Team für Team zur Halbzeit in der Deutschen Eishockey Liga 1/2DEL-Saisonhalbzeit

DEG-Torwart Bobby Goepfert (Foto: Stefanie Kovacevic - www.stock4press.de)DEG-Torwart Bobby Goepfert (Foto: Stefanie Kovacevic - www.stock4press.de)
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Düsseldorfer EG – Jung, wild, erfolglos

Aber trotzdem, oder gerade deswegen, wird jeder der wenigen Siege zum Tanzfest. Wurde letzte Saison eifrig im Süden der Republik getanzt, ist DEG-Goalie Bobby Goepfert ein würdiger Nachfolger. Da macht dann auch schon mal Drew Paris oder ein anderer mit. Ein Highlight auch der Gangnam-Style von Marc-Anthony Zanetti. Getrübt wird die Partylaue eigentlich nur durch den ernüchternden Tabellenplatz. Zudem ist die DEG das Team, das mit Abstand die meisten Strafminuten sammelt. Sportlich hat man mit Calle Ridderwall einen Volltreffer gelandet, doch ob er und Goepfert alleine reichen um Platz 10 zu erreichen, muss die zweite Saisonhälfte zeigen. Leicht wird das aber nicht.


Grizzly Adams Wolfsburg – Wieso stehen wir da unten?

Diese Frage wird sich Coach Pavel Gross vielleicht sogar mehrmals täglich stellen. Wolfsburg spielt, wie seit Jahren, attraktives Eishockey. Dieses Lob holt sich die Gross-Truppe auch regelmäßig in den Pressekonferenzen vom jeweils gegnerischen Coach ab, doch die Punkte wollen nicht aufs eigene Konto. Beim Blick in die Statistik stellt man fest, das Team schießt wenig Tore, kassiert aber viele. Zugegeben, diese Statistik verwundet wenig bei einem Team das im Tabellenkeller steht, an was es liegt, ist jedoch rätselhaft. Die Lösung kann nur sein, genauso weiter zu spielen und darauf zu hoffen, dass der Knoten platzt. Denn wenn er platzt, ist mit den Niedersachsen durchaus noch zu rechnen.


Iserlohn Roosters – Ein Wolf im Hühnerstall

Die Roosters als Hühnerhaufen zu bezeichnen, wäre falsch und ungerecht. Allerdings ist das Team in sich zu unterschiedlich in den Leistungen. Die Plus-Minus-Statistik der einzelnen Spieler schwankt von +9 bis -7. Vorneweg marschiert die Reihe um Michael Wolf. Er ist sowohl bei den Toren als auch bei den Assists in der Ligaspitze. Doch eine Top-Reihe reicht in der DEL derzeit nicht für höhere Ziele. Zudem ist Sébastien Caron bisher zu selten der große Rückhalt des Teams. Denn mit einem Gegentorschnitt von 3,28 Toren pro Spiel, gibt es derzeit nur zwei regelmäßig spielende Schlussmänner, die einen schwächeren Schnitt vorweisen können. Um das ausgegebene Ziel Pre-Play-offs zu erreichen, müssen sie noch zulegen.


EHC Red Bull München – Wheeler, Stastny und dann?

Mit fünf Niederlagen in Folge hatten die Münchner einen extrem schwachen Start in die Saison. Danach konnten sie, wenn auch unregelmäßig, immer wieder Punkten. Richtig aufwärts geht es aber eigentlich erst mit der Verpflichtung der beiden Lockout-Spieler Blake Wheeler und Paul Stastny. Von diesem Duo profitiert nicht zuletzt Martin Buchwieser, der seit diesen Verpflichtungen aufgeblüht ist. In der bayrischen Landeshauptstadt wird man also hoffen, dass der Lockout noch möglichst lange anhalten solle. Interessanterweise werden beide aber nicht von Red Bull finanziert, sondern von anderen Sponsoren. Doch auch mit diesen beiden NHL-Stars ist man das Team das die wenigsten Tore macht. Von Anfang an war klar, dass man um die Pre-Play-off Plätze spielen wird, von daher ist man im Soll.


Thomas Sabo Ice Tigers – Geld schießt keine Tore

Es gibt Sportsendungen, bei denen man für diesen Spruch einen Obolus in ein Sparschwein entrichten müsste. Doch bei einem höheren Etat, fallen die paar Phrasen-Euro auch nicht mehr ins Gewicht. Allzu oft sieht man zwar eine Mannschaft übers Eis laufen, aber kein Team. Verstärkt haben sich die Nürnberger auf jeder Position, doch die Tabellensituation ist alles andere als erwartet. Die Ice Tigers wollten wenigstens eines der Top-Vier-Teams der Saison werden, aber sie haben vielleicht zu viele Häuptlinge und zu wenige Indianer verpflichtet. Erster Leidtragender war Coach Jeff Tomlinson. Er wurde bisher als einziger Trainer von seinen Aufgaben freigestellt und durch den Schweden Bengt-Åke Gustafsson ersetzt. Ob er das Potential der Franken abrufen kann muss er nun unter Beweis stellen. Den ersten kleinen Erfolg konnte der neue Coach schon verbuchen.


Augsburger Panther – Schwäbische Achterbahn

Ganz anders als die Münchner legten die Augsburger einen sensationellen Saisonstart aufs Eis und überraschten sich wohl auch selbst ein wenig. Zwischendurch mussten sie jedoch durch ein tiefes Tal gehen. Zur Halbzeit müssen wir aber feststellen, dass die Panther eine sehr ausgeglichene Truppe auf dem Eis haben, ein absoluter Topspieler aber fehlt. Unter den ersten 50 Scorern findet sich kein Schwabe. Mit 16 Punkten rangiert Brian Roloff auf Rang 52 dieser Wertung. Abhilfe könnte Neuankömmling Derek Whitmore schaffen, doch ein Torjäger ist er mit fünf Assists aus vier Spielen nicht. In Summe ist man auf den Pre-Play-off Plätzen aber gut aufgehoben.


Straubing Tigers – Gegen jede Regel

Wer mit den Tigers auf Hamsterbet Gewinn machen will, sollte eher gegen die Lage auf dem Papier tippen. Geht es gegen die Topteams der Liga, zeigen die Niederbayern auch Top-Eishockey. Gegen Mannschaften die am Tabellenende stehen, ist aber fast nichts zu holen. Sportlich ist das für Fans wie Mannschaft ein kaum zu erklärendes Auf und Ab. Coach Ratushny zeigt sich besonders von der Torausbeute enttäuscht. Letzte Saison konnte der nachverpflichtete Matt Hussey die Flaute der Offensivabteilung beenden, doch in diesem Jahr, Hussey wurde wiederum erst spät an die Donau geholt, klappt es auch beim ihm noch nicht. Für Tore ist Hauptsächlich Blaine Down zuständig. Die Pre-Play-offs sollten aber auch so möglich sein. Überstehen sie auch diese Runde, wird es für die Tigers leichter, da die Gegner stärker werden.

Morgen arbeiten wir uns in der Tabelle weiter nach oben und blicken auf die Teams von Platz sieben bis Platz eins.

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