Straubing verbessert sich auf Platz zwölf

Straubing: Trew bleibt ein TigerStraubing: Trew bleibt ein Tiger
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Die Straubing Tigers sind mit einem 3:0 (0:0, 1:0, 2:0) gegen die Iserlohn Roosters an den Augsburger Panthern vorbeigezogen und belegen nun Platz zwölf in der DEL. Die Gäste verloren dagegen am Freitag im Gäuboden wichtige Punkte im Kampf um die Play-Off-Teilnahme.

 

Zuzuschreiben hatten sich das die Roosters selbst, denn vor allem in der Anfangsphase versäumten sie es, aus ihrer Feldüberlegenheit Kapital zu schlagen. Insgesamt 44 Schüsse, und damit 20 mehr als der Gegner, feuerten sie in den sechzig Minuten ab. Kein einziger davon fand den Weg über die Linie hinter Straubings überragendem Torhüter Mike Bales, dessen Leistung Tigers-Trainer Erich Kühnhackl als „fast außerirdisch“ bewertete. Der Kanadier im Kasten des Aufsteigers avancierte vor mehr als 5.000 Zuschauern mit Können und dem Glück des Tüchtigen, das ihm vor allem im Schlussdrittel in der ein oder anderen Situation hold war, zum eindeutigen Matchwinner.

 

Die Straubinger Mannschaft fand nur schwer in das Spiel, übte in den ersten zwanzig Minuten kaum Druck auf das Tor von Dimitrij Kotschnew, der an alter Wirkungsstätte erneut den Vorzug vor dem tschechischen Neuzugang Petr Franek erhalten hatte, aus und konnte sich über den 0:0-Zwischenstand nicht beschweren, auch wenn der insgesamt sehr kleinlich pfeifende Schiedsrichter Alfred Hascher in der 12. Minute einem vermeintlichen Hausherren-Treffer nach Studium der Videoaufzeichnung die Anerkennung versagte.

 

Gerade einmal 46 Sekunden waren im Mittelabschnitt gespielt, als Ryan Ready alleine vor Mike Bales die wohl hochkarätigste Iserlohner Chance des gesamten Spiels vergab. Die Gäste versäumten es in dieser Phase des Spiels auch, aus ihren Überzahl-Möglichkeiten Kapital zu schlagen und wurden prompt mit der zu diesem Zeitpunkt noch etwas glücklichen Straubinger Führung durch Bill Trew (36.), der Kotschnew mit einem Schlenzer auf den kurzen Pfosten überraschte, bestraft.

 

Als Matt Kinch im letzten Drittel in Überzahl das 2:0 für Straubing folgen ließ (47.), war die Vorentscheidung gefallen, denn Iserlohn mühte sich zwar, tat sich aber mit dem Rücken zur Wand stehend trotz der ein oder anderen guten Chance sichtlich schwer, dem Spiel noch eine Wende zu geben. Stand einmal nicht Mike Bales im Weg, so war es in der 57. Minute bei einem Schuss von Jimmy Roy eben der Pfosten. Das Empty-Net-Goal zum 3:0, erneut durch Matt Kinch, in der letzten Minute ging auch auf das Konto von Iserlohns Jens Karlsson, der sich bei einem Scharmützel hinter dem Tor eine unnötige Strafzeit eingehandelt hatte und somit eine 6:5-Konstellation seines Teams in den letzten 74 Sekunden verhinderte.

 

Für die Iserlohn Roosters, die sich in dieser Saison in jedem Spiel gegen den Aufsteiger schwer taten und nun letztlich in den vier Partien insgesamt sechs Zähler abgaben, richtete sich nach der Schlussirene der Blick gleich voraus auf die Sonntag-Partie in Frankfurt. Trainer Geoff Ward meinte: „Wir bereiten uns jetzt auf das nächste Spiel vor, wollen so wie heute spielen, aber ein besseres Ergebnis erreichen.“ Sein Co-Trainer Bernd Haake unterstrich, dass der Kampf um Platz zehn auch nach der Niederlage in Straubing bei sieben Punkten Rückstand nicht aufgegeben werde: „Das wird aber hart.“

 

Tigers-Coach Erich Kühnhackl war nach dem ersten Heimerfolg seit vier Wochen natürlich nicht unzufrieden: „Wir haben zu Null und taktisch sehr gut gespielt, aber zu viele Torchancen des Gegners zugelassen. Mike Bales kann nicht jedes Spiel so halten wie heute.“ Seine Entscheidung, den am Dienstag in Augsburg mit zwei Toren überzeugenden Nathan Barrett wieder von Bill Trew und Trevor Gallant, der nach dem Spiel wegen einer Leistenverletzung untersucht werden musste, zu trennen, verteidigte er: „Ich glaube, die Mannschaft funktioniert momentan so.“

 

Unterstrichen wird diese These von den jüngsten Ergebnissen. Die Straubing Tigers gewannen vier der letzten fünf Spiele, drei davon auswärts. In der „Kellerkinder-Meisterschaft“ auf den letzten drei Plätzen mit Augsburg und Duisburg haben sie nun die Oberhand. Nach den jüngsten Leistungen werden die Niederbayern auch zu den beiden nächsten Gastauftritten in Nürnberg (Sonntag) und Hamburg (Dienstag) mit frisch gestärktem Selbstvertrauen aufbrechen können.

 

TORE:

1:0 (35:52) Trew (Casparsson)

2:0 (46:56) Kinch (Chouinard, Casparsson) 5:4

3:0 (59:27) Kinch (ENG) 5:5

 

Strafminuten: Straubing 24 – Iserlohn 24

Schiedsrichter: Hascher (Miesbach)

Zuschauer: 5.008

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