Straubing zwischen Genie und WahnsinnIn vier Minuten verloren

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Beide Teams konnten nicht Bestbesetzung antreten, wobei man die Mannheimer Aufstellung schon genau lesen musste, um das zu bemerken. Die Kurpfälzer Kadertiefe ist enorm. Die Niederbayern konnte zwar wieder auch Matt Climie zurückgreifen, doch in der Verteidigung wurde es dünn, sodass René Röthke hinten aushelfen musste.

Die ersten Minuten gingen eher verhalten über die Bühne. Dann aber kamen die Hausherren zu den ersten Chancen. Mannheim noch immer nicht ganz in Straubing angekommen, aber mit individueller Klasse. David Wolf arbeitet in Überzahl den Puck in die Zone und Brent Raedeke vollendet. Straubings Coach Larry Mitchell meint: „Unser erstes Unterzahl war fast perfekt, aber letztendlich macht Raedeke das 1:0 für Mannheim.“ Die große Chance zum Ausgleich hatten die Straubinger bei doppelter Überzahl. Über eine Minute feuerte man aus allen Rohren, nur im Netz schlug keine Scheibe ein. Mitchell lobt seine Tigers: „Dann haben wir zwei Überzahl bekommen und die Scheibe laufen lassen, wie noch nie in dieser Saison.“ Mannheims Mirko Höfflin meint zu den ersten zwanzig Minuten: „Wir haben langsam angefangen, sind dann aber gut ins Spiel gekommen.“

Auch im Mitteldrittel begannen die Tigers gut und kamen zunächst zu einigen Chancen. Der Ausgleich durch Scott Timmins war Aufgrund der Bemühungen sicher nicht unverdient. Pech für Stefan Loibl und Andrew Joudrey. Unglücklich landete der Mannheimer Schläger im Gesicht des Straubingers, der blutend vom Eis ging. Da jeder Spieler für seinen Schläger verantwortlich ist, hatten die Schiedsrichter keine Wahl, als Joudrey mit einer Fünf-plus-Spieldauerstrafe hinauszustellen. Loibl meint zu der Szene: „Das war mit Sicherheit keine Absicht, aber ich bekomme den Schläger ins Gesicht. Die Regel ist halt so, dass das dann eine Strafzeit ist.“ Die Überzahl begann auch ganz ordentlich, doch dann überrumpelten die Adler die Tiger und Ronny Arendt macht das Unterzahltor. Mitchell machte den Eindruck, als konnte er es immer noch nicht glauben und sagte: „Wir bekommen fünf Minuten Überzahl, da sollte das Momentum bei uns sein. Aber Ronny Arendt macht das Tor. Dann hat Mannheim den ganzen Schwung auf ihrer Seite. Das ist das einzige Manko.“ Höfflin hat ein Strahlen im Gesicht, als er sich erinnert: „Es gibt natürlich einen Riesen-Boost, wenn man in Unterzahl trifft.“ Kurz darauf musste Scott Timmins in die Kühlbox und der Vorteil war dahin. Mannheim im Stile einer Klassemannschaft und mit einem unwiderstehlichen David Wolf, der zwei Minuten nach der Führung erhöhen konnte. Weitere zwei Minuten später machte Marcus Kink die Vorentscheidung. Straubing Youngster ist niedergeschlagen: „Das darf uns einfach nicht passieren, dass wir in vier Minuten drei Tore kassieren und uns so selber aus dem Spiel rausnehmen.“

Straubing gab auch im Schlussabschnitt nicht auf und mischte ordentlich mit. Maury Edwards konnte auch prompt für den Anschluss sorgen. Insgesamt war die Partie offen und ausgeglichen, wenn der Spielstand nicht gewesen wäre. Aber egal, was die Niederbayern auch versuchten, ob Solo, Blue Liner oder One-Timer, nicht nur Dennis Endras, war im Weg, auch das Scheibenglück fehlte. Larry Mitchell nahm zwei Minuten vor Spielende den Goalie vom Eis, doch auch das war nicht von Erfolg gekrönt. Am Ende blieb es beim Mannheimer Sieg.

So unterschiedlich können dann auch nach dem Spiel die Meinungen der Trainer sein.

Mannheims Sean Simpson war trotz des Sieges nicht zufrieden: „Ich glaube, es war ein ausgeglichenes Spiel. Ich bin sicher nicht zufrieden mit unserer Leistung. Mit den Punkten sind wir natürlich zufrieden.“ Straubings Larry Mitchell ist trotz Niederlage eigentlich zufrieden: „Letztendlich war ich sehr zufrieden mit unserer Leistung.“ Aber er meint auch: „Es ist das zweite Spiel in Folge, in dem wir nach einem Gegentor nicht ganz auf der Höhe sind.“

Tore: 0:1 (9.PP) Brent Raedeke (David Wolf, Danny Richmond), 1:1 (26.) Scott Timmins (Tim Miller, Derek Whitmore), 1:2 (34.SH) Ronny Arendt (Matthias Plachta), 1:3 (36.) David Wolf (Aaron Johnson, Mathieu Carle), 1:4 (38.) Marcus Kink (Mirko Höfflin, Denis Reul), 2:4 (43.) Maury Edwards (Mike Connolly).

Schiedsrichter: Marcus Brill, Gordon Schukies; Linienrichter: Markku Lindholm, Stefan Velkoski.

Strafen: Straubing 6; Mannheim 11 + Spieldauerstrafe Joudrey.

Zuschauer 4.037.