Straubings dritter Streich gegen Köln

Straubing mit mehr HerzStraubing mit mehr Herz
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Die scharfen Krallen der Straubing Tigers behagen den Kölner Haien ganz und gar nicht. Am Sonntagabend verbuchte der Aufsteiger mit einem 5:3 (1:2, 1:0, 3:1) den dritten Sieg im vierten Aufeinandertreffen dieser DEL-Saison.

 

5.948 Zuschauer, darunter rund 1.000 Gästefans aus Köln, bildeten im erstmals in dieser Spielzeit ausverkauften Straubinger Eisstadion am Pulverturm für die von beiden Seiten leidenschaftlich geführte Partie den würdigen Rahmen. Gästetrainer Doug Mason erklärte nach der Partie auch das Publikum zum Gewinner: „Sie haben ein sehr emotionales Spiel mit vielen Checks gesehen.“

 

Einsatz und Kampfeswillen stimmten bei beiden Teams gleichermaßen, Zünglein an der Waage der hin und her wogenden Begegnung war schließlich neben Straubings Rückhalt Mike Bales vor allem Bill Trew, der sein Team im zweiten Drittel nicht nur zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich, sondern in der letzten Minute mit den Treffern zum 4:3 und 5:3 auch zum Sieg schoss.

 

Zu einem weiteren Mann des Abends avancierte Straubings Co-Trainer Günther Preuß, der an der Bank die alleinige Verantwortung trug, weil Chefcoach Erich Kühnhackl nach einer Spieldauerstrafe gesperrt war. Der eigentliche Assistenztrainer, auf den an diesem Abend viel Arbeit zukam, sparte nach der Partie nicht an Lob für seine Mannschaft: „Ich glaube, dass der Sieg aufgrund der kämpferischen Leistung in Ordnung geht. Wir mussten das Spiel mit fünf Verteidigern und neun Stürmern zu Ende bringen.“

 

Notwendig geworden war das, weil vor Beginn der nach wie vor an der Leiste verletzte Topscorer Trevor Gallant seinen Verzicht erklärte, im ersten Drittel nach einer bösen Attacke von Tino Boos Cam Severson mit Gehirnerschütterung und Schleudertrauma ins Krankenhaus eingeliefert werden musste und im Mittelabschnitt Tobias Abstreiter, der sein Comeback nach einem Kreuzbandriss gab, von Schiedsrichter Martin Reichert nach einem hohen Stock vorzeitig in die Kabine geschickt wurde.

 

Anhaben konnten diese Nackenschläge den Straubing Tigers an diesem Abend nur wenig. Vielmehr erhärtete sich der Eindruck, dass die Mannschaft nach der Unruhe Anfang der Woche durch die Freistellung von Stefan Mann und die Entlassung von Nathan Barrett eng zusammengerückt war und sich stark auf die Begegnung gegen die Kölner Haie fokussieren konnte.

 

Auch die Rückkehr von Tobias Abstreiter hatte ihr Positives. Für seine beiden Reihenkollegen, Bruder Peter Abstreiter und Schwager Günter Oswald, brachte die Familienzusammenführung offenbar neue Inspiration.

 

Das Spiel selbst begann mit einem frühen Rückstand der Straubing Tigers, als Mirco Lüdemann bereits in der zweiten Minute per Schlagschuss traf. Dem Ausgleich im Powerplay durch Peter Abstreiter (11.), der alleine vor Adam Hauser unwiderstehlich abschloss, folgte die neuerliche Kölner Führung (18.). Mats Trygg düpierte die Straubinger Unterzahl-Formation mit einem No-Look-Pass und Kai Hospelt schloss eiskalt ab.

 

Was sich im Mittelabschnitt durch das 2:2 durch Bill Trew (37.), dem Adam Hauser den Puck mit einer Stockabwehr im Getümmel serviert hatte, andeutete, setzte sich in den letzten acht Minuten fort. Straubing drehte die Partie. Zwar folgte dem 3:2 durch Thomas Wilhelm (53.) nur drei Minuten später der trocken durch Daniel Rudslätt erzielte Ausgleich, doch der Doppelschlag durch Bill Trew, der damit einen Hattrick feierte, in der letzten Spielminute besiegelte das bittere Schicksal der Gäste.

 

Bitter war dabei für die Haie nicht nur, dass sie zum dritten Mal in dieser Saison gegen Straubing verloren, sondern auch, dass sie nach wie vor auf ihren ersten Erfolg in diesem Jahr warten und nun schon seit Mitte Dezember auf fremden Eis sieglos sind.

 

Was seine schwache Bilanz gegen den Neuling betrifft, so befindet sich Doug Mason zumindest in guter Gesellschaft. Auch Hannovers Trainer Hans Zach konnte in dieser Saison nicht im Gäuboden gewinnen und musste drei Niederlagen gegen den Neuling hinnehmen.

 

(Foto: Winterl - www.hockeymedia.de)

 

 

TORE:

0:1 (1:25) Lüdemann (Rudslätt; McLlwain)

1:1 (10:21) P. Abstreiter (Bales, Elfring) 5:4

1:2 (18:00) Hospelt (Trygg) 5:4

2:2 (36:28) Trew (Chouinard, Elfring)

3:2 (52:38) Wilhelm (Kinch)

3:3 (55:29) Rudslätt (Julien, McLlwain)

4:3 (59:11) Trew (Dunham, Chouinard)

5:3 (59:57) Trew (Bales, Lehner) ENG

 

Strafminuten: Straubing 14 plus 5 plus Spieldauer T. Abstreiter - Köln 16 plus 5 plus Spieldauer Boos

Schiedsrichter: Reichert (Lindau)

Zuschauer: 5.948 (ausverkauft)

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