Straubing Tigers zerlegen Kühlschränke

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die Straubing Tigers machten am Sonntag mit den Hamburg Freezers kurzen Prozess und schossen die Nordlichter mit 6:0 (0:0, 4:0, 2:0) aus der eigenen Halle.



Bereits gegen Ende des zweiten Drittels sangen die Fans „Oh wie ist das schön“, in der 53. Minute legten sie ein „So spielt man Eishockey“ nach, am Ende gab es La-Ola mit dem überzeugenden Goalie Mike Bales, der seinen ersten Shut-Out der Saison mit dem Anhang feierte. Das zweite echte Saison-Heimspiel der Niederbayern glich einem Happening.



„Wir haben nicht verloren, wir wurden zerschlagen“, meinte Hamburgs Coach Bill Stewart nach der Partie. Er machte bei einer unterhaltsamen Pressekonferenz noch gute Miene zum schlechten Spiel, was an seiner alten Freundschaft mit seinem Gegenüber Bob Manno gelegen haben könnte.



Dieser wiederum sah „das beste Spiel meiner Mannschaft, seit ich in Straubing bin“. Satte 45 Schüsse feuerte seine Truppe auf das gegnerische Gehäuse ab, umgekehrt bekam Mike Bales nur deren 28, die er zu entschärfen verstand, ab. „Die Jungs haben ihr Spiel gemacht und mit Köpfchen agiert.“



Vorentscheidend war, nachdem Brian Maloney (24.) und Calvin Elfring (31.) jeweils im Nachschuss im Powerplay getroffen und den Torreigen eröffnet hatten, das 3:0 durch Dusan Frosch. Der Deutsch-Tscheche schloss in der 37. Minute ein Break herrlich ab und durfte anschließend einen Handkuss in das Publikum senden. Bob Manno beruhigte seine Mannen unmittelbar danach auf der Bank, um keine zu große Euphorie aufkommen zu lassen, aber Sepp Lehner traf keine zwei Minuten später trotzdem zum ersten Mal in dieser Saison - 4:0!



Brian Maloney (42.) und Dusan Frosch (52.), wiederum im Powerplay, schraubten mit ihren zweiten Treffern des Abends das Ergebnis vor über 4.000 Zuschauern weiter in die Höhe. Der Rest war nur noch Freude auf der einen und Frust auf der anderen Seite. Letzterer entlud sich vor allem bei Travis Brigley, der dann als zweiter Hamburger nach Jere Karalahti (zwei 10-Minuten-Strafen) vorzeitig in die Kabine geschickt wurde.



Schiedsrichter Ulpi Sicorschi hatte überhaupt fleißig Strafen verteilt und dabei hüben wie drüben in Brian Maloney und Jere Karalahti zwei besondere Lieblinge gefunden. Die Leistung des Unparteiischen war in beiden Lagern umstritten, wobei Bob Manno läuferische Defizite ausmachte, die einer professionellen Liga nicht entsprechen würden und sich zu einem entsprechenden Kommentar hinreißen ließ. Bill Stewart blieb diplomatischer: „Von Spiel zu Spiel pfeifen die Schiedsrichter mit einer unterschiedlichen Toleranzauslegung, da ist es für die Spieler schwer, sich darauf einzustellen.“



Auf den Heimweg machten sich die früheren Nationalmannschaftskollegen, sie spielten unter anderem bei den Olympischen Spielen 1992 in Albertville gemeinsam für Italien, mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen.



In Klausur will Bill Stewart gehen. Die Freezers kassierten die vierte Auswärtsniederlage in Folge und blieben an diesem Wochenende punktlos. „Das war hart für uns. Wir müssen die Situation unter die Lupe nehmen.“



Bob Manno hat mit seinen Tigers dagegen Oberwasser gewonnen und Tabellenplatz zwölf erklommen. Zwölf Punkte aus den letzten sechs Spielen sind eine bemerkenswerte Ausbeute für den vermeintlichen Underdog. „Wir haben jetzt drei Wochen lang gut gespielt, nur am letzten Wochenende wollte der Puck nicht ins Tor. Jetzt aber hoffe ich, dass wir unsere kleine Serie vor der Länderspielpause ausbauen können.“



Wenn dieser Wunsch in Erfüllung geht, würden die Straubinger einen großen Schritt machen und ihre Position nach hinten absichern, sind doch die hinter ihnen liegenden Teams aus Köln und Ingolstadt die kommenden Gegner.



Tore:

1:0 (23:07) Brian Maloney (Eric Meloche, Calvin Elfring; 5:4)

2:0 (30:37) Calvin Elfring (Jon Klemm, Eric Chouinard; 5:4)

3:0 (36:23) Dusan Frosch (Brian Maloney, Josef Lehner)

4:0 (38:13) Josef Lehner (William Trew, Dusan Frosch)

5:0 (51:16) Brian Maloney (Eric Meloche, Andy Canzanello; 5:4)

6:0 (51:26) Dusan Frosch (Jon Klemm, Eric Chouinard; 4:3)

Strafminuten: Straubing: 20 plus 10 Maloney - Hamburg 26 plus Spieldauer Karalahti, Brigley plus 10 Wilm

Schiedsrichter: Sicorschi (Waldkraiburg)

Zuschauer: 4.062


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