Tigers machen leichte BeuteStraubing überrennt Schwenningen im ersten Drittel

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„Straubing ist gut gestartet und schnell in Führung gegangen. Es war wenig Gegenwehr von Schwenningen, ich glaube, die können auch besser spielen. Solche Spiele gibt es und wenn man die anderen Ergebnisse anschaut, war es für Straubing eigentlich der perfekte Tag und wichtige drei Punkte“, meint Marco Sturm.

Dabei kamen die Schwäne stark ersatzgeschwächt nach Niederbayern. Nur fünf echte Verteidiger standen auf dem Eis, sodass Toni Ritter in der Schwazwälder Defensive aushelfen musste. Nach einer Spieldauerstrafe gegen Sascha Goc im Schlussdrittel waren es gar nur noch vier gelernte Verteidiger. Insgesamt waren ohnehin nur drei Reihen spielfähig. Das bewertet der Bundestrainer so: „Es ist keine einfache Situation. Man ist Letzter, man hat nur noch neun Spiele, viele Verletzte und Kranke. Man sieht es an der Körpersprache von den Jungs, es ist keine einfache Situation, aber trotzdem steht man unter Vertrag und muss alles geben. Das werden sie mit Sicherheit am Sonntag wieder machen.“ Schwenningens Simon Danner lässt den Personalmangel nicht als Ausrede gelten und sagt: „Das war letzte Woche genauso und da haben wir in Iserlohn gewonnen. Da hatten wir noch weniger Verteidiger. Klar, es ist hart, aber man kann auch gewinnen. Hätten wir etwas cleverer gespielt, hätten wir hier auch was reißen können.“

Straubing wechselte zügig, die Schwenninger mussten länger auf dem Eis bleiben. Das machte sich bereits im ersten Abschnitt bemerkbar, denn die Hausherren schossen eine lockere Drei-Tore-Führung heraus. Danner: „Wir kamen wieder schnell in Rückstand und waren gleich 0:3 hinten. Gegen heimstarke Straubinger ist es dann besonders schwer zurückzukommen.“ Auch in Überzahl lief bei den Schwänen wenig. „Unsere Überzahl war auch nicht so prickelnd, da hatten die Tigers fast mehr Chancen als wir selbst. Aber ich denke, wenn wir da besser rein kommen und vielleicht sogar noch ein Tor machen, das sieht‘s anders aus.“ Straubings Tommy Brandl meint locker: „Es war jetzt kein spektakuläres Spiel, im ersten Drittel haben wir unsere Chancen halt eiskalt ausgenutzt. Ich glaube, wir haben heute vieles richtig gemacht und haben die Schwenninger gut in Schach gehalten. Alles in allem können wir mit unserer Leistung sehr zufrieden sein.“

Kurz nach Wiederbeginn war das Spiel schon fast entschieden. Nach dem vierten Tigers-Tor schalteten die Hausherren einen Gang zurück, aber kontrollierten nach wie vor. Bis zum Drittelende legten die Straubinger noch einen nach, doch auch die Gäste kamen erstmal auf die Anzeigetafel. Damit war der Shutout für Matt Climie schon wieder hinfällig. Auch im Schlussdrittel taten die Hausherren nur das nötigste. Brandl meint: „Kann sein, dass das den Eindruck machte, aber es war nicht auf Anweisung. Vom Gegner ist halt auch nicht recht viel gekommen und dann schaltet man vielleicht automatisch einen Gang runter. Das haben die dann noch zweimal ausgenutzt.“

Einen zerknirschten und unzufriedenen Eindruck hinterlässt Simon Danner: „Das ist unsere Krankheit. Nach einem guten Wochenende schlafen wir etwas, dann rennen wir hinterher und dann wird’s schwer.“ Doch Aufgeben gibt es auch im Schwarzwald nicht: „Die Motivation ist noch da. Wir haben noch Chancen, Plätze gut zu machen, für den zehnten Platz wird es natürlich verdammt schwer und wir schauen immer nach oben. Für Außenstehende ist das vielleicht nicht so klar, aber wir gehen aufs Eis, um zu gewinnen.“

Deutlich mehr Strahlkraft hat Tommy Brandl: „Jetzt sind wir auf dem achten Platz, das passt uns sehr gut. Wir sind auf jeden Fall bereit und wollen die Platzierung halten, Pre-Play-offs ist auf jeden Fall unser großes Ziel, wenn mehr dabei raus kommt, sind wir alle dankbar.“ Für ihn und seine Tigers geht es am Sonntag ins Sauerland, eine der unangenehmsten Hallen der Liga: „Die Knie schlottern auf keinen Fall. Ich glaube, wir haben den Monat und im Januar bewiesen, dass wir sehr gut spielen können, dass wir an die Leistung vom Anfang der Saison anknüpfen können, da brauchen wir uns vor keinem verstecken, auch wenn da immer die Hütte voll ist und die Halle am Seilersee brennt.“

Das Schlusswort gebührt dem Bundestrainer. Marco Sturm war auf Spielerschau und sagt: „Es war ein schwieriges Spiel, aber trotzdem sind auf beiden Seiten ein paar Jungs, die ich gerne sehen wollte. Zur WM-Vorbereitung kann man schon Spieler einladen, die man vielleicht noch nicht gesehen hat. Heute speziell habe ich ein Auge auf Sandro Schönberger gehabt. Er gibt immer alles für die Mannschaft, aber es gibt auch Kandidaten auf Schwenninger Seite.“

Tore: 1:0 (11.) Ryan Bayda (Austin Madaisky, Michael Connolly), 2:0 (12.) Austin Madaisky (Mirko Höfflin, Blaine Down), 3:0 (14.PP) Sean O`Connor (Steven Zalewski, Blaine Down), 4:0 (21.) Mike Hedden (Alex Dotzler, Steven Zalewski), 5:0 (29.) Ryan Bayda (Dylan Yeo, Austin Madaisky), 5:1 (40.PP) Philipp Schlager (Will Acton, Marcel Kurth), 5:2 (49.) Will Acton (Markus Poukkula, Matthew Pelech).

Schiedsrichter: Simon Aicher, Markus Schütz; Linienrichter: Markku Büse, Stefan Velkoski.

Strafen Straubing: 8, Schwenningen: 8 +10 +10 + auto. Spieldauer Sascha Goc.

Zuschauer 4.519.

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