Trainer-Hopping bei den Adlern MannheimEin Hockeyweb-Kommentar

Daniel Hopp hat ein teures Team. Nur der Erfolg bleibt derzeit aus. (picture alliance/KUNZ/Augenklick)Daniel Hopp hat ein teures Team. Nur der Erfolg bleibt derzeit aus. (picture alliance/KUNZ/Augenklick)
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Die Adler Mannheim befinden sich im Sturzflug. Dem Liga-Riesen droht nach dem 2:4 in Straubing das Verpassen der direkten Play-off-Qualifikation. Zu wenig für den ambitionierten Geschäftsführer Daniel Hopp. Der sorgte für einen Rundumschlag und feuerte Trainer Sean Simpson und Manager Teal Fowler. Er will einen Neuanfang bei der sportlichen Leitung. Mal wieder. Seit der Meisterschaft 2015 geht es in der Kurpfalz stetig bergab. In der Spielzeit 2015/2016 kam das Aus in den Pre-Play-offs gegen Köln, in der vergangenen Saison im Viertelfinale gegen die Eisbären. „Wir haben die Schnauze voll“, skandierte der frustrierte Anhang in Straubing. Vor dem eigenen Tor durchlässig, vor dem des Gegners fahrlässig bis uninspiriert – Mannheim hat die Balance eingebüßt, das Team trudelt. Die Gesichter zeigen Enttäuschung und Frust, Anspruch und Wirklichkeit in der Kurpfalz sind derzeit so wie beim oft zitierten Glühwürmchen, das als Berufswunsch Flutlicht angibt. Die Klubführung reagiert auf die anhaltende Krise des mit München teuersten Teams der Liga mit Aktionismus. Seit dem Meistertitel 2015 versuchten sich Greg Ireland, Craig Woodcroft und eben Simpson drei Trainer bei den Adlern. Die Halbwertszeit an der Mannheimer Bande ist kurz. Sehr kurz. Den Übungsleitern blieb kaum Zeit, in der Quadratestadt eine Wohnung einzurichten. Die Wirkung war schnell verpufft. Die Wechsel brachten keine Besserung. Im Gegenteil. Die Versuche, wieder in der Erfolgsspur zu kommen, waren so fruchtbar wie eine Schippe Sand. Grausam spült die Krise zutage, dass im flügellahmen und gut bezahlten Kader nicht ein neuer Trainer, sondern Siegertypen fehlen und dass es in den Strukturen Nachholbedarf gibt. Ein Mentalitätsproblem. Nun also hat der einst skandalträchtige Kanadier Bill Stewart auf dem Mannheimer Schleudersitz Platz genommen. Ein alter Bekannter. Ein Mann mit harter Hand. Vielleicht kann er das Starensemble wieder auf Vordermann zu bringen. 2001 wurde der Kanadier mit den Adlern Meister. Allerdings, sportlichen Lorbeer hat der 60-Jährige in dieser Spielzeit nicht gerade gesammelt. Mitte Oktober wurde er in Straubing nach nur knapp einem halben Jahr gefeuert. Zu dieser Zeit waren die Niederbayern Tabellenletzter.  Man könnte sich jetzt einreden, dass die Welt der Adler Mannheim wieder heil wird, wenn nur ein anderer die sportliche Führung übernimmt. Das wäre allerdings eine große Selbsttäuschung – wie die letzten zwei Jahre gezeigt haben. Beim siebenmaligen Champion wird man mehr tun müssen, als den Trainer und Manager auszuwechseln, um wieder zu sich selbst zu finden.  

 

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