Sven Felski: „So geht Play-off-Hockey! Es ist geil!“ Berlin – Köln 3:1

Eisbären-Routinier Sven Felski hatte Spaß - Foto: STOCK4pressEisbären-Routinier Sven Felski hatte Spaß - Foto: STOCK4press
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„Gegen Berlin musst du an der Grenze spielen“, erklärte Haie-Chefcoach Uwe Krupp die Vorgaben an seine Mannschaft, „spielst du körperlos, nehmen sie dich spielerisch auseinander. Um ihr Spiel zu stoppen, musst du dich mit ihnen anlegen, dabei aber das richtige Maß finden, sonst sitzt du draußen. Meine Mannschaft hat eine gute kämpferische Leistung gezeigt und die Eisbären vor Probleme gestellt.“ Und so lief das dritte Spiel beider Mannschaften gegeneinander zunächst auch deutlich mehr nach Fasson der Kölner Haie, weil deren Plan eben bis in den Mittelabschnitt hinein so gut funktionierte wie in keiner der anderen Begegnungen zuvor. In der Folge produzierten die Kölner auch viel mehr brauchbare Offensivaktionen. Einer der Auffälligsten dabei war Alexander Weiß, der Rob Zepp im Tor der Hauptstädter mehrmals prüfte.Während der vielen Überzahlmöglichkeiten, die beide Mannschaften erhielten, gingen sowohl Kölner als auch Berliner lange gleichermaßen fahrlässig um. Den Bann in dieser Hinsicht brachen die Haie in der 30. Spielminute mit dem Powerplay-Treffer von Jason Jaspers. Die erstmalige Führung der Haie in dieser Serie überhaupt, durfte zu diesem Zeitpunkt durchaus als verdient bezeichnet werden. Wie man so schön sagt, schienen die Haie hier endlich in den Play-off angekommen.

„Wir wussten, dass es ein hartes Spiel werden würde“, erklärte Sven Felski, „die Haie haben heute versucht, noch körperbetonter zu spielen, sind aber nicht damit durchgekommen, weil wir dagegen gehalten haben.“ Das Spiel der Eisbären erreichte lange nicht den Schwung der ersten Partien, wirkten diesmal auch nicht so spritzig, so dass die Checks der Gäste häufiger ihren Adressaten fanden. Die Haie waren auf gutem Wege, dem Meister unter die Haut zu gehen.Nach einer etwas fragwürdigen Abseitsentscheidung kassierte André Rankel eine zehnminütige Disziplinarstrafe wegen Reklamieren. „Klar, die Strafe hätte ich nicht nehmen dürfen“, ging Rankel hernach mit sich selbst ins Gericht, fügte aber gleich augenzwinkernd hinzu: „Die Mannschaft hat ohne mich drei Tore geschossen. Würde das immer so klappen, würde ich auch öfter sitzen.“

Anstatt sich also dem aufkommenden Unmut hinzugeben, fanden die Eisbären eine überaus interessante Antwort auf den bis dahin für sie unbefriedigenden Spielverlauf: Per Doppelschlag durch Tyson Mulock (33.) und nur 32 Sekunden später Jimmy Sharrow drehten die Berliner das Spiel. Und als dann auch noch Haie-Verteidiger Moritz Müller wegen Beinstellens aufs Sünderbänkchen verbannt wurde, waren auch die Eisbären in Überzahl erfolgreich: Julian Talbot (35.) erhöhte auf 3:1 für die Hauptstädter, die nun wieder Herr im eigenen Hause waren. „Für gut fünf Minuten hatten wir einen Bruch in unserem Spiel, wo wir nicht präsent genug waren. Das hat uns den Sieg gekostet“, bemerkte Haie-Stürmer Alexander Weiß nach dem Spiel, „aber wir haben heute deutlich besser gespielt, für 55 Minuten waren wir gleichwertig.“

Die Eisbären verloren erst Verteidiger Richie Regehr verletzungsbedingt, später noch Stürmer Florian Busch (beide sollen bis Mittwoch wieder an Bord sein), ließen sich davon dennoch nicht mehr aus ihrer Spur bringen. Angesprochen auf die rustikale Gangart der Haie und ob denn Eishockey zu spielen so Spaß mache, entgegnete Eisbär Sven Felski mit breitem Grinsen im Gesicht: „Klar, das ist geil! Das ist Play-off-Hockey!“


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