Thema des Jahres: Auf- und Abstieg

DEL: Eisbären bleiben spitze - Ingolstadt gewinnt in MannheimDEL: Eisbären bleiben spitze - Ingolstadt gewinnt in Mannheim
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Wohl kaum ein Thema seit Gründung der DEL vor gut elf Jahren hat Eishockey-Deutschland so bewegt wie die Entscheidung der DEL-Gesellschafter, ab der Saison 2006/7 auf den Abstieg aus der und den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse zu verzichten.

Wohl kaum jemals sind Fans (und nicht „nur“ diese) so vehement auf die Barrikaden gegangen und haben ihrem Unmut freien Lauf gelassen.

Wohl kaum hat sich Ligenleiter Gernot Tripcke so schwer getan, eine Entscheidung seiner Vorgesetzten zu verkaufen. Dem Mann aus dem idyllischen Velbert müssen nicht selten die Ohren klingen, wenn er von diversen Pressegesprächen die Heimreise antritt. Denn die Medienvertreter können auch nicht immer die Argumente des geplagten Geschäftsführers, der die Rolle eines Prellbocks übernommen hat, schlüssig nachvollziehen.

Angesprochen auf die drastisch gesunkenen Zuschauerzahlen erklärte Tripcke vor einigen Wochen in Duisburg, dass der letzte September schlechter war, auch wenn man Mannheim und Krefeld aus den Statistiken herausnimmt. Stimmt nicht, Herr Tripcke! Die Zahlen belegen, dass der September 2004 besser war als jener diese Jahres. Zwar standen im Durchschnitt 5.213 Besucher den jetzigen 5.597 gegenüber, doch da trügt die Statistik. Sowohl Krefeld (im September 2004 3.249, ein Jahr später 4.954) als auch Mannheim (vergleichbare Zahlen 5.467 und 10.268) verfügten noch nicht über ihre jetzigen Arenen. Außer Frankfurt (6.050/5.467) und Düsseldorf (6.050/5.564) erlitten a l l e Vereine Zuschauereinbußen. Nicht nur das schlechte Abschneiden unserer Nationalmannschaft und die allgemeine wirtschaftliche Lage, sondern vor allem die Tatsache, dass es keinen Auf- und Abstieg mehr geben wird (den Fans dürfte nicht in Gänze bewusst sein, dass die Regel erst in der nächsten Spielzeit greift), verleidet den Zuschauern den Gang in die Spielstätten.

Auch die von Tripcke in die Diskussion gebrachte Erklärung, dass es in letzter Zeit nur ganz wenige sportliche Absteiger gegeben hat, ist lahm. Wenn es tatsächlich Vereine gibt, die aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben müssen, kann eine entsprechende knallharte Nachrückerregelung immer noch für klare Verhältnisse sorgen. Der Vergleich mit dem Fußball, von Tripcke ebenfalls in die Runde geworfen und mit einem süffisanten Unterton bezüglich Schuldenstände einiger Vereine (z. B. Dortmund und Schalke) versehen, hinkt gewaltig. Denn bisher ist noch keinem einzigen sportlichen Aufsteiger in die Fußball- Bundesliga die Lizenz verweigert worden. Und bisher haben auch die allermeisten Absteiger ihren sportlichen Weg in der Bundesliga II fortgesetzt. Die Lizenz wird den Fußballvereinen erteilt, wenn diese (unabhängig vom Schuldenstand) eine ordnungsgemäße Durchführung des Spielbetriebs garantieren können. Auf der anderen Seite haben mit Kaufbeuren und München schon zweimal Eishockey-Klubs die Segel mitten in der Spielzeit streichen müssen.

Ein Aufstieg ist für einen Sportklub immer noch das höchste sportliche Ziel, was sich auch bis zu den DEL-Gesellschaftern herumgesprochen haben sollte. Die vielzitierte und als Argument für besagten Beschluss zurechtgebogene Planungssicherheit hat man im Sport eben nicht, das ist doch das Schöne an der Sache.

Es ist jammerschade, dass ein solcher unpopulärer, demotivierender und unsportlicher Beschluss gerade zu jenem Zeitpunkt gefasst wurde, nachdem die Liga (und deren Vertreter) ihre „Kinderkrankheiten“ abgelegt hatte und sich eines allgemein positiveren Zuspruchs erfreuen durfte. Mit dieser Entscheidung, so sie denn bestehen bleibt, ist meiner Meinung nach ein riesengroßer Schritt zurück in die Lächerlichkeit gemacht worden.

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