

heute ein verdienter Sieg seiner Mannschaft. Kassel hat gerade im letzten

Drittel sehr gut gespielt. Wir mussten heute ohne drei Ausländer antreten,

dennoch haben wir in den ersten beiden Dritteln ein gutes Spiel gezeigt. Das

erste Tor kurz vor Ende des zweiten Drittels war sehr wichtig für Kassel, der

zweite Treffer war sehr unglücklich für uns. Im letzten Drittel waren die

Zuschauer sehr stark und haben das Spiel für Kassel gewonnen – unglaublich

dieser Lärm. Letztendlich wollte Kassel den Sieg einfach mehr als

wir.“ 

Stéphane Richer, Trainer Kassel

Huskies: 

„Mein Team hat heute Abend große Moral

bewiesen und ist nach einem 0:2-Rückstand wieder zurückgekommen. Wir wussten,

dass Ingolstadt kompakt stehen und doch mit viel Druck anfangen würde. Dennoch

hatten wir damit in den ersten vierzig Minuten einige Probleme. Im letzten

Drittel haben wir die Scheibe öfter tief ins Angriffsdrittel gespielt und

konnten so unser Forechecking besser aufziehen. Wir freuen uns sehr über den

Sieg, alle Punkte, die wir jetzt bekommen, sind enorm wichtig. Das war ein

tolles Wochenende, auch wenn wir wissen, dass noch viel Arbeit vor uns liegt.

Jetzt wollen wir aber erstmal die sechs Punkte genießen. Das Publikum war heute

Abend wie ein extra Spieler für uns. Die Stimmung im letzten Drittel kann das

Spiel entschieden haben.“ 

Leona Malorny


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