Tiger erkämpfen sich gegen Panther einen Punkt

Straubing: Trew bleibt ein TigerStraubing: Trew bleibt ein Tiger
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Es war ein hartumkämpftes Derby. Fast fünfzig Minuten lang sah dabei am Freitagabend in Straubing alles nach drei Punkten für die Gäste aus Ingolstadt aus, doch am Ende blieb mit einem 3:4 (0:2, 1:1, 2:0, 0:1) nach Verlängerung doch ein Zähler im Gäuboden.

„Am Schluss haben wir nicht clever genug gespielt, um die drei Punkte einzufahren“, meinte schließlich auch Ingolstadts Coach Ron Kennedy nach der Begegnung. „Straubing hat nie aufgegeben. Es ist verdammt schwierig hier zu spielen.“

Dabei begann für die Panther die Begegnung nach Maß. Bereits in der zweiten Spielminute hatte Vince Belissimo getroffen, Dustin Wood (15.) erhöhte später auf 2:0 für die Gäste. Die Straubinger Defensiv-Strategie war zerbröselt. Tigers-Dompteur Erich Kühnhackl stellte fest: „Wir haben das erste Drittel verschlafen.“ Einzig ein Pfostenschuss im Powerplay von Christian Retzer (17.), nach dem der Puck beinahe noch über die Linie gekullert wäre und der Stadionsprecher schon den Torschrei angestimmt hatte, war ein echtes Lebenszeichen seines Teams.

Das Schusspech blieb den Straubingern zunächst treu, denn zwei Minuten nach Wiederbeginn setzte auch Eric Chouinard, wiederum in Überzahl, die Scheibe erneut an das Gestänge. Das Verpasste holte schließlich der wiederum agile Greg Schmidt nach. Er brachte die Hausherren in der 26. Minute mit seinem Powerplay-Tor, bei dem er beherzt nachsetzte, wieder zurück ins Spiel und nur Augenblicke später vergab Eric Chouinard seine nächste Chance, als er alleine vor dem Tor an Jimmy Waite scheiterte.

Straubing hatte Grund zum Hadern, Ingolstadt schlug zurück. Als Greg Schmidt in der 33. Minute auf der Strafbank Platz genommen hatte, entschied der Videobeweis zunächst gegen Ingolstadts Vince Belissimo, doch noch im selben Überzahlspiel unterstrich Neuzugang Brad Leeb mit seinem bereits dritten Saisontreffer den Wert für die Panther.

Im letzten Abschnitt verlegte sich Ingolstadt dann darauf, den Zwei-Tore-Vorsprung zu verwalten. Eine Weile sah es danach aus, als würde diese Taktik vollends aufgehen. Straubing rannte gegen das Bollwerk der Kennedy-Truppe vergeblich an. Ausgerechnet, als die Tiger in Unterzahl waren, fiel der überraschende Anschlusstreffer. Wie schon vor einer Woche gegen Iserlohn war es Kapitän Josef Lehner (50.), der mit einem Fernschuss den gegnerischen Torhüter überraschte und damit die Initialzündung gab.

Was folgte, war eine Schlussoffensive der Straubinger, die es in sich hatte und die Jimmy Waite zu einem beschäftigen Mann machte. In der 57. Minute wurden die Gebete im Tigerlager schließlich erhört. Der inzwischen in die erste Angriffsreihe beorderte Greg Schmidt, mit dieser Umstellung bewies Erich Kühnhackl ein glückliches Händchen, brachte die Scheibe vor das Tor und Eric Chouinard nutzte die Gelegenheit zum vielumjubelten 3:3-Ausgleich. Den hart erarbeiteten Punktgewinn brachten die Gastgeber letztlich über die Zeit, wofür sie den verdienten Applaus ihrer Anhänger ernteten.

Zu Beginn der Verlängerung hätte Eric Meloche beinahe Straubing zum Sieg geschossen und seine gute Leistung gekrönt, als er den Befreiungsschlag des herausgelaufenen Jimmy Waite blockte und fast mit einem Bauerntrick erfolgreich gewesen wäre. Doch nur kurz darauf holten sich die Panther den Zusatzpunkt durch einen Treffer von Scott Ferguson.

„Die Mannschaft ist über den Kampf zurückgekommen“, lobte Erich Kühnhackl nachher sein Team, kritisierte allerdings, dass seine Mannen anfangs zu sehr Eishockey spielen wollten. „Wir müssen lernen, über sechzig Minuten Eishockey zu kämpfen, dann kommt auch das Momentum zum Tragen.“

Die nächste Gelegenheit bekommen die Tiger dazu am Sonntag in Augsburg. Dort ist nicht ausgeschlossen, dass sie von Beginn an in der Reihenzusammenstellung des letzten Drittels gegen Ingolstadt, also vor allem mit Greg Schmidt in der Paradereihe, auflaufen. Nicht nur für Straubing, sondern auch für die Ingolstädter Panther geht es in zwei Tagen mit dem nächsten bayerischen Derby weiter, wenn die Ice Tigers aus Nürnberg in der Saturn-Arena auflaufen.

TORE:

0:1 (1:31) Vince Bellissimo (Christoph Melischko, Glen Goodall)

0:2 (14:23) Dustin Wood (Jason Holland, Vince Bellissimo; 5:4)

1:2 (25:56) Gregory Schmidt (Andrew McPherson, Josef Lehner; 5:4)

1:3 (34:15) Brad Leeb (Jason Holland, Michael Waginger; 5:4)

2:3 (49:36) Josef Lehner (Eric Chouinard, Eric Meloche: 4:5)

3:3 (56:44) Eric Chouinard (Gregory Schmidt)

3:4 (61:04) Scott Ferguson (Jakub Ficenec)


Strafminuten: Straubing 10 – Ingolstadt 12

Schiedsrichter: Looker (USA)

Zuschauer: 5.412

DEL PlayOffs

Sonntag 24.03.2019
Augsburger Panther Augsburg
4 : 3
Düsseldorfer EG Düsseldorf
Kölner Haie Köln
4 : 2
ERC Ingolstadt Ingolstadt
Adler Mannheim Mannheim
7 : 4
Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg
EHC Red Bull München München
0 : 3
Eisbären Berlin Berlin
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