Straubing wieder über dem StrichStraubing - Wolfsburg 4:3 n.P.

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Dabei hatte die Gross-Truppe einen Traumstart aufs niederbayrische Eis gelegt. Noch in der ersten Minute brachte Matt Dzieduszycki die Gäste in Führung. Der Torschütze sagte: „Wir hatten ein gutes erstes Drittel, haben dann aber im zweiten Anschnitt aufgehört zu laufen.“ Bevor es soweit kam, konnte Robbie Bina zum Zwischenzeitlichen 2:0 nachlegen. Bei den Tigers lief nicht viel zusammen, die wenigen Chancen die man hatte, waren aber brandgefährlich. Dass die Straubinger zu keinem Tor kamen, verdankten die Wolfsburger auch Sebastian Vogl, der Daniar Dshunussow vertrat. Kapitän Kai Hospelt schenkt Vogl besonderes Lob: „Sebastian hat vor allem im ersten Drittel sehr gut gespielt, ohne ihn hätte es nicht 2:0 für uns gestanden, weil Straubing auch ein paar gute Möglichkeiten hatte. Wenn wir alle so gespielt hätten wie Basti, hätten wir gewonnen.“

Straubings zweifacher Torschütze, Carsen Germyn, erzählt nach dem Spiel: „Wir hatten einen wackeligen Start und haben uns das Leben selbst schwer gemacht, haben uns dann aber zurück gekämpft.“ Dieser Kampf begann nach der ersten Pause, als Straubing deutlich mehr ins Spiel kam. In der Kabine hörte man aber keine besondere Ansprache. Nach Tyler Beecheys Anschlusstreffer sorgte Florian Onduschka für den wichtigen Ausgleich und verrät über die Pause: „Wir haben die Fehler ruhig analysiert und haben uns gesagt, dass wir im zweiten Drittel anders spielen müssen. Das haben wir dann auch gemacht und sind verdient zum Ausgleich gekommen.“ Carsen Germyn meint: „Der Coach hat die positiven Dinge gelobt und hat uns Selbstvertrauen gegeben.“

Kai Hospelt sucht den Grund hingegen in den eigenen Reihen: „Wir sind nicht mehr so gut Schlittschuh gelaufen. Außerdem ist Straubing eine läuferisch starke Mannschaft. Das haben sie gut ausgenutzt und haben gut Druck gemacht. Wir konnten uns nicht so gut befreien und haben deswegen Strafen genommen. Ich denke, das war dann der Knackpunkt.“ Dabei warnte Coach Gross in der Pause genau vor diesem Szenario: „Wir haben in der ersten Pause ganz klar angesprochen, dass Straubing jetzt mehr forecheckt, besser aus der Kabine kommt und uns unter Druck setzen will. Das haben sie dann auch gemacht. Wir haben das Tempo gar nicht selbst in die Hand genommen.“ Florian Ondruschka machte sein letztes Tor im Jahr 2010 und erinnert sich an das Tor von heute so: „Ich habe oben die Scheibe bekommen und habe versucht, sie aufs Tor zu bringen. Ich glaube, der Torwart hat den Schuss nicht richtig gesehen und dann ist die Scheibe reingegangen. Ich denke, wir haben bis zu dem Zeitpunkt auch schon gut gespielt und sind wieder ins Spiel gekommen. Dass mein Tor dann vielleicht noch etwas mehr Auftrieb gegeben hat, mag stimmen. Aber insgesamt sind wir zweimal zurückgekommen.“ Ein weiterer Punkt ist, dass Coach Ratushny ab etwa der 30. Minute auf drei Reihen umgestellt hat. Germyn nahm das positiv wahr: „Ja, ich glaube, es war die richtige Entscheidung. Nach der Umstellung konnten wir mehr Chancen kreieren, aber trotzdem haben wir eine gute vierte Reihe die immer kämpft.“

Die nächste Führung für die Niedersachsen geht auf das Konto von Tyler Haskins. Stürmerkollege Dzieduszycki freut sich zwar über die neuerliche Führung, findet den Grund für die Niederlage aber auch im Mitteldrittel: „Wir sind dann zwar nochmal in Führung gegangen, aber um ein Spiel zu gewinnen, müssen wir volle 60 Minuten spielen und nicht nur 40. Das müssen wir am Sonntag unbedingt besser machen.“ Kapitän Hospelt sagt: „Im letzten Drittel haben wir wieder besser gespielt, aber da hätte es so oder so ausgehen können.“ Calvin Elfring schoss, Sebastian Vogl musste prallen lassen und Carsen Germyn konnte den Rebound zum Ausgleich nutzen. Auch das Siegtor im Penaltyschießen erzielte Germyn. Coach Dan Ratushny: „Heute war es wie ein Play-off-Spiel mit viel Intensität und Schnelligkeit. Die Jungs haben Charakter gezeigt und sind auch im dritten Drittel nochmal zurückgekommen.“ Gegenüber Pavel Gross zeigte sich verständlicher Weise enttäuscht: „Wir wollten unbedingt gewinnen und die drei Punkte nach Hause mitnehmen. Das letzte Drittel war ausgeglichen und das 3:3 geht in Ordnung. Penaltyschießen ist immer etwas Lotterie.“ Hospelt ist mit dem Punkt nur bedingt zufrieden: „Für mich geht’s natürlich nicht in Ordnung, wir hatten genug Chancen, um das Spiel zu gewinnen. Heute haben wir wieder geackert. Dass es am Ende nicht wenigstens für zwei Punkte reicht, ist natürlich hart, aber wer weiß, für was der eine Punkt noch gut ist.“

Tore:
0:1 00:52 Matt Dzieduszycki (Gregory Moore, Tyler Haskins)
0:2 17:36 Robbie Bina (Benedikt Kohl, Kai Hospelt) PP1
1:2 24:36 Tyler Beechey (Blaine Down) PP1
2:2 33:15 Florian Ondruschka (Matt Hussey, Michael Endraß)
2:3 45:39 Tyler Haskins
3:3 51:26 Carsen Germyn (Tyler Beechey, Calvin Elfring)
4:3 65:00 Carsen Germyn

Strafen: Straubing 12; Wolfsburg 14 +10 Moore +10 Polaczek
SR: Alfred Hascher, Florian Zehetleitner; LR: Christian Höck, Pascal Kretschmer
Zuschauer: 4.691


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