Straubing zahlt Härte mit Toren heimStraubing – Düsseldorf 4:1

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Den Mangel an technischem Vermögen versuchte die DEG durch Härte wettzumachen. Auch wenn einige Rheinländer Spieler einen übermotivierten Eindruck hinterlassen haben, meinte Chefcoach Christian Brittig: „Das ist von Anfang an unsere Spielweise, wir versuchen körperlich hart und fair zu spielen und unsere Checks zu Ende zu fahren. Wir haben nicht die Qualität wie andere Mannschaften, das wollen wir mit Einsatz und Härte kompensieren. Das ist Eishockey.“ Das mag Eishockey sein, aber Eishockey von vor 20 Jahren. Inzwischen hat es doch einige Regeläderungen und Regelverschärfungen gegeben. Denn trotz der 80 Strafminuten wurde man das Gefühl nicht los, dass die DEG damit noch gut bedient war. Doch auch die 56 Minuten der Niederbayern kommen nicht von ungefähr. Straubings Verteidiger Sebastian Osterloh meint dazu: „Es war ein hartes Spiel, wir hatten auch viel Überzahl, aber nichts desto trotz fand ich manche Schiedsrichterentscheidungen schon etwas merkwürdig.“

Dabei begann das Spiel recht zivilisiert und beide Teams zeigten schnelles und vorzeigbares Eishockey. Walter Köberle: „Wir haben die ersten zehn Minuten sehr gut angefangen, ich möchte fast sagen, wir haben dominiert. Aber als die Strafen gekommen sind, macht sich die Qualität bemerkbar. Wenn ich mit 1,3 Millionen Euro weniger Etat auskommen muss, dann muss ich Spieler holen, die die Bereitschaft und den Willen haben, Eishockey etwas härter zu spielen.“

Das Düsseldorfer Unheil begann mit einer Strafe gegen Ashton Rome. Köberle: „Wir wollen eine gewisse Härte reinbringen, dann kommt so eine dumme Strafzeit von Rome, als wir Überzahl haben, das hat uns dann einen Knick im Kopf gegeben.“ Denn zur Strafe von Rome kamen diverse andere Vergehen beider Teams hinzu, die unterm Strich eine doppelte Überzahl der Niederbayern zur Folge hatten. Erst war es Tyler Beechey und kurz darauf, bei noch einfacher Überzahl, René Kramer, die einen Zwei-Tore-Vorsprung herausschossen. Der Ex-Düsseldorfer Beechey meinte: „Ich habe mich heute gut gefühlt. Wir haben das Momentum aus dem letzten Spiel mitgenommen und haben einen großen Schritt nach vorne gemacht.“ Doch etwas Besonderes gegen sein Ex-Team zu treffen, war es nicht. „Nein, besondere Momente waren das heute nicht. Allzu viele aus dem Team vom letzten Jahr sind ja nicht mehr bei der DEG.“

Im Mitteldrittel war nach den Toren von Blaine Down und erneut Tyler Beechey das Spiel praktisch entschieden. Asthon Rome konnte zwar noch verkürzen. Und obwohl sich Düsseldorf mit Händen und Füßen gegen die Niederlage wehrte, war das dann der Schlusspunkt. Walter Köberle meint in Summe: „Das Fazit ist, dass wir mit Sicherheit zu viele Strafzeiten nehmen, die uns letztendlich das Genick gebrochen haben. Wir haben drei Überzahltore bekommen, das geht dann auch an die Substanz und Moral. Wir haben uns bis zum Ende gewehrt und konnten das letzte Drittel ausgeglichen gestalten.“

Straubings Verteidiger Grant Lewis zeigte sich zufrieden: „Das war ein wirklich wichtiger Sieg, nachdem wir zuletzt ja einige Niederlagen hinnehmen mussten. Auf diese Leistung können wir aufbauen.“ Zum niederbayrischen Verteidigermangel meint er: „Es war schon hart, mit nur fünf Verteidigern zu spielen. Wir haben darauf geachtet, dass wir sehr kurze Wechsel haben und nicht zu offensiv waren. Wir waren heute alle sehr defensiv ausgerichtet. Aber ich denke, wir haben das ganz gut gemacht.“ Kollege Sebastian Osterloh berichtet: „Es war sehr anstrengend, aber wir haben das heute gut im Griff gehabt. Wir haben das clever gemacht und jeder Verteidiger hat sein Maximum rausgeholt. Wir müssen die Scheibe tief bringen, dass die Stürmer forechecken und uns Zeit zum Wechsel geben. Jeder Scheibenverlust in der neutralen Zone hätte uns das Genick gebrochen.“

Düsseldorfs Christan Brittig erkannte das Powerplay als spielentscheidend: „Die Schüsse sprechen eine Sprache. Ich denke, das war hauptsächlich das Überzahlspiel und dass wir zu wenige Pucks zum Tor gebracht haben, das hat Straubing besser gemacht. Es waren auch die ersten drei Tore in unserer Unterzahl, das hat natürlich uns das Spiel schwer gemacht.“ Straubings Dan Ratushny zeigte sich hingegen zufrieden: „Lob an unsere Spieler. Sie haben gegen eine hart arbeitende Mannschaft sehr gut und diszipliniert gespielt. Das Über- und Unterzahl kann auf diesem Spiel aufbauen.“

Tore:
1:0 13:23 Tyler Beechey (Laurent Meunier, Blaine Down) PP2
2:0 14:51 René Kramer (Karl Stewart, René Röthke) PP1
3:0 23:11 Blaine Down (Tyler Beechey, Grant Lewis) PP1
4:0 30:41 Tyler Beechey (Sebastian Osterloh, Grant Lewis)
4:1 33:57 Ashton Rome (Niki Mondt, Daniel Kreutzer) PP1

Strafen: Straubing 36+10 Hussey +10 Röthke; Düsseldorf 40 +10 Martinsen +10 Henry +Spieldauer Henry
SR: Steffen Klau; Markus Krawinkel, LR:  Dominic Erdle, Christian  Höck
Zuschauer: 5.739

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