Straubing unterliegt Frankfurt deutlich

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die Straubing Tigers kamen am Dienstagabend gegen den DEL-Spitzenreiter aus Frankfurt nicht an und verloren letztlich deutlich mit 1:5 (1:2, 0:1, 0:2).

Die Weichen zu ihrem Erfolg stellten die Gäste dabei schon in der Anfangsphase. Bereits nach 14 Sekunden musste Tigers-Torhüter Mike Bales zum ersten Mal hinter sich greifen, als ihn Richie Regehr mit einem Schlenzer gleich kalt erwischt hatte. Fünf Minuten später folgte der nächste Nackenschlag für die Hausherren. Bei eigener Überzahl bereinigte Verteidiger Anton Bader unter Bedrängnis nicht konsequent genug und servierte Jason Young damit den Puck. Dieser ließ sich alleine vor dem Straubinger Tor nicht zweimal bitten.

„Das war ein super Start für uns. Das erste Tor war schon spielentscheidend, dazu kam dann noch das zweite in Unterzahl“, stellte Lions-Coach Rich Chernomaz nach dem Spiel zufrieden fest. Sein Gegenüber Erich Kühnhackl konnte ihm in dieser Darstellung nicht widersprechen. Er meinte: „Nach zwei solchen Gegentoren tut man sich gegen ein Spitzenteam wie Frankfurt schwer.“

Aber doch schöpften die Tigers vor der Saisonminuskulisse von 3.067 Zuschauern noch einmal Hoffnung, denn ein gezielter Schuss von Calvin Elfring (Foto by City-Press) in den Winkel brachte in der 18. Minute den 1:2-Anschluss. Die Partie kippte allerdings nicht. Zwar taten sich die Frankfurter im Mittelabschnitt schwerer, doch aus nur vier Torschüssen machten sie ihr drittes Tor, das ihnen den weiteren Weg wies. Im Powerplay konnte Jeff Heerema (35.) mit einem trockenen, aber haltbar erscheinenden Schuss Mike Bales neuerlich überraschen.

Eingangs des letzten Drittels schlug dann Straubings Cam Severson ein neues Kapitel in seiner momentanen persönlichen Misere auf. Im ungestümen Einsatz vor des Gegners Tor schreckte er auch vor dem Lions-Goalie Ian Gordon nicht zurück. Cam Severson kassierte danach fünf Strafminuten plus eine Spieldauerstrafe und bekam die Kritik des Trainers, der zum zweiten Mal binnen nicht einmal zwei Wochen von einem „dummen Foul“ des Kanadiers und einer „berechtigten Strafe“ sprach, ab.

Den Lions war es einerlei, sie schossen die Gastgeber in diesem Powerplay mit den Toren vier (Jeff Ulmer) und fünf (erneut Jason Young) endgültig ab und durften sich nach zwei vorausgegangenen Overtime-Niederlagen wieder über einen glatten Dreier freuen. Außerdem war es das neunte Spiel in Folge, in dem sie punkten konnten. Trainer Rich Chernomaz sprach nach der Partie seinem Torhüter Ian Gordon ein Sonderlob aus und zeigte sich auch mit dem Überzahlspiel, das drei der fünf Treffer gebracht hatte, recht zufrieden.

Erich Kühnhackl monierte zu viele Fehler seiner Mannschaft: „Das hat sich summiert. Es war immer irgendetwas anderes. Wenn wir das abstellen, werden wir auch wieder Spiele gewinnen.“ Einen Vorwurf richtete er an seine Truppe nicht: „Die Mannschaft wollte, sie war gut vorbereitet. Am Ende ist das Ergebnis mit 1:5 ein bisschen zu hoch ausgefallen.“

Geheimnisumwoben blieben nach dem Spiel die frischen Verletzungen auf Straubinger Seite von Trevor Gallant und Tobias Abstreiter, die nur Zaungäste der Partie waren. Erich Kühnhackl wollte dazu ungewöhnlicherweise keine Angaben machen: „Die Gegner sollen davon nichts wissen.“

Eine interessante Randerscheinung der Partie war der Besuch von Liga-Geschäftführer Gernot Tripcke, der nicht zuletzt dem Gedankenaustausch mit Straubings Oberbürgermeister Reinhold Perlak diente. Damit dürfte die Lokalpolitik die heiße Phase in der Entscheidung um die Stadionfrage eingeläutet haben. Die Tigers wollen die Stadt Straubing nämlich derzeit zum Wohle ihrer Zukunftssicherung in der DEL davon überzeugen, dass eine Schließung der momentan noch nach außen offenen und zugigen Eingangseite des städtischen Eisstadions am Pulverturm mit einem aufwändigen Neubau notwendig ist. Neuigkeiten aus dieser für das Straubinger Eishockey bedeutenden Diskussion heraus werden nun in Bälde erwartet, nachdem es in den letzten Wochen um dieses im August zuletzt aufgeflammte Thema eher ruhig geworden war.

TORE:

0:1 (00:14) Richie Regehr (Derek Hahn, Chris Armstrong)

0:2 (05:29) Jason Young (4:5)

1:2 (17:27) Calvin Elfring (William Trew, Andreas Moborg; 5:4)

1:3 (34:38) Jeff Heerema (Jay Henderson, Derek Hahn; 5:4)

1:4 (45:43) Jeff Ulmer (Ilja Vorobjev, Jay Henderson; 5:4)

1:5 (46:54) Jason Young (Jeff Heerema, Chris Taylor; 5:4)


Strafminuten: Straubing: 13 plus Spieldauer Severson - Frankfurt 16

Schiedsrichter: Looker (USA)

Zuschauer: 3.067


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