Tigers besiegen Krefeld nach ComebackAuf und ab und auf

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Das Spiel zwischen den Straubing Tigers und den Krefeld Pinguinen war auf beiden Seiten eine mentale Achterbahnfahrt. Dabei lagen die Tigers bereits 1:3 zurück, gewannen am Ende jedoch 4:3 (1:1, 1:2, 1:0, 1:0) nach Verlängerung. Krefelds Martin Schymainski meinte nach dem Spiel: „Wir haben gutes Eishockey gespielt und uns durch unsere eigene Blödheit selbst bestraft.“ Ein sichtlich niedergeschlagener Rick Adduono sagt: „3:1 zu führen und dann verlieren, das ist schwer.“

Die Niederbayern legten einen Start nach Maß hin und gingen früh in Führung. Dylan Yeo brachte den Puck in doppelter Überzahl ins Netz. Straubing klar die spielbestimmende Mannschaft in dieser Phase. Doch wenig später zauberte David Fischer das Spielgerät zu Mike Collins, der plötzlich frei vor dem Straubinger Tor auftauchte und eiskalt den Ausgleich markierte. Krefeld nahm eine Strafe nach der anderen, doch die Tigers machten sich das Leben selbst schwer und nutzen ihre Chancen nicht. In insgesamt zwölf Strafminuten gelang nur ein Tor. Krefelds Coach Rick Adduono meinte: „Unsere Unterzahl war gut, aber Straubing macht das Tor.“ Straubing spielte bisweilen zu kompliziert und in den entscheidenden Sekunden mit wenig Selbstvertrauen. Trotzdem kam man zu vielen Abschlüssen. Die Statistiker zählten 17:2 Torschüsse im ersten Drittel, doch auf der Anzeige standen 1:1 Tore. Krefelds Martin Schymainski sah aber hier schon einen entscheidenden Faktor: „In erster Linie haben wir heute zu viele Strafen gehabt. Aber ich finde, wir waren zwei Drittel die bessere Mannschaft. Wenn man das ganze Spiel Strafen killen muss, da fehlt dann hinten auch irgendwann die Energie. Wir sind nicht auf Rosen gebettet und haben keinen großen Kader.“

Zu Beginn des zweiten Drittels dann der nächste Dämpfer für die Hausherren. Nach nur 44 Sekunden erzielten die Gäste den Führungstreffer. Mit Straubing war es nun fürs Erste vorbei, es spielten nur noch die Pinguine. In Überzahl legten die Pinguine auch noch nach. Auch wenn Larry Mitchell sagt: „Mein Empfinden auf der Bank und in der Kabine war, dass jeder Spieler trotzdem motiviert war und kein Spieler trotz vier Niederlagen in Folge und 1:3 für den Gegner resigniert hat. Ich habe keine negative Atmosphäre gespürt, das war heute sicher der Schlüssel“, hatte man von außen doch eine etwas andere Wahrnehmung. Von den Hausherren kam minutenlang nichts Brauchbares, dazu kamen viele ungenaue Zuspiele. Gefühlt waren die Hausherren dem „Tod“ doch recht nahe. René Röthke sieht es aber wie sein Trainer: „Da bin ich eher bei Larry. Wir haben nicht aufgegeben. Natürlich ist es nicht einfach, nach so einer Niederlagenserie mit großem Selbstbewusstsein zu spielen.“ Trotzdem war das Rumoren im Straubinger Fanlager deutlich wahrnehmbar und zu den ersten Pfiffen fehlte spürbar nicht viel. Deutlich besser die Stimmung im Gästeblock, der mit einer Busladung relativ gut besucht war. Die Pinguine versäumten es jedoch, den Sack zuzumachen. In der 33. Minute dann die nächste entscheidende Szene. Mike Mieszkowski checkt Sebastian Osterloh und bekommt eine 5+Spieldauerstrafe. Diese brachte die Hausherren zurück in die Partie. Straubing wie ausgewechselt und auch wieder mit dem klar erkennbaren Willen und neuem Mut. Röthke sagt: „Das war auf alle Fälle ein Knackpunkt. Wir waren dann mit dem Anschlusstreffer wieder zurück im Spiel.“ Nach einem Hammer von Danny Urban konnte Connor James den Anschluss wieder herstellen. Martin Schymainski sah das aber noch nicht so dramatisch: „Wir haben die fünf Minuten Unterzahl gut gespielt und nur ein Tor kassiert.“ René Röthke meint dazu: „Nach dem 1:3 nochmal so zurückzukommen, spricht für unseren Charakter.“

Im Schlussdrittel war dann von den Gästen nicht mehr allzu viel zu sehen. Straubing rannte, ackerte und belohnte sich selbst. Mike Hedden erzielte den inzwischen verdienten Ausgleich und das auch noch in Unterzahl. Nicht nur Schymainski gab das zu denken: „Bei eigener Überzahl kassieren wir das 3:3. Da hat man gemerkt, dass Straubing Aufschwung bekommen hat.“ Und der niederbayerische Sturmlauf ging weiter. Dass die Mitchell-Truppe den Sieg nicht bereits nach 60 Minuten klar machen konnte, lag zu großen Teilen an Tomas Duba, der einige herausragenden Paraden zeigte. Kurz vor der Sirene leisteten sich die Seidenstädter dann den Lapsus, mit einem Feldspieler zu viel zu agieren. Nach 65 Sekunden in der Overtime machte René Röthke den viel umjubelten Siegtreffer. Der Siegtorschütze freut sich: „Das ging ziemlich schnell vor dem Tor und ich habe getan, was man tun muss, und ihn reingehauen.“ Schymainski meint dazu: „Bei vier gegen drei ist viel Platz auf dem Eis, das hat Straubing gut gespielt.“

Rick Adduono fast das Spiel knapp zusammen: „Beide Mannschaften haben gut gearbeitet. Das Problem heute waren die vielen Strafen. Duba war stark und die Mannschaft spielte gut. Wir hatten heute kein Glück. Ich hoffe, wir gewinnen nächste Woche das Heimspiel und holen drei Punkte.“ Sein Gegenüber Larry Mitchell zeigt sich zufrieden mit Spiel und Ergebnis: „Wir haben vieles richtig gemacht. 41 Schüsse für uns und nur 17 gegen uns. Wir haben am Anfang der Niederlagenserie Probleme gehabt, das Anspiel zu gewinnen, heute haben wir 46 von 66 Bullys gewonnen. Dadurch bekommt man Spielanteile. Wir haben nur ein Tor bei den ersten sechs Überzahlspielen geschossen, aber wir haben die Scheibe sehr gut laufen lassen und haben sehr viele Chancen gehabt.“ Straubings Stürmer René Röthke freut sich über die Punkte: „Ich denke, es war heute ein richtiger Arbeitssieg und absolut verdient. Krefeld hatte wenige Chancen, die sie aber effektiv genutzt haben. Es war natürlich immens wichtig, heute den zweiten Punkt einzufahren.“ Für die am Tabellenende stehenden Krefelder heißt es weiter arbeiten, um aus der Krise zu kommen. Martin Schymainski sagt: „Uns bleibt ja nichts anderes übrig. Wir müssen uns einfach Woche für Woche konzentrieren und wir müssen einfach gucken, dass wir vielleicht mal einen Lauf bekommen. Vielleicht kommt dann das Selbstvertrauen zurück.“

Tore: 1:0 (4. PP2) Dylan Yeo (Blaine Down, Tobias Wörle), 1:1 (7.) Mike Collins (David Fischer, Christian Kretschmann), 1:2 (21.) István Sofron (Henrik Eriksson, Andreas Driendl), 1:3 (27. PP) Herberts Vasiljevs (Martin Schymainski, Daniel Pietta), 2:3 (34. PP) Connor James (Denny Urban, Steven Zalewski), 3:3 (51.) Mike Hedden (Steven Zalewski, Sebastian Osterloh), 4:3 (62. PP) René Röthke (Michael Connolly, Blaine Down).

Schiedsrichter: Stephan Bauer, Felix Winnekens; Linienrichter: Vladislav Gossmann, Christian Höck.

Strafen: Straubing 8; Krefeld 21 +Spieldauer Mieszkowski (Check gegen Kopf und Nacken)

Zuschauer 4.311.

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