Thomas Gödtel: „Wir bekommen das gebacken“Spielerplausch

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Thomas Gödtels Verpflichtung zog sich hin, denn er war irgendwie der Try-out-Spieler ohne Try-out und war offiziell nur zum Fithalten in Niederbayern. Inzwischen hat der 31-Jährige einen Vertrag, hätte sich die Anfangsphase der Saison zwar sportlich gesehen erfreulicher vorgestellt, bereut seine Unterschrift beim aktuellen Tabellenletzten aber keineswegs. „Nein, ich bereue das überhaupt nicht!“, lacht der Garmischer. „Es läuft halt momentan nicht so, wie wir uns das vorstellen. Wir kämpfen hart, versuchen alles, aber in den entscheidenden Situationen wollen die Scheiben nicht ins Tor. Aber ich denke, das werden wir jetzt umdrehen und dann läuft es in die andere Richtung.“

Die Probleme sind bekannt und dabei sind die Fakten zum Teil auch etwas verblüffend. So haben die Tigers zum Beispiel insgesamt mehr Schüsse abgegeben, als aufs eigene Tor bekommen (356:349), auch bei den Niederlagen sind sie in dieser Statistik zum Teil sogar dominant. In Krefeld waren es 45:23 Schüsse für Straubing, jedoch 2:0 Tore für den KEV. Auch gegen Hamburg waren es mit 39:28 deutlich mehr Schüsse und nur gegen Ingolstadt (36:46) war der Gegner hier klar im Vorteil. Mit Dylan Yeo haben die Niedrrbayern sogar den schussfreudigsten Spieler der Liga in den eigenen Reihen. Er hat, wie Hamburgs Jerome Flaake, 48 Schüsse auf das gegnerische Gehäuse abgegeben. Thomas Gödtel sagt dazu: „Das ist Pech. Wir treffen ja das Tor, ich habe auch jedes Spiel eine menge Schüsse. Auch zum Rebound sind wir da, aber der Puck mag irgendwie nicht reinfallen.“ Der Verteidiger meint weiter: „Es ist nicht immer Pech. Sicher könnte man in manchen Situationen auch etwas anders machen, aber es kommt halt dann alles zusammen.“ Da man das Tor trifft, beziehungsweise die richtige Richtung kennt, könnte es vielleicht an den Leistungen der gegnerischen Torhüter liegen? „In der Liga sind alle Torhüter in Topform, da ist es natürlich schwer, Tore zu schießen.“

Dazu kommt, dass die Gegner zurzeit nahezu jeden Fehler der Straubinger ausnutzen. Dabei wirken einige Fehler so, als ob es an der Feinabstimmung fehlt. „Es ist so, dass wir immer wieder Verletzte haben. Da müssen dann andere Spieler diese Positionen übernehmen“, so Gödtel. Doch auch wenn „nur“ vier Spieler fehlen, so sind das Führungsspieler sowie der Topscorer. Gestern kam Sebastian Osterloh nach überstandenen Rückenproblemen zurück, morgen könnte Sandro Schönberger schon folgen. Er steht auf jeden Fall kurz vor seinem Comeback. Bleiben immer doch drei verletzte Stürmer. Thomas Brandl wird wohl nächste Woche wieder mit dem Eistraining beginnen. Bis er aber wieder voll einsatzbereit ist, wird noch etwas dauern. Eine Gehirnerschütterung, wie sie Carsen Germyn hat, kann in fünf oder zehn Tagen überstanden sein, sie kann im schlimmsten Fall aber auch zum Karriereende führen. Der Mittelgesichtsbruch von Blaine Down dürfte mit vier bis sechs Wochen Ausfallzeit eine optimistische Einschätzung sein. Doch Verletzte werden nicht als Ausrede vorgeschoben - im Gegenteil. Auf der Pressekonferenz nach der Niederlage gegen die Hamburg Freezers sagte Tigers-Coach Rob Wilson: „Du kannst gegen die Verletzten nichts machen, das gehört zum Eishockey.“

Da passt die heutige Meldung der Onlineausgabe des Straubinger Tagblatts, dass es Montagabend eine außerordentliche Gesellschafterversammlung stattfindet, bei der über eine weitere Verpflichtung diskutiert werden soll. In der Meldung wird der sportliche Leiter Jason Dunham zitiert: „Aus sportlicher Sicht wäre dies nötig und wünschenswert, aber die Entscheidung liegt bei den Gesellschaftern.“ Thomas Gödtel ist von einem weiteren Spieler nicht ganz überzeugt: „Ich weiß natürlich nicht, ob sie noch einen holen, da ja einige wieder einige zurückkommen. Es müsste dann aber schon ein hochkarätiger Spieler sein, der auch für Tore verantwortlich ist und im Angriff für Gefahr sorgt. Ich denke aber, dass wir auch so eine gute Mannschaft haben. Wenn wir so weitermachen, bekommen wir das schon gebacken.“ Ein Patentrezept hat der Verteidiger aber auch nicht. „Da gibt es nicht wirklich ein Rezept. Ich denke, wenn wir weiter so arbeiten, dann werden wir irgendwann belohnt. Es kommt auch wieder das Selbstvertrauen zurück. Ich denke, dann sind wir wieder in einer guten Spur.“

Das Thema Selbstvertrauen ist ein gutes Stichwort. Kürzlich wurde in der Lokalpresse über ein Kopfproblem spekuliert. Brauchen die Tigers vielleicht keinen neuen Spieler, sondern einen Sportpsychologen? „Nein, den brauchen wir auf keinen Fall“, sagt Gödtel dazu und weiter: „Sicher ist es immer auch eine Kopfsache, wenn du viele Spiele in Folge verlierst. Aber wir sind Profis genug. Sicherlich sieht man bei dem ein oder anderen, dass das Selbstvertrauen etwas weg ist, aber das ist der Sport, da müssen wir einen Weg herausfinden.“

Eigentlich ist Montag trainingsfrei, doch da bereits am Dienstag das vorgezogene Spiel des 25. Spieltags in Nürnberg ansteht, stand heute eine Eiseinheit im Trainingsplan. Obwohl es eine Mischung aus Auslaufen und Spaß-Hockey war, ging es zeitweise auch durchaus robust zur Sache. „Wir haben  drei gegen drei im Drittel gespielt, dass wir auch etwas Spaß haben. Es war aber ein gutes Tempo und wir haben gut unsere Körper eingesetzt. So gehört sich das auch.“

Gegen Nürnberg soll sich das Blatt wenden: „Jedes Spiel ist schwer. Morgen gehen wir wieder in die Partie und wollen jede Scheibe aufs Tor bringen. Dann hoffen wir, dass die ein oder andere Scheibe reingeht. Wir wollen endlich wieder gewinnen und dann vielleicht eine Serie starten.“, sagte Thomas Gödtel abschließend.


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