Straubing Tigers stoppen HeimpleitenserieIserlohn Roosters weiter ohne Auswärtssieg

Dylan Yeo kehrte mit den Iserlohn Roosters nach Straubing zurück. (Foto: dpa/picture alliance)Dylan Yeo kehrte mit den Iserlohn Roosters nach Straubing zurück. (Foto: dpa/picture alliance)
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Zum Traditionsspieltag gehörten Sondertrikots im Retro-Look und ein kleine Ehrung von ehemaligen, verdienten Spielern. Zudem zauberten die Fanclubs eine stadionweite Choreografie in die Menge. Straubings Trainer Tom Pokel war wie die meisten Zuschauer gespannt: „Nach zwölf Tagen Pause ist es immer interessant, wie es laufen wird.“ Er wusste aber: „Wir hatten eine sehr gute Trainingswoche.“ So hatten beide Teams einen guten Start. Doch der erste Streich gelang Iserlohns Antony Camara, der mit einem Bauerntrick die zeitige Führung der Sauerländer besorgte. Rooster Christopher Fischer erklärt: „So muss man die Tore schießen. Einfach versuchen, die Scheiben zum Tor zu bringen, dann gibt’s Nachschüsse und andere Situationen. Das ist uns im Rest vom Spiel dann nicht mehr so gelungen.“ Teamkamerad Dylan Yeo fand: „Ich denke, wir haben richtig gut gespielt.“ Im weiteren Verlauf war das Eröffnungsdrittel sehr ausgeglichen, doch beide Teams spielten defensiv so gut, dass es kaum zu guten Abschlüssen kam. Pokel fand: „Trotz des Rückstandes haben wir ein sehr gutes erstes Drittel gespielt. Das hat uns nicht beeindruckt, die Jungs haben gut reagiert. Alle vier Reihen haben sich gut engagiert.“ Über den Start freute sich auch Fischer: „Wir kamen ganz zu aus der Pause, da ist es extrem bitter, wenn es nicht zu Punkten reicht.“

Tigers legen zu

Der Mittelabschnitt zeigte sich anders als die ersten zwanzig Minuten. In dem hatten die Hausherren ein Übergewicht und kamen zu einer Reihe aussichtsreicher Möglichkeiten. Eine davon nutzte Mike Connolly zum verdienten Ausgleichstreffer. Christopher Fischer versucht es zu analysieren: „Straubing hatte viel Puckbesitz, wir waren nicht mehr so gut in den Zweikämpfen und haben zu viel Platz gelassen.“ Danach wurde es wild bis hitzig. Ausgang war ein Check von Keaton Ellerby, der Sandro Schönberger aus den Schuhen kippte. Von den Schiedsrichtern gab es nichts, aber von Sena Acolatse. Dieser schnappte sich Ellerby wenig später und machte ihm auf seine eigene Weise klar, was er davon hielt. Punktsieger war der Straubinger, doch beide hätten nun eine längere Pause. Nicht zufrieden war Iserlohns Coach Rob Daum mit dem Überzahlspiel: „Das Powerplay war heute nicht der Faktor, den wir brauchen.“

Eng bis zum Schluss

Im Schlussdrittel hätte sich das Spiel in beide Richtungen entscheiden können. Das meinte auch Rob Daum: „Im Schlussdrittel hatten wir einige Chancen, aber das Spiel war bei 1:1 offen.“ Beide Teams hatten es mehrfach auf der Schaufel, doch lange wehrten sich beide Goalies gegen das nächste Tor. Tom Pokel kommentierte es so: „Beide Torhüter haben ihren Teams die Chance gegeben, das Spiel zu gewinnen.“ Das glücklichere Ende hatten dann aber die Gäubodenstädter. Mike Connolly zeigte einmal mehr Übersicht und Jeremy Williams vollstreckte zum Siegtreffer. Christopher Fischer sagte enttäuscht: „Das war eine sehr enge Kiste, es ist bitter, das Spiel in den letzten fünf Minuten zu verlieren.“ Damit konnten die Tigers nach fünf Heimniederlagen wieder drei Punkte zu Hause feiern, Iserlohn hingegen muss weiter auf den ersten Auswärtssieg warten. Trotz einer guten Leistung geht Christopher Fischer und die Roosters leer aus: „Glück und Pech sind immer mit im Spiel. Es ist ganz bitter, denn die Chancen waren auf jeden Fall da. Wir müssen nach vorne schauen und weiter hart arbeiten. Ich denke, wenn wir mit einer ähnlichen Einstellung so weiter spielen, gewinnen wir auch auswärts.“ Auch Dylan Yeo konnte einen Fortschritt erkennen: „Wir sind natürlich unglücklich über das Tor von Williams. Das hätte auch unser erster Auswärtssieg werden können, aber wenn wir so weiter machen, kommt der nächste Woche.“ Straubings Coach ist hingegen war zufrieden: „Heute hatten wir das glücklichere Händchen, es ist ein sehr gutes Gefühl, den Fans einen Heimerfolg zu geben.“

Der Rückkehrer

Nach vier Jahren in Straubing ist es für Dylan Yeo die erste Saison in Iserlohn. Zurück gekommen ist er aber gerne: „Zurück nach Straubing zu kommen, ist Spaß und es ist schön die Stadt und die Leute wieder zu sehen, meine Frau und ich genießen das sehr.“ Doch auch am Seilersee fühlt sich der sympathische Kanadier und seine Familie wohl: „Iserlohn ist beeindruckend, die Fans sind unglaublich, auch die Stadt und das Umland gefallen uns sehr.“ Und obwohl er in seinen beiden Deutschland-Stationen in alten, kleinen, kalten Hallen seine Heimspiele hat, er hätte auch nichts gegen eine große Arena: „In kleinen Hallen nimmt man meistens die Fans etwas eher wahr, aber ansonsten ist es Eishockey.“

Das Spiel in Zahlen

Tore: 0:1 (4:47) Anthony Camara (Jon Matsumoto, Dylan Yeo), 1:1 (29:03) Mike Connolly (Dylan Wruck, Benedikt Schopper), 2:1 (54:26) Jeremy Williams (Mike Connolly).

Schiedsrichter: Gordon Schukies, Markus Schütz; Linienrichter: Andreas Hofer, Marcus Höfer.

Strafminuten: 14:12 (2:2, 8:6, 4:4 )+10 Acolatse, +10 Ellerby.

Zuschauer: 4020.