Straubing Tigers tauen Hamburg Freezers abStraubing - Hamburg 6:3

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Hamburgs Jerome Flaake muss seinem Coach zustimmen: „Der Trainer hat auf jeden Fall Recht, wir können alle besser spielen. Jeder kann unser System besser spielen, aber das haben wir heute nicht gezeigt.“ Doch schon vor dem Spiel lief es nicht gut für die Nordlichter, denn Julian Jakobsen bekam beim Warm-up einen Puck vom eigenen Mann ins Gesicht, musste zur Untersuchung im Krankenhaus und fiel somit kurzfristig aus.

Hamburg, die technisch deutlich bessere Mannschaft, kombinierte sich immer wieder durch die Zonen, doch meistens war bei Dustin Strahlmeier Schluss. Auf der anderen Seite war Straubing heute effektiv bei der Chancenverwertung. So meint auch Straubings Coach Larry Mitchell: „Ich denke, wir waren heute sehr effizient. Es gab genügend Spiele, wo wir über die Chancenverwertung gesprochen haben, und heute belohnen sich die Jungs für die harte Arbeit, die sie an den Tag legen. Mich freut es für die Jungs.“ Erst konnte Thomas Brandl einen Schuss von Blaine Down in Überzahl ins Tor abfälschen und kurz vor der Drittelpause narrten Laurent Meunier und Torschütze Sandro Schönberger Hamburgs Dimitrij Kotschnew in Unterzahl.

Nach der Pause war es zunächst nicht nur optisch eine klare Sache. Hamburg kam mit viel Dampf aus der Kabine und schaffte in den ersten fünf Minuten den Ausgleich. Die Freezers drückten weiter und wären fast in Führung gegangen. Doch das bejubelte Tor wurde nach Sichtung des Videos als Schlittschuhtor nicht anerkannt. Zudem nahmen die Gäste nun zu viele Strafen und brachten Straubing so zurück ins Spiel. Jerome Flaake meint dazu: „Wir haben definitiv zu viele Strafzeiten gemacht.“ Dabei haderten die Gäste mit einigen Entscheidungen der Schiedsrichter. Am Ende gab es sogar einen Zusatzbericht gegen Coach Aubin wegen Schiedsrichterbeleidigung. Doch die Strafen nutzen die Tigers heute eiskalt aus. Einmal in doppelter und einmal in einfacher Überzahl stellten sie den alten Abstand wieder her. Hamburg schüttelte sich nur kurz und schon 29 Sekunden später konnte Marty Sertich wieder verkürzen. Obwohl der Schuss abgefälscht war, sah Strahlmeier hier nicht glücklich aus. Für die Tigers war die zweite Pause bitter nötig.

Doch Januar ist Stewart-Zeit. Nach nur 19 Sekunden im Schlussdrittel konterte der Kanadier die Hamburger humorlos aus und macht das nächste Unterzahltor. Damit wurde der Pulverturm wiedermal zum Tollhaus. Flaake schmeckten die Unterzahlgegentore natürlich nicht: „Das kommt noch dazu. Wir haben auch im letzten Spiel ein Tor bei eigenem Powerplay bekommen, das müssen wir uns auf jeden Fall abgewöhnen. Wir sind da vielleicht zu gierig, Tore zu schießen. Wir müssen immer zwei Männer oben haben, haben wir nicht gemacht. Da werden wir drüber reden und es die nächsten Spiele sicher besser machen.“ Hamburg kam weiter zu Chancen, doch insgesamt waren die Aktionen nicht zwingend genug. Flaake: „Wir haben die Chancen vorne nicht reingemacht. Die Straubinger haben ihre Chancen genutzt.“ Straubings Alex Dotzler meint etwas bescheiden: „Die Chancenverwertung war etwas besser als die letzten Spiele.“ So auch beim Spieler des Abends. Mit dem nächsten Konter zog Tommy Brandl auf und davon und hatte bei der 2:1-Situation die Wahl zwischen passen und schießen. Er endschied sich für Letztes und macht somit den Deckel auf das Spiel. Der Rest war fast blindes Anrennen der Hamburger gegen möglichst kraftschonendes Spiel der Niederbayern. Passiert ist jedoch nichts mehr.

Bemerkenswert bleibt auch, dass Straubing keines der Tore bei fünf gegen fünf erzielt hat. Alex Dotzler kennt dafür den Grund und sagt: „Hamburg ist eine gute Mannschaft, die sind nicht umsonst auf dem zweiten Platz gewesen, da ist es bei fünf gegen fünf halt schwierig Tore zu schießen. Gut dass die Special Teams so gut funktioniert haben. Larry hat im Powerplay auch ein paar Änderungen vorgenommen, da arbeiten wir fast jede Trainingseinheit daran. Das funktioniert ganz gut.“ Straubings Larry Mitchell hatte nach dem Spiel ein Lächeln auf den Lippen: „Hamburg ist für mich eine der besten Mannschaften der Liga. Es ist für unsere Seele und unser Selbstvertrauen ganz wichtig, dass wir endlich mal eine aus den Top-Vier schlagen konnten.“ Dotzler freute sich gleich doppelt: „Mich freut es auch, dass es ausgerechnet gegen meinen Ex-Club so geklappt hat.“ Neue Ziele, wie zum Beispiel in der Endabrechnung nicht Letzter zu werden, hat man sich hingegen nicht gesteckt: „Das Ziel ist immer noch das Gleiche, wir wollen so viele Spiele wie möglich gewinnen.“

Hamburgs Coach Serge Aubin sah hingegen alles andere als zufrieden aus und meinte mit ernster Miene: „Es ist für mich sehr einfach. Wir haben in keiner Zone gearbeitet und gespielt, sowas können wir uns nicht leisten. Es gab nur im zweiten Drittel zehn Minuten, in denen wir gut gespielt haben. Straubing hat uns heute mit den Special Teams besiegt. Für mich ist das nicht zu akzeptieren.“ Jerome Flaake will das Spiel schnell vergessen machen: „In Straubing ist es schwer zu spielen, das weiß jeder. Die haben auch gut gespielt und die letzten Spiele gewonnen, die haben sich wieder gefangen. Wir wollten natürlich drei Punkte holen, das hat heute aber nicht geklappt. Wir müssen uns auf Freitag konzentrieren, nächstes Mal wird es schon besser laufen.“

Tore: 1:0 (8.PP) Thomas Brandl (Blaine Down, René Röthke), 2:0 (20.SH) Sandro Schönberger (Laurent Meunier), 2:1 (22.) Philippe Dupuis (Jerome Flaake, Christoph Schubert), 2:2 (25.) Kevin Clark (Jerome Flaake, Bretton Stamler), 3:2 (36.PP2) Dylan Yeo (Sören Sturm, Harrison Reed), 4:2 (37.PP) Harrison Reed (Dylan Yeo, Sören Sturm), 4:3 (38.) Martin Sertich (Kevin Schmidt, Morten Madsen), 5:3 (41.SH) Karl Stewart (Laurent Meunier), 6:3 (45.) Thomas Brandl (Sebastian Osterloh).

Schiedsrichter: Stephan Bauer, Markus Krawinkel; Linienrichter: Markku Büse, Stefan Velkoski
Strafen: Straubing 12; Hamburg 18
Zuschauer: 4.020


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