Straubing Tigers siegen mit Mannschaftleistung über BremerhavenKlarer Heimsieg als Kampfansage

(Foto: dpa/picture alliance)(Foto: dpa/picture alliance)
Lesedauer: ca. 3 Minuten

In der First Row, also in der ersten Reihe saßen die Bremerhavener. Sie hatten beste Sicht auf die drei Straubinger Tore im ersten Drittel. Straubings Coach Tom Pokel hatte einen Plan: „Wir hatten und wollten ein sehr starkes erstes Drittel. Die ersten zehn Minuten besonders aggressiv forechecken, sehr oft auf den Mann gehen, Körper spielen, enger Raum.“ Breits in der ersten Minute gab T.J. Mulock den ersten Warnschuss ab und ehe die Gäste wirklich angekommen waren, drosch Stephan Daschner den Puck ins Netz und nutze somit gleich die erste Überzahl. Pokel: „Das Powerplay war für uns der Kickstart, das war der Schlüssel für uns.“ Die Pinguins hatten gute Versuche durch Chad Nehring oder Mike Hoeffel, doch dann begann Antoine Lagarniére zu zaubern. Ein Kreisel, ein Haken und dann vorbei an Tomas Pöpperle. Das hatte Top-10-Potential. Die niederbayerische Verteidigung stand gut und so mussten die Gäste zumeist aus schlechten Positionen abziehen. Anders Jeremy Williams. Der wurde vom starken Daschner perfekt in Szene gesetzt und schloss seinen Alleingang mit dem Tor zum 3:0-Pausenstand ab. Thomas Popiesch fasst zusammen: „Wir waren eigentlich gut vorbereitet, aber von der ersten Minute hat Straubing die Räume sehr eng gemacht, waren aggressiv in den Zweikämpfen, haben viele Scheiben gewonnen. Wir sind da nicht so richtig zur Entfaltung gekommen. Das erste Powerplay nicht überstanden, dann zu schnell die Tore gefallen. Immer wenn wir vielleicht ein bisschen hätten zurückkommen können, haben wir einen Nackenschlag bekommen.“

Neuer Goalie, altes Spiel

Nach der ersten Pause nahmen die Gäste einen Torhüterwechsel vor, sodass nun Jaroslav Hübl die Tore verhindern sollte. Dieser Plan ging jedoch nur bedingt auf, denn schon nach etwas mehr als drei Minuten machte Stephan Daschner sein zweites Tor. Bremerhaven setzte sofort nach und wollte unbedingt den Anschlusstreffer, doch es war wie im ersten Abschnitt. Die Tigers ließen die Nordlichter nur selten aus vielversprechenden Positionen abziehen. Als Sven Ziegler in Überzahl zum fünften Mal für die Gäubodenstädter traf, war das schon mehr als eine Vorentscheidung. Am Ende wusste man, es war der Schlusspunkt. Zusehends schwand bei den Pinguins das Selbstvertrauen und ehe einer draufhaute, wurde lieber nochmal gepasst. Und wenn doch einer durch kam, war bei Jeff Zatkoff Schluss. Die Tigers wollten etwas gut machen, berichtet Tom Pokel: „Wir wollten auch eine Reaktion zeigen, nach der Niederlage in Schwenningen und mit Bremerhaven hatten wir noch eine Rechnung aus dem letzten Spiel offen, das haben wir aus der Hand gegeben. Da wollten wir das richtige Zeichen setzten.“

Zatkoff hält die Null

Für Straubings Goalie ging es im Schlussdrittel noch um den Shutout. Die Gäste können sich als Plus aufschreiben, dass sie nie aufgegeben haben, doch gegen Straubinger im Play-off-Modus reichte es diesmal nicht. Zwischenzeitlich wurde es etwas ruppig, giftig und körperlich, doch Marian Rohatsch und Gordon Schukies ließen keinen Zweifel aufkommen, wer das Sagen auf dem Eis hat. Wer stänkerte flog, auch für länger. Für die meisten Fans war das aber längst nur noch Beiwerk, denn im Stadion am Pulverturm war eine Stimmung, wie sie schon länger nicht war. Die letzten 30 Minuten waren eine Fanparty in Straubings größten Kühlschrank. Thomas Popiesch analysiert viele Fehler in den eigenen Reihen: „Es lief heute in allen Belangen richtig gegen uns. Wenn wir Chancen hatten, konnten wir sie nicht nutzen. Wir hatten heute viele technische Fehler, so zog es sich durch das ganze Spiel, das wir eigentlich nie im Spiel eine richtige Möglichkeit hatten, um Punkte zu kämpfen. Es ist nicht unbedingt ein 5:0-Spiel gewesen, aber trotzdem, von der ersten Minute an war Straubing sehr dominant. Da hatten wir heute nichts dagegenzusetzen. Es war das erste Spiel in der Saison, in dem wir ohne Chance waren.“ Tom Pokel und sein Team haben aber noch einiges vor: „Wir wollten unbedingt 60 Minuten eine gute Partie spielen. Wie Mike Connolly gestern in der Pressekonferenz sagte, ein guter Start und alles in Schwung bringen, bringt uns weiter für den Angriff auf den sechsten Platz. Wir haben nach dem 1:0 nicht abgewartet, wir waren immer hungrig auf mehr. Das war wichtig, dass wir nicht zu früh rausgenommen und passiv gespielt haben. Bremerhaven ist ein gefährliches Team. Es war ein richtiger Mannschaftssieg, quer durch die Reihen. Alle Jungs wollten die drei Punkte unbedingt haben und die haben das verdient.“

Tore: 1:0 (3:07/PP) Stephan Daschner (Jeremy Williams), 2:0 (10:41) Antoine Laganière (Marco Pfleger), 3:0 (18:08) Jeremy Williams (Stephan Daschner), 4:0 (23:07) Stephan Daschner (Sven Ziegler, Vladislav Filin), 5:0 (31:25/PP) Sven Ziegler (Jeremy Williams, Jared Aulin).

Schiedsrichter: Marian Rohatsch, Gordon Schukies; Linienrichter: Gabriel Gaube, Andreas Hofer.

Strafminuten: 8:12 (2:4, 2:2, 4:6) + 10 Acolatse +10 Weber.

Zuschauer: 3515.